OME-Lexikon

Krakau/Kraków


1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Krakau

Amtliche Bezeichnung

poln. Kraków

Anderssprachige Bezeichnungen

lat. Cracovia, tschech./slowak. Krakov, lit. Krokuva, ungar. Krakkó, russ. Krakov, jidd. Kroke

Etymologie

Der Name der Stadt geht vermutlich auf den legendären Stammesfürsten und angeblichen Stadtgründer Krak (auch Krakus oder Gracchus) zurück. Laut der erstmals um 1220 in Vincentius Kadlubeks (Wincenty Kadłubek) Chronica Polonorum verschriftlichten Volkssage gelang es Krak, Unheil von seinem Volk abzuwenden, indem er ein in einer Höhle des Wawelhügels hausendes Ungeheuer überlistete.[1]

Historische Bezeichnungen

Karako, Cracoua, Cracoa, Cracow, Crac(c)ovia, Crachoientia, Crakow, Crakaw, Krakow[2]

2. Geographie

Lage

Die Stadt befindet sich im Süden Polens beiderseits der oberen Weichsel (Wisła) auf 50°03′ nördlicher Breite und 19°56′ östlicher Länge, 187–383 m ü. NHN.

Staatliche und administrative Zugehörigkeit

Mit 761.873 Einwohnern (Stand 2014)[3] ist Krakau nach Warschau/Warszawa die zweitgrößte Stadt der Republik Polen. Administrativ stellt Krakau die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen (Województwo małopolskie) sowie eine kreisfreie Stadt im Landkreis Krakau (Powiat krakowski) dar.

Region

Krakau liegt in der historischen Region Kleinpolen (Małopolska, lat. Polonia Minor). Diese ist nicht mit der um ein Vielfaches kleineren heutigen Woiwodschaft Kleinpolen gleichzusetzen, sondern bezeichnet das an der oberen und mittleren Weichsel gelegene Territorium, das Ende des 10. Jahrhunderts an das von Mieszko I. (gest. 992) beherrschte Großpolen angeschlossen und bis zur Union von Lublin (1569) um die Gebiete Rotreußen, Podlachien, Wolhynien und Podolien erweitert wurde. Durch die Teilungen Polen-Litauens fiel Kleinpolen an Österreich; der nördliche Teil wurde 1815 der russischen Teilungsmacht zugesprochen.

3. Geschichte, Gesellschaft und Kultur

Gebräuchliche Symbolik

Das gekrönte Wappen der Stadt zeigt in der seit 2002 gültigen Form eine Stadtmauer mit drei Türmen und dem Stadttor, zwischen dessen geöffneten Flügeln ein weißer Adler abgebildet ist. Die Stadtfarben sind weiß und blau.

Beinamen

Während der Stadtrepublik Krakau (1815-1846) entwickelte sich Krakau zur geistigen Hauptstadt (stolica duchowa) der Nation. In Abgrenzung zu Warschau galt es als kulturelle Hauptstadt Polens oder auch als „polnisches Athen“. Aufgrund seiner Sakralbauten und seiner Bedeutung als  Bischofssitz (Erzbischofssitz) wurde Krakau zudem als „polnisches Rom“ bezeichnet. Sein Ruf als „Florenz des Nordens“ beruht auf der erhaltenen historischen Architektur von Teilen der Altstadt.

Vor- und Frühgeschichte

Menschliche Siedlungen in der Gegend um Krakau lassen sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Um das 8. Jahrhundert wurde auf einem Kalksteinhügel an der Weichsel, dem heutigen Wawelhügel, eine Burg errichtet. Im 9. Jahrhundert befand sich hier das Hauptsiedlungsgebiet des altpolnischen Stammes der Wislanen (Wiślanie), die um 870 zum Großmährischen Reich kamen.

Mittelalter

Als früheste schriftliche Erwähnung der Stadt gilt der aus dem Jahr 965 stammende Reisebericht des arabisch-jüdischen Kaufmanns Ibrahim Ibn Jakub. Zu diesem Zeitpunkt lag Krakau im böhmischen Herrschaftsgebiet, bis es im Jahr 999 durch Bolesław I. den Tapferen (Bolesław I Chrobry) (um 967−1025) in den polnischen Staatsverband eingegliedert und im Folgejahr zum Bistum erhoben wurde. Im Jahr 1038 löste Krakau unter Kasimir (Kazimierz) I. die Stadt Gnesen/Gniezno als Herrschersitz ab. Im Zuge der durch Bolesław III. testamentarisch verfügten Aufteilung des polnischen Herrschaftsgebietes in Teilfürstentümer folgte im Jahr 1138 die Ernennung Krakaus zur Hauptstadt. Das Senioratsprinzip sah vor, dass Krakau zusammen mit Kleinpolen dem jeweils ältesten Herrschersohn zugesprochen wurde.

Zwischen 1241 und 1287 kam es zu wiederholter Eroberung und Brandschatzung Krakaus durch die Goldene Horde. 1257 erlangte Krakau unter Bolesław V. (1226–1279) das Lokationsprivileg nach Magdeburger Recht (nach dem Vorbild von Breslau/Wrocław).

Nach anhaltenden Nachfolgekämpfen um die Herrschaft in den Teilfürstentümern wurde Władysław I. Ellenlang (Władysław I Łokietek, 1260/61−1333) 1320 in der Krakauer Wawelkathedrale (Katedra wawelska, Bazylika archikatedralna św. Stanisława i św. Wacława) zum König des wiedervereinten Polen gekrönt. Er begründete damit den bis 1734 gültigen Status Krakaus als Krönungsort sowie mit seinem Tod 1333 auch als Begräbnisort der polnischen Könige. Sein Nachfolger Kasimir III. der Große (Kazimierz III Wielki, 1310–1370) gründete die Vorstädte Kazimierz (1335) und Kleparz (1366) sowie die Krakauer Akademie (1364).

An der Schwelle zur Neuzeit stieg im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts unter der Herrschaft Kasimirs IV. die Bedeutung Krakaus als Mittelpunkt des Humanismus in Polen. Die Stadt diente in dieser Zeit Vorreitern des Humanismus wie Filippo Buonaccorsi (genannt Kallimach, 1437–1497) oder Konrad Celtis (1459–1508), der hier die Gelehrtengesellschaft „Sodalitas Litterarum Vistulana“ begründete, als Wohn- und Wirkungsort.

Neuzeit

In der königlichen Residenzstadt lehnten sich humanistische Ideen und die künstlerische Orientierung an den Stil der italienischen Renaissance an, was unter der Herrschaft Sigismunds des Alten (Zygmunt I Stary, 1467–1548) und seiner Ehefrau Bona Sforza (1494–1557) maßgeblich gefördert wurde. Die kulturelle und politische Blütezeit hielt auch unter Sigismund II. August (Zygmunt II August, 1520–1572) an. Zum Schauplatz eines zentralen politischen Ereignisses wurde Krakau am 10. April 1525, als Herzog Albrecht von Preußen (1490–1568) gegenüber König Sigismund I. auf dem Ring die „preußische Huldigung“ (hołd pruski) vollzog.

Hauptstadt und Herrschersitz war Krakau bis 1596 bzw. 1607, als die Residenz unter Sigismund III. Wasa (Zygmunt III Waza, 1566–1632) nach Warschau verlegt wurde. Auch danach „blieb Krakau Ort der dynastischen Grablege, der Krönungen, Ort kultischer Verehrung, politisch-dynastischer Repräsentation und Schauplatz der wichtigsten dynastischen Feste […] sowie Aufbewahrungsort der Insignien“[4] und galt daher als heimliche Hauptstadt.

Mit dem Funktionsverlust ging jedoch etwa ab Mitte des 17. Jahrhunderts eine langfristige Peripherisierung der Stadt einher. Zudem wirkten sich Pestepidemien und Plünderungen durch schwedische Truppen negativ aus.

Nach der ersten Teilung Polen-Litauens 1772 nahm Krakau eine Randlage innerhalb des verbleibenden polnischen Staatsgebietes ein, da es nun an das von Österreich geschaffene Königreich Galizien und Lodomerien grenzte; am anderen Ufer der Weichsel gründete Österreich 1784 die Stadt Podgórze. Nachdem noch im März 1794 von Krakau der gegen die Teilungsmächte gerichtete Kościuszko-Aufstand ausging, wurde die Stadt bei der dritten Teilung Polen-Litauens 1795 dem österreichischen Kronland Galizien zugeschlagen. Infolge der Napoleonischen Kriege kam Krakau 1809 zum kurzzeitig existierenden Herzogtum Warschau. Auf dem Wiener Kongress (1815) wurde die Stadt zum Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen Österreich, Preußen und Russland. Das Ergebnis eines Kompromisses war der Stadtstaat Republik Krakau (Rzeczpospolita Krakowska) bzw. die Freie Stadt Krakau (Wolne Miasto Kraków). In den anschließenden 20 Jahren wurde dem Gebiet um Krakau „unter allen polnischen Ländern das wechselreichste Schicksal zuteil“[5], als die Stadt nacheinander von polnischen, russischen, österreichischen, preußischen und französischen Truppen besetzt wurde. Nach dem Novemberaufstand 1830/1831 wurden politische und kulturelle Freiheiten immer weiter eingeschränkt, da Krakau die Aufständischen unterstützt hatte. 1846 brach in Krakau selbst ein Aufstand aus, der aber rasch niedergeschlagen wurde und zum Ende der partiellen Autonomie führte, indem die Stadt von Österreich besetzt, annektiert und im Jahr 1850 zur Festung erklärt wurde. Im Juli 1853 wurde der Krakauer Stadtrat aufgelöst. Politisch und wirtschaftlich stand Krakau nun bis 1918 im Schatten der galizischen Hauptstadt Lemberg/Ľviv/Lwów, die insbesondere nach dem galizischen Autonomiestatut im Zuge des österreichisch-ungarischen Ausgleichs von 1867 an Bedeutung gewann. Krakau erhielt den Rang einer Statutarstadt („Interimsgemeindestatut für die königliche Hauptstadt Krakau“, 1866), und es begann eine moderne städtische Selbstverwaltung unter dem am 1. August 1866 erstmals wieder gewählten Stadtrat.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 zog Józef Piłsudski (1867–1935), der in Galizien eine polnische Militärorganisation aufgebaut hatte, mit der 1. Brigade der Polnischen Legion von Krakau aus in den Kampf, um die österreichischen Truppen im Vorgehen gegen Russland zu unterstützen. Krakau selbst blieb vom Kriegsgeschehen weitgehend verschont. Am 31. Oktober 1918 wurden die in der Stadt stationierten österreichischen Truppen entwaffnet; Krakau wurde damit als erste polnische Stadt von der Besatzung durch die ehemaligen Teilungsmächte befreit. 

Zeitgeschichte

Als sich die schlechte wirtschaftliche Lage der 2. Polnischen Republik im Herbst 1923 mit einer Hyperinflation zuspitzte, kam es in Krakau zu Streiks und Demonstrationen. Nach der Ausrufung eines Generalstreiks durch die Polnische Sozialistische Partei wurden am 6. November 1923 Militär und Polizei gegen die zum Teil bewaffneten Arbeiter eingesetzt. Die Unruhen forderten in Krakau über 32 Todesopfer. Weitere Streiks mit Todesopfern ereigneten sich im Jahr 1936.

Nach der Einnahme der Stadt durch die deutsche Wehrmacht am 6. September 1939 wurde Krakau zur Hauptstadt des Generalgouvernements. Die Besatzungspolitik zielte auf eine Germanisierung der Stadt ab (siehe unten, Diskurse und Kontroversen). Bei der sogenannten „Sonderaktion Krakau“ wurden am 6. November 1939 etwa 180 Krakauer Professoren und Hochschulmitarbeiter im Collegium Novum der Jagiellonen-Universität verhaftet und die meisten von ihnen in die Konzentrationslager Dachau und Sachsenhausen deportiert. Die Pläne der polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, AK) für einen Aufstand wurden ständig geändert und nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands schließlich fallengelassen.

Das symbolische Ende der deutschen Besatzung markierte das Hissen der polnischen Flagge durch Krakauer Bürger am 18. Januar 1945. Bei der Befreiung der Stadt kamen 1.900 Soldaten der Roten Armee ums Leben.

Infolge der territorialen und administrativen Neugliederung Polens nach 1945 bestand seit 1950 die Woiwodschaft Krakau. Aus der bis 1999 gültigen Verwaltungsreform von 1975 ging diese deutlich verkleinert hervor.

Wirtschaft, Verkehr und Umwelt

Als Kreuzungspunkt mehrerer Fernhandelswege wies die Stadt bereits im Mittelalter eine günstige Lage auf, da der Handelsaustausch sowohl in Nord-Süd- als auch in West-Ost-Richtung möglich war. Die Förderung des Salzabbaus in Wieliczka und Bochnia sorgte im Spätmittelalter für das wirtschaftliche Erstarken Krakaus, das durch die Verleihung von Handelsprivilegien und -rechten (z. B. 1288 Zollprivileg für den Handel zwischen den polnischen Herzogtümern, 1306 Stapelrecht für Kupfer, 1354 volles Stapelrecht) weiter befördert wurde. Damit ging eine steigende überregionale Attraktivität Krakaus als Handelspartner einher, wie die Zugehörigkeit zur Hanse von 1430 bis 1478 zeigt.

Zum Zeitpunkt der Annexion durch Österreich (1846) hatte die Stadt zwar bereits seit 200 Jahren an wirtschaftlicher Bedeutung verloren, doch stellte die Eingliederung in das wirtschaftlich schwache Galizien für die Stadt eine weitere Zäsur dar. Krakau geriet in den österreichischen Zollbereich (1847), wurde vom zuvor lukrativen Transithandel, insbesondere mit Schlesien und Kongresspolen, isoliert und beim Ausbau des Eisenbahnnetzes nicht als Verkehrsknotenpunkt für den Fernverkehr eingerichtet. Der finanzkräftige Gutsbesitzeradel trieb die Gründung von Handelsgesellschaften voran, beförderte damit aber den protoindustriellen Charakter Krakaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die wirtschaftlichen Umstrukturierungen nach 1918 und das damit einhergehende Haushaltsdefizit versuchte die Kommune zunächst durch die Kommunalisierung von Betrieben zu verbessern; allerdings vertieften die Gründung der Landeswirtschaftsbank 1925 und die Weltwirtschaftskrise 1929 die Abhängigkeit der Kommune vom Staat. Während die Ansiedlung von Schwerindustrie nicht finanzierbar erschien, wurde von den späten 1920er Jahren bis 1939 dem Wirtschaftszweig des Tourismus eine besondere Förderung zuteil, um Krakau zum „touristischen Zentrum Polens[6] zu entwickeln.

Ab 1949 wurde in dem neuen Stadtteil Nowa Huta das metallurgische Kombinat W. I. Lenin (Huta im. Lenina, seit 1989 Huta im. Sendzimira) errichtet, das heute zur ArcelorMittal Poland SA gehört. 1979 beschäftigte das Staatswerk beinahe 39.000 Personen. Seitdem sank diese Zahl beständig bis auf rund 3.000 (2013). Die negativen Auswirkungen der einseitigen Ausrichtung der Wirtschaftsstruktur der Stadt auf die Schwerindustrie zulasten anderer Industriezweige und der Dienstleistungen sind bis heute spürbar.

Gesellschaft und Bevölkerungsentwicklung

JahrEinwohnerzahl
1400unter 20.000
150023.000
155028.000
160035.000[7]
181523.500[8]
185040.000
186950.000
190085.000[9]
1915185.000[10]
1931219.000[11]
1939259.000
1945298.000
1950344.000[12]
1960481.000
1970590.000
1980716.000
1990751.000
2000759.000
2014762.000

Das 1257 verliehene Lokationsprivileg nach deutschem Recht bewirkte einen Zustrom vor allem von deutschen und jüdischen Siedlern. So bestand die Krakauer Bevölkerung im 14. Jahrhundert zu 50% aus Polen, zu 35% aus Deutschen, zu 8% aus Juden und zu 5% aus Ungarn (Sonstige: 2%).[13] Die frühneuzeitliche Krakauer Stadtgesellschaft war somit multiethnisch und mehrsprachig – insbesondere im 16. Jahrhundert zogen deutsche, niederländische und italienische Künstler, Architekten und Handwerker zu –, wobei der mit der politisch-kulturellen Funktionsvielfalt einhergehende Metropolenstatus Krakaus die rasche Polonisierung von Neubürgern beförderte.[14] Um 1600 lebten in der Krakauer Agglomeration 77% Polen, 10% Juden, 8% Deutsche und 2% Italiener (Sonstige: 3%).[15]

Bis Mitte des 16. Jahrhunderts wurden städtische Ämter mehrheitlich von deutschsprachigen Bürgern übernommen;  in einem königlichen Erlass  wurde jedoch ab 1532 von den Ratsherren die Kenntnis sowohl des Deutschen als auch des Polnischen gefordert. Als letztes der Stadtämter schaffte das Krakauer Gericht im Jahr 1600 den Gebrauch der deutschen Sprache ab.[16] 1537 wurden die deutschsprachigen Predigten, die bis dahin in der Marienkirche gehalten wurden, auf königlichen Erlass hin in die benachbarte Barbarakirche verlegt.

Für das 17. und 18. Jahrhundert ist ein sehr starker, durch Epidemien und Krisen bedingter Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen.

Die Annexion Krakaus durch Österreich führte zur Ansiedlung mehrerer Hundert österreichischer Beamter in Krakau; 1853 wurde Deutsch zu einer offiziellen Sprache erklärt. Die „Entwicklungshemmung“,[17] von der die Stadt nach 1846 betroffen war, führte zunächst zu einem Rückgang der Einwohnerzahl um etwa 10%.Choleraepidemien 1849 und 1855 forderten über 2.000 Todesopfer.[18]

Nach dem Januaraufstand 1863/1864 ließen sich verstärkt polnische Adelsfamilien aus den beiden anderen Teilungsgebieten sowie dem Exil in Galizien nieder und gaben dabei Krakau den Vorzug gegenüber Lemberg. Auch die Modernisierung der Stadt führte zu einem deutlichen Bevölkerungsanstieg. Da die Festungsanlagen eine räumliche Expansion der Stadt verhinderten, betrug die Bevölkerungsdichte um 1900 etwa 16.500 Einwohner/km2, womit Krakau den höchsten Wert in der gesamten Monarchie aufwies.[19] Zudem waren bis 1905 etwa 6.000 Soldaten ständig in der Stadt stationiert.[20] Nach Eingemeindung der Vorstadt Podgórze zählte Krakau 1915 185.000 Einwohner (ohne Garnison)[21] und wuchs bis 1939 auf 259.000 Einwohner weiter an. Nach den kriegsbedingten Bevölkerungsverlusten und -umwälzungen verzeichnete Krakau ab 1945 eine dynamische demografische Entwicklung: Die Einwohnerzahl nahm von knapp 300.000 (1945) bis heute auf gut 760.000 Einwohner stetig zu.

Religionsgeschichte

Krakau wurde früher als andere polnische Städte christianisiert, was auf böhmische Einflüsse zurückzuführ­en ist. Im Jahr 1000 kam das Bistum Krakau zum neuen polnischen Erzbistum Gnesen. Die Ermordung des Krakauer Bischofs Stanislaus (Stanisław) durch Herzog Bolesław II. (1042–1081) 1079 führte zum Kult um die Person Stanislaus’, der 1253 heiliggesprochen und zum Schutzpatrons Polens erklärt wurde. Zum Ansehen der Krakauer Kathedrale trug die Taufe des Großfürsten Jogaila von Litauen (Władysław II Jagiełło) bei, die 1386 dort stattfand.

Das Krakau des 15. und 16. Jahrhunderts war im Allgemeinen von konfessioneller Pluralität geprägt. Lutherische Schriften wurden jedoch im Jahr 1520 verboten und fanden an der Krakauer Akademie auch später keine Verbreitung. 1539 wurde in Krakau die Bürgerin Katarzyna Weigel wegen Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt – ein im Jahrhundert der polnischen Toleranz singuläres Ereignis. Das 1572 eröffnete erste reformierte Gebetshaus Krakaus wurde wiederholt geplündert, beschädigt und 1591 schließlich zerstört. Im Zuge der Gegenreformation verlor die Mitte des 16. Jahrhunderts noch breite Anhängerschaft reformatorischer Strömungen deutlich an Bedeutung; 1624 wurde Protestanten der Erwerb des Bürgerrechts verwehrt.

Infolge der Teilungen Polen-Litauens wurde das Krakauer Bistum zwar auf das Gebiet der Stadtrepublik Krakau beschränkt. In den späten 1870er und 1880er Jahren erfuhr die Krakauer Diözese aber eine Aufwertung, als Prälat Albin Dunajewski (1817–1894) zum Bischof und Kardinal erhoben und die Diözese unmittelbar dem Heiligen Stuhl unterstellt wurde. Viele geistliche Orden siedelten sich in Krakau, dem Hort auch des religiösen Polens während der Teilungszeit, an. 1925 wurde das Krakauer Bistum zum Erzbistum erhoben.

Im Stadtgebiet befinden sich heute über 130 Kirchen, und das Sanktuarium der Barmherzigkeit Gottes (Sanktuarium Bożego Miłosierdzia) in Krakau-Łagiewniki zählt zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten Europas.

Krakau ist auch eine jüdische Stadt. Besondere Bedeutung als Zentrum jüdischen Lebens erlangte  der heutige, um 1800 eingemeindete Stadtteil Kazimierz.

Zunächst war das Krakauer Judenviertel, in dem sich insbesondere im 14. Jahrhundert aufgrund der durch Kasimir den Großen gewährten Privilegien viele Juden aus anderen Teilen Europas ansiedelten, um die heutige ul. św. Anny (St.-Anna-Straße) lokalisiert. Als infolge eines Stadtbrandes im Jahr 1495 Krakauer Juden der Brandstiftung bezichtigt wurden, bestimmte König Johann I. Albrecht (Jan I Olbracht, 1459–1501) die Umsiedlung der jüdischen Bevölkerung Krakaus nach Kazimierz, gewährte aber einzelnen Familien das Recht zur Niederlassung in Krakau, wo sie weiterhin über eine Synagoge verfügten.

Auch im 16. und 17. Jahrhundert ließen sich infolge der Pogrome in anderen Teilen Europas viele jüdische Glaubensflüchtlinge in Kazimierz nieder, das sich zu einem der intellektuellen Zentren des Ostjudentums und zu einer „Hochburg der Orthodoxie“ entwickelte.[22]

Im späten 17. und 18. Jahrhundert führte die schwierige wirtschaftliche und politische Lage zu einem deutlichen Rückgang auch der Zahl der jüdischen Einwohner von Krakau und Kazimierz.

Mit dem Toleranzpatent von 1789 erhielten die Juden in Galizien vielfältige Rechte. Die Germanisierung der jüdischen Bevölkerung sollte vorangetrieben werden. 1816 wurden Juden in Krakau zu den Lyzeen und zum Studium zugelassen.[23] Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 21% der Krakauer Bevölkerung Juden, im Jahr 1847 etwa 32%.[24] Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn beendete 1867 Diskriminierungen aus religiösen Gründen, und Galizien „wurde zum Hort eines breiten Spektrums moderner jüdischer Bewegungen politischer und kultureller Ausrichtung und brachte ein äußerst lebendiges Pressewesen hervor.“[25] So war die 1864 entstandene Krakauer Reformgemeinde auf politische Partizipation ausgerichtet, die ihre Stellung sowohl innerhalb der jüdischen Gemeinschaft als auch in der nichtjüdischen Gesellschaft sichern sollte.

Während der deutschen Besatzung der Stadt wurde das jüdische Ghetto im Stadtteil Podgórze eingerichtet (1941–1943). 1941 und 1942 wurden wiederholte Sammeldeportationen durchgeführt und vor Ort Hunderte Bewohner erschossen. Am 13. März 1943 erfolgte die Auflösung des Ghettos. Alle verbliebenen Bewohner wurden vor Ort ermordet oder deportiert.

Teile der Ghettomauer sind bis heute erhalten, die Ghetto-Apotheke auf dem Platz für die Helden des Ghettos (Plac Bohaterów Getta) ist seit 1983 ein Museum.

Der Holocaust dezimierte die Zahl der Krakauer Juden von knapp 60.000 auf etwa 500,[26] von denen viele nach 1945 aufgrund antisemitischer Ausschreitungen und Kampagnen emigrierten.

Das seit 1988 im Sommer im Stadtteil Kazimierz veranstaltete Festival der jüdischen Kultur (Festiwal Kultury Żydowskiej w Krakowie) gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen jüdischer Kultur weltweit. Im Jahr 1991 wurde die Stiftung „Judaica“ gegründet, die 1993 in der ul. Meiselsa das Zentrum für Jüdische Kultur (Fundacja Judaica – Centrum Kultury Żydowskiej) eröffnete und sich dem Schutz des jüdischen Erbes und der Vermittlung von Wissen über die Geschichte und Kultur der polnischen Juden verpflichtet sieht.

Militärgeschichte

Erste Wehranlagen auf dem Wawel entstanden bereits unter den Wislanen-Fürsten und wurden später unter Bolesław dem Tapferen sowie vor allem im 15. Jahrhundert ausgebaut.

In der militärischen Planung der Habsburgermonarchie nahm Krakau wegen seiner Nähe zur russischen Grenze einen festen Platz ein. Ein Ausbau der Befestigungen erfolgte insbesondere zwischen 1856 und 1866 unter dem Wiener Ingenieur August Caboga sowie zwischen 1881 und 1886. Der Wawel wurde bis 1905 als Kaserne genutzt.

Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einem fast vollständigen Abbau der Befestigungsanlagen. Heute sind von der Wehrbefestigung neben dem Florianstor (Brama Floriańska) und der 1499 erbauten Barbakane nur noch Relikte erhalten; ein grüner Ring (Planty) umsäumt stattdessen das Zentrum.

Besondere kulturelle Institutionen

Das Krakauer Nationalmuseum (Muzeum Narodowe w Krakowie) wurde 1879 als erstes Museum eröffnet, in dem sich das geteilte Polen als Nation präsentieren konnte. Heute befindet es sich in einem Prachtbau, der in der Zwischenkriegszeit begonnen und erst Ende der 1980er Jahre fertiggestellt wurde. Seit 1951 ist das seit 1796 bestehende Czartoryski-Museum (Muzeum Książąt Czartoryskich) Teil des Nationalmuseums, wie auch das Ausstellungs- und Bildungszentrum für europäische Kultur Europeum (Europeum – Ośrodek Kultury Europejskiej).

Das Museum unter dem Hauptmarkt (Podziemia Rynku) ist das größte unterirdische Museum Polens. Die Geschichte der polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa) wird im gleichnamigen Museum geschildert.

Das Historische Museum Krakau (Muzeum Historyczne Miasta Krakowa) umfasst 14 Standorte im gesamten Stadtgebiet,  darunter die ehemalige „Deutsche Emailwarenfabrik“ Oskar Schindlers (1908-1974) im Stadtteil Podgórze (Fabryka Emalia Oskara Schindlera, seit 2010). Die Dauerausstellung zeigt Krakau während der deutschen Besatzung 1939-1945. Im Nachbargebäude eröffnete 2011 das Museum für zeitgenössische Kunst (Muzeum Sztuki Współczesnej w Krakowie). Zum Historischen Museum gehören ferner der Kościuszko-Hügel (Kopiec Kościuszki), der Rathausturm (Wieża Ratuszowa), die Alte Synagoge (Synagoga Stara) oder das Museum der Geschichte des Stadtteils Nowa Huta (Dzieje Nowej Huty). Dort befindet sich auch das Museum der Volksrepublik Polen (Muzeum PRL-u), das der Geschichte Polens von 1944 bis zur politischen Wende Ende der 1980er Jahre gewidmet ist.

Unter den zahlreichen Theatern und Konzerthäusern der Stadt nimmt das zwischen 1891 und 1893 nach Plänen von Jan Zawiejski (1854–1922) in eklektizistischen und neobarocken Formen errichtete Juliusz-Słowacki-Theater (Teatr im. Juliusza Słowackiego) einen besonderen Platz ein. Bei seiner Eröffnung im Oktober 1893 war es das erste elektrifizierte Gebäude Krakaus und zeigte damit den Beginn einer neuen, modernen Phase in der Stadtentwicklung an.

Im Jahr 2000 war Krakau Europäische Kulturhauptstadt. 2016 fand in der Stadt der Weltjugendtag statt.

Wissenschaft

Krakau gehört zu den wichtigsten Wissenschaftsstandorten Polens.

Die Jagiellonen-Universität (Uniwersytet Jagielloński) wurde als Krakauer Akademie unter Kasimir dem Großen bereits 1364 gegründet und ist damit nach der Prager Karlsuniversität die älteste Hochschule Mitteleuropas. Zunächst umfasste sie mit Rechtswissenschaft, Medizin und Philosophie drei Fakultäten, unterlag jedoch nach dem Tod Kasimirs einem Niedergang, bis sie im Jahr 1400 dank der Stiftung der verstorbenen Königin Hedwig (Jadwiga, 1373–1399) neu begründet und um eine theologische Fakultät erweitert wurde. Im späten 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts erlebte die Krakauer Akademie eine Glanzzeit, insbesondere die mathematisch-astronomische Fakultät, die auch Nikolaus Kopernikus (Mikołaj Kopernik, 1473–1543, 1491 immatrikuliert) besuchte. Etwa die Hälfte der Studenten kam damals aus dem Ausland; mit dem Beibehalt oder auch der Rückkehr zur Scholastik verlor die Akademie diesen Zulauf jedoch. Eine Reform des akademischen Betriebs fand Ende des 18. Jahrhunderts unter Hugo Kołłątaj (1750–1812) statt, der hier Polnisch als Lehrsprache einführte. Den heutigen Namen trägt die Universität seit 1817.

Die Gründung von Bildungsinstitutionen wurde in der Zeit der galizischen Autonomie durch den finanzkräftigen Gutsadel vorangetrieben. So ging etwa der Besitz der Krakauer Wissenschaftlichen Gesellschaft (Polska Akademia Umiejętności), die 1873 als Akademie der Wissenschaften neu eröffnet wurde, aber auch die Gründung des Polnischen Schulvereins 1879 auf private Stiftungsgelder zurück. Im Fall der Jagiellonen-Universität konnten Stipendien und Lehrstühle auch durch Spenden von Polen aus der Emigration und den anderen Teilungsgebieten geschaffen und die defizitäre Wiener Bildungspolitik auf diese Weise kompensiert werden.

Unter deutscher Besatzung wurde die Jagiellonen-Universität wie andere Bildungseinrichtungen geschlossen; ab 1942 wurden aber im Untergrund Lehrveranstaltungen organisiert.

Der 1931 begonnene Neubau der Jagiellonen-Bibliothek (Biblioteka Jagiellońska) wurde erst unter deutscher Besatzung fertiggestellt und am 4. April 1941 als „Staatsbibliothek Krakau“ eröffnet. Sie war damit eine der vier deutschen Staatsbibliotheken im Generalgouvernement und sollte als „Bollwerk deutscher Geistesarbeit“[27] den Grundstock für die geplante Deutsche Universität Krakau bilden.

1945 wurde an der Jagiellonen-Universität wieder der reguläre Lehrbetrieb aufgenommen.

Weitere Hochschulen mit überregionaler Bedeutung sind gegenwärtig die Akademie für Berg- und Hüttenwesen (Akademia Górniczo-Hutnicza), die Universität für Landwirtschaft (Uniwersytet Rolniczy), die Technische Universität (Politechnika Krakowska), die Wirtschaftsuniversität (Uniwersytet Ekonomiczny) und die Pädagogische Universität (Uniwersytet Pedagogiczny) sowie die Akademie der Bildenden Künste (Akademia Sztuk Pięknych), die Musikalische Akademie (Akademia Muzyczna), die Akademie für Sportwissenschaft (Akademia Wychowania Fizycznego), die Staatliche Hochschule für Theater und Schauspiel (Państwowa Wyższa Szkoła Teatralna), die Józef-Tischner-Europa-Hochschule (Wyższa Szkoła Europejska im. Ks. Józefa Tischnera) und die Päpstliche Universität Johannes Paul II. (Uniwersytet Papieski Jana Pawła II, Abteilung für Theologie in Tarnów).

Im Studienjahr 2013/2014 waren an den 23 Krakauer Universitäten und Hochschulen 184.371 Studierende eingeschrieben.[28]

Architektur und Stadtentwicklung

Vor der Verleihung des Stadtrechts 1257 stellte der Wawelhügel, auf dem bereits unter Bolesław dem Tapferen steinerne Festungs- und Sakralbauten errichtet worden waren, den Kern der Siedlung dar. Die Vielzahl ihrer romanischen Bauten wurde beim Angriff der Goldenen Horde im Jahr 1241 und dem dadurch verursachten Stadtbrand, den lediglich die Wawelburg und die St.-Andreas-Kirche (Kościół św. Andrzeja)überstanden, dezimiert. Im Zuge des planmäßigen Wiederaufbaus der Stadt entstand ab dem Jahr 1257 die schachbrettartig angelegte Altstadt mit dem 40.000 m2 großen quadratischen Hauptmarkt (Ring, Rynek) im Zentrum. Einzelne Bauten und Straßenverläufe wurden ohne veränderte Ausrichtung in die Anlage integriert, was etwa an der gotischen Marienkirche (Kościół Mariacki) und dem Verlauf der ul. Grodzka bis heute sichtbar ist. Als gotische Bauwerke sind ferner der Rathausturm, Teile des Collegium Maius sowie die im 14. Jahrhundert ausgebaute Wawelkathedrale erhalten. Auch die Tuchhallen (Sukiennice) wurden im 14. Jahrhundert errichtet, jedoch nach einem Brand Mitte des 16. Jahrhunderts im Renaissancestil und 1875–1878 neugotisch umgebaut. Ein zentrales spätgotisches Kunstdenkmal ist der von der Krakauer Bürgerschaft gestiftete und 1477–1489 durch den Nürnberger Bildhauer Veit Stoß (Wit Stwosz, 1447–1533) errichtete Marienaltar in der Marienkirche.

Italienische Baumeister prägten im 16. Jahrhundert das Erscheinungsbild der Stadt. So wurde das 1499 niedergebrannte Königsschloss auf dem Wawelhügel von Francesco Fiorentino (gest. 1516) und Bartolomeo Berrecci (gest. 1537) als Renaissancepalast mit Arkadenhof errichtet. Im Stil der florentinischen Renaissance erbaute Berrecci auch die Sigismundkapelle (Kaplica Zygmuntowska). In der Wawelkathedrale wurde 1520 die für lange Zeit größte Kirchenglocke Polens (Sigismund-Glocke) aufgehängt.

Zu den im folgenden Jahrhundert errichteten barocken Bauten gehören die St.-Peter-und-Paul-kirche (Kościół św. Piotra i Pawła) und die St.-Anna-Kirche (Kościół św. Anny).

Bei einem schweren Stadtbrand im Juli 1850 wurden ein Teil der Innenstadt und zahlreiche Kunstdenkmäler zerstört. Nach 1850 verstärkte der Bau mehrerer Kasernen das Erscheinungsbild der Garnisonsstadt Krakau. Im späten 19. Jahrhundert war andererseits der Zuzug polnischer Adelsfamilien prägend, der zur Errichtung städtischer Palais auch außerhalb des Stadtzentrums führte, etwa in den Stadtteilen Nowy Świat, Piasek und Wesoła. Kirchen, Denkmäler und Grabstätten (z. B. auf dem Rakowicer Friedhof) wurden ebenfalls im Auftrag des Adels gebaut bzw. um die Jahrhundertwende auf der Grundlage privater Stiftungsgelder renoviert. Der Arzt Henryk Jordan (1842–1907) schuf 1889 einen Stadtpark, den Jordan-Park (Park im. Henryka Jordana).

Die „endgültige Abkehr vom Konzept einer vorindustriellen Stadt und de[r] Übergang zur Etappe der urbanen Entwicklung“[29] vollzog sich durch den Plan zur Flächenumwidmung und -bebauung „Groß-Krakau“, der zwischen 1909 und 1915 unter Bürgermeister Juliusz Leo (1861–1918) konzipiert und nach 1918 umgesetzt wurde. Durch verschiedene Eingemeindungen erweiterte sich die städtische Fläche um ein Vielfaches.

Krakaus späthistoristische Architektur erinnert bis heute stark an das Vorbild der sogenannten Wiener Schule. Viele Krakauer Architekten hatten in Wien studiert. Zur Wahrung der Tradition Krakaus als Hort des Polentums diente die Krakauer Renaissance, die Ausdruck des damals vorherrschenden Strebens nach Identitätsbildung in der Architektur war. In der Zwischenkriegszeit wurden zahlreiche Gebäude im Stil der sogenannten Krakauer Schule errichtet, die Historismus und Moderne miteinander verband.

Das architektonische Ensemble der Stadt überdauerte den Zweiten Weltkrieg beinahe unbeschädigt. Zu Kriegsbeginn hatte die deutsche Luftwaffe lediglich den Hauptbahnhof, Industriebetriebe und den Flughafen bombardiert, und die Stadt  war am 6. September 1939 aus Rücksicht auf die Kulturdenkmäler kampflos übergeben worden. Vor ihrem Rückzug 1945 sprengte die Wehrmacht die drei Weichselbrücken. Bei der Einnahme durch die Rote Armee wurden rund 450 Gebäude zerstört oder beschädigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Osten der Stadt die sozialistische Planstadt Nowa Huta errichtet und 1951 eingemeindet. Neben dem Wiederaufbau von Warschau war dies das größte Bauvorhaben im Nachkriegspolen. Heute leben dort rund 204.000 Menschen.[30] Ausgerechnet diese sozialistische Musterstadt wurde in den 1980er Jahren zum Zentrum der Oppositionsbewegung in Krakau. Diese erhielt insbesondere durch den Besuch von Papst Johannes Paul II. in Nowa Huta am 9. Juni 1979 erheblichen Aufschwung.

Heute zählt Krakau rund 7.000 historische Gebäude, von denen etwa 1.100 unter Denkmalschutz stehen. Dazu gehört auch die Villa Decius (Willa Decjusz) im Stadtteil Wola Justowska, die Karl Dedecius (1921–2016) in den 1990er Jahren sanieren ließ, um ein humanistisches Forum für Europa zu schaffen und der Förderung der deutsch-polnischen Beziehungen einen Ort zu verleihen.

Seit 1978 stehen die Krakauer Altstadt und der Wawel auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Buch- und Druckgeschichte

Krakau ist „die Wiege der Typographie“[31] in Polen und entwickelte sich zum frühneuzeitlichen ostmitteleuropäischen Kommunikationszentrum. Von einer dauerhaften Etablierung des Buchdrucks kann man zu Beginn des 16. Jahrhunderts sprechen; zu den bedeutendsten Druckern dieser Zeit gehörten die in Krakau tätigen Johann Haller (ca. 1467–1525), Florian Ungler (gest. 1536), Hieronymus Vietor (ca. 1480–1546/7) und Mathias Scharffenberg (gest. 1547).[32] Das vermutlich erste vollständig in polnischer Sprache gedruckte Buch Raj duszny (Seelenparadies) von Biernat von Lublin (gest. nach 1529) erschien 1513. Mit dem Merkuriusz Polski Ordynaryjny erschien 1661 in Krakau die erste regelmäßig erscheinende Zeitung Polens.

Im Rahmen vor allem politischer Debatten um die Zukunft Polens formierten sich in Krakau im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ideologische Kreise mit einer regen Publikationstätigkeit, die etwa die Zeitungen Czas, Przegląd Polski, Kraj und Naprzód hervorbrachten.

Literatur und Kunst

Aufgrund seiner Bedeutung für die polnische Literatur wird Krakau auch als „literarische Hochburg“[33] des Landes bezeichnet.

1897 gründete die Künstlergruppe Młoda Polska (Junges Polen) unter dem Namen Sztuka (Die Kunst) die erste gesamtpolnische Kunstorganisation, die insbesondere über den von 1898 bis 1901 in Krakau ansässigen Schriftsteller Stanisław Przybyszewski (1868–1927) Verbindungen zur europäischen Avantgardeszene unterhielt. Weitere wichtige Vertreter der Krakauer Bohème um die Jahrhundertwende waren der Maler und Dichter Stanisław Wyspiański (1869–1907), dessen Drama „Die Hochzeit“ (Wesele) in dem Dorf Bronowice bei Krakau spielt, der Historienmaler Jan Matejko (1838–1893), der Dichter und Dramatiker Lucjan Rydel (1870–1918) sowie der Arzt, Übersetzer und Satiriker Tadeusz Boy-Żeleński (1874–1941).

Um 1920 formierten sich in Krakau die fortschrittsgläubigen, mit romantischen Traditionen brechenden Futuristen. Vom Futurismus beeinflusst, vereinten sich Vertreter der bildenden und darstellenden Kunst, der Literatur und Philosophie auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen unter dem Begründer Leon Chwistek (1884–1944) als „Krakauer Formisten“. Zu den Begegnungsorten der Krakauer Künstler dieser Zeit zählte die Kossakówka, das Wohnhaus der Familie Kossak, deren Töchter  Maria Pawlikowska-Jasnorzewska (1891–1945) und Magdalena Samozwaniec (1894–1972) sich als Dichterin bzw. Satirikerin einen Namen machten. Prägend für die polnische Literatur der Zwischenkriegszeit war auch die Krakauer Avantgarde um Tadeusz Peiper (1891–1969) und seine Zeitschrift Zwrotnica.

Zu einem Zentrum der Krakauer Literaturszene wurde in der Volksrepublik Polen das sogenannte Literatenhaus (Dom Literatów) an der ul. Krupnicza. Zu seinen Bewohnern zählten auch Wisława Szymborska (1923–2012) und Czesław Miłosz (1911–2004).

Steven Spielberg verfilmte 1993 in Krakau an Originalschauplätzen den Film Schindler’s List nach der gleichnamigen Romanvorlage von Thomas Keneally.

Im 19. Jahrhundert wurde Krakau „zum Kristallisationspunkt des nationalen Gedächtnisses.“ Im Zuge der historischen und kulturellen Rückbesinnung unter dem Einfluss der Romantik wurde die „Königsresidenz der Blütezeit der polnischen Monarchie […] zum Ziel nationaler Träume“.[34]

Bis heute ist die Vergangenheit in Krakau lebendig und allgegenwärtig. Die Stadt erhebt gegenüber dem wirtschaftlichen und politischen Zentrum Warschau den Anspruch auf die kulturelle Führungsrolle des Landes und versteht sich als zentraler Erinnerungsort des nationalen Gedächtnisses. So fanden fast alle polnischen Könige, der Nationaldichter Adam Mickiewicz (1798–1855) oder auch der Staatsgründer Józef Piłsudski auf dem Wawel ihre letzte Ruhestätte. Mit der Beisetzung des 2010 verunglückten Präsidenten Lech Kaczyński (1949–2010) wurde die Rolle des Wawel als nationaler Erinnerungsort auch in jüngerer Zeit betont. Eine wichtige Funktion als Gedächtnisort kommt ferner der Gedenkstätte auf dem Kościuszko-Hügel, die zwischen 1820 und 1823 zu Ehren des polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko (1746–1817) errichtet wurde, sowie dem 1898 enthüllten Mickiewicz-Denkmal auf dem Hauptmarkt zu. 

Eine zentrale Rolle im Erinnerungsdiskurs der Stadt spielt das Gedenken an die Schlacht bei Tannenberg (Bitwa pod Grunwaldem) im Jahr 1410. Zur Enthüllung des Denkmals 1910 reisten 150.000 Polen aus allen Teilungsgebieten und der Emigration an, jedoch keine Litauer. Das Denkmal wurde von den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg geschleift und erst 2010 vollständig wiederhergestellt.

Bis heute ertönt vom Turm der Marienkirche stündlich eine kurze, plötzlich abbrechende Trompetenfanfare („Hejnał“), die an die Angriffe der Goldenen Horde auf die Stadt Krakau erinnert: Der Legende nach wurde der Turmbläser, dessen Fanfare die Bewohner vor den heranreitenden Mongolen warnen sollte, mitten im Spiel von einem Pfeil der Angreifer getroffen, konnte aber die Eroberung der Stadt verhindern. An die Belagerung erinnert auch der Krakauer Lajkonik, ein bewaffneter tatarischer Reiter, der wie auch die Krakauer Weihnachtskrippe ins polnische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. 

4. Diskurse und Kontroversen

Krakau sollte unter deutscher Besatzung zu einer deutschen Modellstadt im Osten umgestaltet werden. Hierbei spielte insbesondere das von der NS-Führung reklamierte mittelalterliche deutsche Erbe der Stadt eine wichtige Rolle. Im Fokus  stand dabei die Verleihung des Magdeburger Rechts 1257. Nach der Lokationsurkunde durfte die Stadt keine Polen als Bürger aufnehmen. Hieran knüpfte die um 1900 entwickelte sogenannte Kolonisationstheorie an, die eine Evolution polnischer Städte vor der sogenannten „deutschen Ostsiedlung“ verneinte und stattdessen einen ‚Zivilisationsschub‘ durch deutsche „Kulturträger“ proklamierte. Dies gelte insbesondere für Krakau. In nationalsozialistischen Darstellungen hieß es dann, jeder Deutsche fühle sich dort sogleich auf deutschem Boden, denn „die Sprache der Steine in der Altstadt klingt urwüchsig deutsch[,] […] alles Fremdvölkische […] liegt nur als dünne Tünche über dem Antlitz einer deutschen Stadt.“[35] Diese Darstellung sollte durch das 1940 in Gebäuden der aufgelösten Jagiellonen-Universität eingerichtete „Institut für Deutsche Ostarbeit“ wissenschaftlich unterfüttert werden, das neben seiner umfangreichen Publikationstätigkeit eine große Veit-Stoß-Ausstellung organisierte. Der Krakauer „Buchverlag Deutscher Osten“ legte zahlreiche Veröffentlichungen vor, um den Deutschen den „wiedergewonnenen Osten“ und vor allem Krakau näherzubringen. Wie Luxemburg und Straßburg wurde Krakau 1940 in das Programm „Neugestaltung deutscher Städte“ aufgenommen. Das Reichsinnenministerium beauftragte den renommierten Leipziger Architekten Hubert Ritter (1886–1967) mit der Ausarbeitung eines Generalbebauungsplans von Krakau.

In polnischen Darstellungen wird die These des deutschen Ursprungs der Stadt mit dem Argument zurückgewiesen, die Siedlungsgeschichte reiche bis ins 7. Jahrhundert vor der Zeitrechnung zurück.

Die Erhebung der deutschen Bürgerschaft (auch: Aufstand des Vogtes Albert) gegen Władysław Ellenlang, der das polnische Seniorat innehatte, führte 1312 zu der Verbannung eines Großteils der deutschen Bürger und einzelnen Hinrichtungen. Fehler in der Aussprache polnischer Wörter wurden dabei herangezogen, um deutsche Bewohner zu identifizieren. Bei den Auseinandersetzungen ging es jedoch vorrangig um die Durchsetzung ökonomischer Interessen und städtische Privilegien. Die einseitige Interpretation als Aufstand der Deutschen gegen das polnische Königshaus ist aus heutiger Sicht eine retrospektive Vereinfachung.[36] Trotz zahlreicher Publikationen stellt die Erforschung dieser Ereignisse immer noch ein Desiderat dar.[37]

Im historischen Bewusstsein der Polen gilt Krakau im Vergleich zu Warschau als Stadt, die sich während des Zweiten Weltkriegs nur beschränkt am Kampf gegen die deutschen Besatzer beteiligte. Diese Aussage könnte jedoch auch für jede andere polnische Stadt getroffen werden.[38]

5. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Jochen August (Hg.): „Sonderaktion Krakau“. Die Verhaftung der Krakauer Wissenschaftler am 6. November 1939. Hamburg 1997.
  • Klemens Bąkowski: Historya Krakowa w zarysie [Geschichte Krakaus im Überblick]. Kraków 1898 (Biblioteka krakowska 6).
  • Wojciech Bałus: Krakau zwischen Traditionen und Moderne. Zur Geschichte der Architektur und der öffentlichen Grünanlagen im 19. Jahrhundert. Stuttgart 2003 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 18).
  • Janina Bieniarzówna, Jan Małecki, Jerzy Wyrozumski u. a.: Dzieje Krakowa [Geschichte Krakaus]. 6 Bde. Kraków 1992−2004.
  • Marina Dmitrieva, Karen Lambrecht (Hg.): Krakau, Prag und Wien. Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat. Stuttgart 2000 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 10).
  • Britta Dümpelmann: Veit Stoß und das Krakauer Marienretabel. Mediale Zugänge, mediale Perspektiven. Zürich 2012 (Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen, Band 24).
  • Stanisław Dziedzic: Kraków to jest wielka rzecz [Krakau, das ist eine große Sache]. Kraków 2012.
  • Marta Kijowska: Krakau. Spaziergang durch eine Dichterstadt. München 2005.
  • Hanna Kozińska-Witt: Krakau in Warschaus langem Schatten. Konkurrenzkämpfe in der polnischen Städtelandschaft 1900–1939. Stuttgart 2008 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 30).
  • Gabriele Lesser: Leben als ob. Die Untergrund-Universität Krakau im Zweiten Weltkrieg. ²Köln 1990.
  • Andrea Löw, Markus Roth: Juden in Krakau unter deutscher Besatzung 1939−1945. Göttingen 2011.
  • Eduard Mühle (Hg.): Breslau und Krakau im Hoch- und Spätmittelalter. Stadtgestalt, Wohnraum, Lebensstil. Köln u. a. 2014 (Städteforschung. Veröffentlichungen des Instituts für Vergleichende Städtegeschichte in Münster 87).
  • Jacek Purchla: Die städtebauliche Entwicklung von Krakau. In: Eve Blau, Monika Platzer (Hg.): Mythos Großstadt. Architektur und Stadtbaukunst in Zentraleuropa 1890–1937. München 1999, S. 149–153.
  • Jacek Purchla: Krakau. Mitten in Europa. Kraków 2003.
  • Marcin Starzyński: Das mittelalterliche Krakau. Der Stadtrat im Herrschaftsgefüge der polnischen Metropole. Köln u. a. 2015 (Städteforschung. Veröffentlichungen des Instituts für Vergleichende Städtegeschichte in Münster 92).
  • Beate Störtkuhl: Kunst und Nation: Krakaus Entwicklung zur kulturellen Hauptstadt des geteilten Polen in der späten Habsburger Monarchie. In: Gun-Britt Kohler, Rainer Grübel, Hans Henning Hahn (Hg.): Habsburg und die Slavia. Frankfurt am Main 2008 (Mitteleuropa – Osteuropa. Oldenburger Beiträge zur Kultur und Geschichte Ostmitteleuropas 10), S. 353–384.
  • Thomas Urban: Von Krakau bis Danzig. Eine Reise durch die deutsch-polnische Geschichte. München 2000.
  • Hanna Zaremska: Juden im mittelalterlichen Polen und die Krakauer Judengemeinde. Osnabrück 2013 (Klio in Polen 17).
  • Barbara Zbroja: Architektura międzywojennego Krakowa 1918−1939. Budynki, ludzie, historia [Die Architektur Krakaus in der Zwischenkriegszeit 1918–1939. Bauten, Menschen, Geschichte]. Kraków 2013.

Weblinks

Anmerkungen

[1] Vgl. Eduard Mühle (Hg.): Die Chronik der Polen des Magisters Vincentius. Darmstadt 2014 (Ausgewählte Quellen zur Geschichte des Mittelalters 48), S. 99.

[12 Kazimierz Rymut: Kraków. In: Ders. (Hg.): Nazwy miejscowe Polski [Die Ortsnamen Polens]. Bd. 5: Ko–Ky. Kraków 2003, S. 273f.

[3] Miasto Kraków: Kraków w liczbach 2014 [Krakau in Zahlen 2014]. Kraków 2015 (online verfügbar unter: www.bip.krakow.pl/zalaczniki/dokumenty/n/141754/karta, letzter Abruf: 26.02.2016).

[4] Andrea Langer: Residenzfunktion – Residenzwechsel: Krakau und Ujazdów/ Warschau zur Zeit von Bona Sforza und Anna Jagiellonka. In: Dmitrieva, Lambrecht (Hg.): Krakau, Prag und Wien, S. 59–75, hier S. 61. Vgl. auch Walter Leitsch: Wann und warum verlor Krakau die Funktion einer königlichen Residenzstadt? In: Ders., Stanisław Trawkowski (Hg.): Polen und Österreich im 17. Jahrhundert. Wien 1999 (Wiener Archiv für Geschichte des Slawentums und Osteuropas 18), S. 232–260.

[5] M[arceli] Szarota: Die letzten Tage der Republik Krakau. Breslau 1911, S. 12.

[6] Kozińska-Witt: Krakau in Warschaus langem Schatten, S. 117.

[7] Für die Daten 1400–1600 vgl. Leszek Belzyt: Krakau und Prag zwischen 14. und 17. Jahrhundert. Vergleichende Studien zur Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte ostmitteleuropäischer Metropolen. Toruń 2003, S. 41. Belzyt legt diesen Zahlen eigene Berechnungen zugrunde, die teilweise (etwa um 1600) etwas höher liegen als andernorts angegeben.

[8] Szarota: Die letzten Tage (Anm. 5), S. 10.

[9] Juliusz Demel: Kraków na przełomie wieku XIX i XX na tle rozrostu i wcielania przedmieść i gmin podmiejskich (1867–1945 [Krakau um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert vor dem Hintergrund von Wachstum und Eingemeindung von Vorstädten und stadtnahen Gemeinden] In: Jan Dąbrowski (Hg.): Kraków. Studia nad rozwojem miasta [Krakau. Untersuchungen zur Stadtentwicklung]. Kraków 1957, S. 287–351, hier S. 307.

[10] Jacek Purchla: Wien, Krakau und Lemberg auf ihrem Weg in die Moderne. In: Ders., Wolfgang Kos, Żanna Komar, Monika Rydiger, Werner Michael Schwarz (Hg.): Mythos Galizien. Wien 2015, S. 137–145, hier S. 141.

[11] Für die Daten 1931 und 1939 vgl. Mały rocznik statystyczny 1939 [Kleines Statistisches Jahrbuch 1939] des Główny Urząd Statystyczny, S. 36: http://mbc.cyfrowemazowsze.pl/dlibra/docmetadata?id=14498&from=publication (Abruf 14.09.2016).

[12] Für die Daten nach 1950 vgl. Rocznik Demograficzny 2014 [Demographisches Jahrbuch Polen 2014] des Główny Urząd Statystyczny: http://stat.gov.pl/obszary-tematyczne/roczniki-statystyczne/roczniki-statystyczne/rocznik-demograficzny-2014,3,8.html (Abruf 10.08.2016).

[13] Belzyt: Krakau und Prag (Anm. 7), S. 40.

[14] Vgl. Karin Friedrich: Stadtpatriotismus und nationale Pluralität. In: Dmitrieva, Lambrecht (Hg.): Krakau, Prag und Wien, S. 143–161.

[15] Belzyt: Krakau und Prag (Anm. 7), S. 40.

[16] Vgl. ebd., S. 123.

[17] Jacek Purchla: Krakau unter österreichischer Herrschaft 1846–1918. Faktoren seiner Entwicklung. Wien u. a. 1993, S. 21.

[18] Ebd.

[19] Purchla: Wien, Krakau und Lemberg (Anm. 10), S. 141.

[20] Purchla: Krakau unter österreichischer Herrschaft (Anm. 17), S. 107f.

[21] Purchla: Wien, Krakau und Lemberg (Anm. 10), S. 141.

[22] Hanna Kozińska-Witt: Die Krakauer Jüdische Reformgemeinde 1864–1874. Frankfurt a. M. 1999 (Europäische Hochschulschriften 818), S. 29f.

[23] Vgl. ebd., S. 38.

[24] Purchla: Krakau. Mitten in Europa, S. 185.

[25] Joshua Shanes: Die Genese einer Nation: Das galizische Judentum unter österreichischer Herrschaft 1772–1918. In: Purchla u. a. (Hg.): Mythos Galizien, S. 153–159, hier S. 155.

[26] Anna Cichopek: The Cracow Pogrom of August 1945. In: Joshua D. Zimmerman (Hg.): Contested Memories: Poles and Jews During the Holocaust and Its Aftermath. New Brunswick 2003, S. 221–239, hier S. 226.

[27] Gustav Abb: Vortrag des Leiters der Hauptverwaltung der Bibliotheken des Generalgouvernements. In: Staatsbibliothek Krakau. Programm der feierlichen Eröffnung. Krakau 1941, S. 7–18, hier S. 18.

[28] Miasto Kraków: Kraków w liczbach 2014 (Anm. 3).

[29] Purchla: Wien, Krakau und Lemberg (Anm. 10), S. 141.

[30] Miasto Kraków: Kraków w liczbach 2014 (Anm. 3).

[31] Jan Pirożyński: Krakau und Prag als Zentren des Buchdrucks im 15. und 16. Jahrhundert. Versuch eines Vergleichs. In: Dmitrieva, Lambrecht (Hg.): Krakau, Prag und Wien, S. 223–235, hier S. 224.

[32] Alodia Kawecka-Gryczowa (Hg.): Drukarze dawnej Polski od XV do XVIII wieku [Die Drucker im alten Polen vom 15. bis zum 18. Jahrhundert]. T. 1: Małopolska [Kleinpolen]. Cz. 1: Wiek XV–XVI [15.–16. Jahrhundert]. Wrocław u. a. 1983.

[33] Kijowska: Krakau, S. 10.

[34] Störtkuhl: Kunst und Nation, S. 354f.

[35] Heinrich Kurtz: Krakau. Bildnis einer deutschen Stadt im Osten. Bayreuth 1944, S. 5.

[36] Vgl. Stanisław Szczur: Historia Polski. Średniowiecze [Geschichte Polens. Mittelalter]. Kraków 2002, S. 339f.

[37] Vgl. Anna Grabowska: Bunt wójta Alberta w historiografii polskiej [Der Aufstand des Vogtes Albert in der polnischen Historiografie]. In: Jerzy Rajman (Hg.): Bunt wójta Alberta. Kraków i Opole we wzajemnych związkach we XIV wieku [Der Aufstand des Vogtes Albert. Die Beziehungen zwischen Krakau und Oppeln im 14. Jahrhundert]. Kraków 2013 (Annales Academiae Paedagogicae Cracoviensis, Studia Historica 13), S. 19−31, hier S. 31.

[38] Vgl. Grzegorz Jeżowski: Polskie Państwo Podziemne [Der polnische Staat im Untergrund]. In: Monika Bednarek, Edyta Gawron, Grzegorz Jeżowski, Barbara Zbroja, Katarzyna Zimmerer: Kraków – czas okupacji 1939−1945 [Krakau während der Okkupation 1939−1945]. Kraków 2010, S. 362−391, hier S. 387.

Zitation

Saskia Metan, Kai Witzlack-Makarevich: Krakau/Kraków. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2016. URL: http://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32299 (Stand 07.10.2016).

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