OME-Lexikon

Liegnitz/Legnica

1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Liegnitz

Amtliche Bezeichnung

poln. Legnica (früher Lignica)

Anderssprachige Bezeichnungen

tschech. Lehnice; lat. Lignitium

Etymologie

Der Name Legnica (tschech. soviel wie "kleines Lager") leitet sich von slawischen Wörtern wie legowisko (= Lager, Rastplatz) und legać (= liegen, rasten) ab, was im Zusammenhang mit der Lage der Stadt am Übergang über die Katzbach (Kaczawa) steht.

Nach oben

2. Geographie

Lage

Liegnitz liegt auf 51° 13' nördlicher Breite, 16° 10' östlicher Länge, 69 Kilometer westlich der Regionshauptstadt Breslau/Wrocław.

Topographie

Die Stadt liegt in der mittelschlesischen Ebene an der Mündung der Schwarzwasser (Czarna Woda) in die Katzbach, einen linken Nebenfluss der Oder.

Region

Schlesien

Staatliche und administrative Zugehörigkeit

Polen. Liegnitz ist kreisfreie Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien (Dolny Śląsk) und seit 1992 Sitz des Bistums Legnica. Von 1975 bis 1998 war es Hauptstadt der Woiwodschaft Legnica (Województwo legnickie).

Nach oben

3. Geschichte und Kultur

Gebräuchliche Symbolik

Auf dem der Stadt 1453 verliehenen Wappen ist ein nach links steigender, goldener und doppelschwänziger Löwe auf blauem Grund mit zwei silbernen Schlüsseln in den Pranken abgebildet. Diese symbolisieren die Schlüssel des hl. Petrus, der gemeinsam mit dem hl. Paulus Patron der Stadtpfarrkirche ist.

Historische Beinamen und Spottnamen

Vor 1945 war Liegnitz wegen seiner Ausrichtung auf die Landwirtschaft im Deutschen Reich als "Gurkenstadt" bekannt. In der Zeit der Volksrepublik Polen wurde die Stadt wegen ihrer Funktion als Stützpunkt der Roten Armee auch als "Klein-Moskau" (mała Moskwa) bezeichnet.

Mittelalter

Archäologische Ausgrabungen belegen, dass innerhalb der heutigen Stadtgrenzen schon in der Zeit des 6. bis 8. Jahrhunderts eine Siedlung existierte. Um die Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert wurde an dieser Stelle ein slawischer Burgwall errichtet. Bereits vor der Gründung der frühesten Siedlung kreuzte am Flussübergang die Hohe Straße, eine der wichtigsten mittelalterlichen und neuzeitlichen Verkehrsverbindungen, andere Handelsrouten.

Bild

Die Marienkirche in Liegnitz/Legnica
[Foto: A. R. Białachowski].

Der Ort wurde erstmals 1149 in einer Urkunde des piastischen Herzogs Bolesław IV. Kraushaar erwähnt. Seit Ende des 10. Jahrhunderts gehörte Liegnitz mit Schlesien zu Polen. Dies änderte sich 1138 mit dem Tod Bolesławs III. von Polen und der Einführung der Senioratsverfassung, die das Königreich in mehrere Herzogtümer aufteilte. Der älteste Sohn Bolesławs, der Herzog von Schlesien, Seniorherzog von Polen und Begründer der Schlesischen Piastenlinie, Władysław II. der Vertriebene, musste das Land infolge eines Bruderkrieges 1146 verlassen und Zuflucht im Heiligen Römischen Reich suchen. 1163 erhielt sein ältester Sohn, Bolesław I. der Lange, Mittel- und Niederschlesien und damit auch Liegnitz, wo er, sein Nachfolger Heinrich I. der Bärtige und dessen Sohn Heinrich II. häufig residierten. 1241 fiel Herzog Heinrich II. der Fromme auf der nahegelegen Wahlstatt/Legnickie Pole in der Schlacht gegen eine mongolische Streitmacht. Nach der Niederlage des deutsch-polnischen Heeres wurde Liegnitz mehrere Tage belagert, jedoch nicht erobert. Zwischen 1242 und 1252 verlieh der Sohn Heinrichs II., Bolesław II. der Wilde, dem Ort das Magdeburger Recht. Nach 1331 wurde Liegnitz mit ganz Schlesien böhmisches Lehngut. Beim Wiederaufbau nach einem Großbrand 1338 wurde das Stadtgebiet zunehmend erweitert und bis Ende des Jahrhunderts mit einer neuen Stadtmauer umgeben. In den Jahren 1347 und 1349 erlebte die Stadt Pestepidemien.

Im Zuge der Hussitenkriege Anfang des 15. Jahrhunderts wurde Liegnitz belagert, aber nicht zerstört. 1419 wurde die Stadt, indem sie nach dem Tod Wenzels II. in den Besitz von Ludwig II. überging, Teil des neuen Herzogtums Liegnitz-Brieg. 1446 wurden im Anschluss an einen Judenpogrom alle Juden aus der Stadt vertrieben. Als Elisabeth von Brandenburg, die Witwe Ludwigs II., 1449 starb, begann im Herzogtum der sog. Liegnitzer Lehnstreit. Im Mai 1452 huldigte die Stadt dem böhmischen König Ladislaus Postumus, der ihr am 12. März 1453 ein neues Wappen verlieh. 1454 kam es zu einem Aufstand des einfachen Volkes gegen das Patriziat. Der Lehnstreit wurde erst 1468 beigelegt, nachdem Friedrich I. dem tschechischen König erneut gehuldigt hatte.

Nach oben

Neuzeit

In den 1620er Jahren konnte die Stadt ihren Wohlstand durch den Ankauf von Landgütern und Wäldern in ihrer nächsten Umgebung vermehren. Der Dreißigjährige Krieg, zunächst für die Stadt ohne Auswirkungen, war dennoch präsent; 1621 ließ Herzog Georg Rudolf die Befestigungsanlagen ausbauen. Nach 1627 wurde die Stadt von schwedischen, sächsischen und kaiserlichen Truppen mehrmals besetzt und ausgeplündert. Nach ihrer Niederlage gegen die Sachsen am Lindenbusch 1634 brannten kaiserliche Truppen auf Befehl des Feldmarschallleutnants Hieronymus von Colloredo-Waldsee die Vorstädte nieder. Aufgrund der Vereinbarungen des Westfälischen Friedens blieb das Herzogtum weiterhin evangelisch.

Mit dem Tod des fünfzehnjährigen Herzogs Georg Wilhelm im Jahre 1675 erlosch die letzte schlesische Piastenlinie; die Habsburger zogen das Lehen ein und Liegnitz wurde Sitz des Landeshauptmannes. Für die Stadt wirkte sich der Herrschaftswechsel negativ aus, einerseits aufgrund der kaiserlichen Rekatholisierungspolitik, andererseits aufgrund politischer Einschränkungen, die dem Patriziat auferlegt wurden: Der Stadtrat wurde zum "Magistrat", zu einer Verwaltungsbehörde, herabgestuft. Erst nach dem Altranstädter Frieden (1706), der den Protestanten in Schlesien gewisse Freiheiten zugestand, wurde die Politik der Gegenreformation eingeschränkt.

Im Zuge des Österreichischen Erbfolgekrieges marschierte Friedrich II. von Preußen 1741 in Schlesien ein und eroberte Liegnitz. 1757 wurde die Stadt von Österreich eingenommen, von Preußen jedoch kurz darauf zurückerobert. Nach diesem Sieg ließ Friedrich II. die Wälle niederreißen, wodurch Liegnitz seine Rolle als Festung verlor. Nach Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 blieb die Stadt mit ganz Schlesien bei Preußen.

19. und 20. Jahrhundert

Bild

Das Piastenschloss mit dem Hedwigsturm
im Vordergrund und dem Petersturm im
Hintergrund [Foto: A. R. Białachowski].

Nach der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt 1806 wurde Liegnitz von Bayern und Württembergern kampflos eingenommen. Die bis 1813 dauernde Besatzung durch die Franzosen, die mit Kontributionszahlungen und Einquartierungen verbunden war, überstand die Stadt ohne größere Schäden.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte Liegnitz wiederholt unter Missernten und Cholera- (1831/32, 1837) bzw. Pockenepidemien (1835) zu leiden. 1860 wurde die Stadt Garnisonsstandort.

Am Ende des Ersten Weltkrieges erlebte die Stadt eine Hungersnot. In den für Deutschland unruhigen Jahren 1918–1923 blieb Liegnitz von Aufständen verschont. Mit dem Anfang der Revolution und dem Ausruf der Weimarer Republik am 9. November 1918 folgte eine Belebung des politischen Lebens in Liegnitz. Im Juli rückte in Liegnitz das Freikorps Faupel-Görlitz ein. Am 15. März 1920 kam es infolge des Kapp-Putsches zu schweren Auseinandersetzungen vor dem Alten Rathaus.

Am 18. März 1925 wurde in Liegnitz die erste NSDAP-Ortsgruppe gegründet, die 1929 36 Mitglieder zählte. In der sog. "Kristallnacht" vom 9. zum 10. November 1938 wurde die Stadtsynagoge in Brand gesteckt und Geschäfte jüdischer Kaufleute verwüstet. Die Gestapo verhaftete zahlreiche Juden, die anschließend in Konzentrationslager deportiert wurden (die letzten im Juni 1942).

Während des Zweiten Weltkrieges stieg die Einwohnerzahl aufgrund der kriegsbedingten Evakuierung westdeutscher Betriebe auf rund 90.000 Personen an. Als am 20. Januar 1945 die Rote Armee in Oberschlesien einmarschierte, war die Evakuierung der Stadtbevölkerung längst im Gange. Am 9. Februar 1945 wurde Liegnitz von russischen Truppen besetzt; Teile der Altstadt samt Schloss wurden in Brand gesetzt.

Obwohl am 25. April 1945 die ersten polnischen Verwaltungskräfte in Liegnitz eintrafen, herrschten in der Stadt bis 1947 Kompetenzstreitigkeiten zwischen Zivil- und Militärverwaltung. 1945 wurde sie in "Lignica", später in "Legnica" umbenannt. Zur Zeit der Volksrepublik Polen war in Liegnitz eine Gruppe der Roten Armee stationiert, wodurch größere Stadtteile zur Sperrzone für die polnische Bevölkerung wurden.

Nach oben

Bevölkerungsentwicklung

Während des Dreißigjährigen Krieges und infolge einer Pestepidemie (1633) verringerte sich die Einwohnerzahl der Stadt von rund 8.000 auf 2.422 Personen. Anfang des 19. Jahrhunderts war Liegnitz eine Provinzstadt mit nicht mehr als 7.000 Einwohnern und entwickelte sich nur langsam. In den Jahren 1855–1869 wuchs die Stadt durch Eingemeindungen; die Einwohnerzahl stieg auf mehr als 27.000, wodurch Liegnitz ab dem 1. Januar 1874 einen eigenen Stadtkreis bildete.

Jahr

Einwohner

1577[1]

6.500

1639

2.442

1742[2]

5.279

1807[3]

7.260

1845

14.302

1871

23.433 (inklusive Militär 1.643)

1919[4]

70.369

1939

78.456

1946[5]

24.357

1950

39.010

1960

64.185

1970

75.843

2002[6]

107.100

2011[7]

102.979

Wirtschaft

1844 wurde die Eisenbahnlinie Liegnitz-Breslau eröffnet. In den folgenden Jahren kamen die Verbindungen nach Bunzlau/Bolesławiec (1845), Dresden und Berlin (1846) hinzu. 1873 wurde die Höhere Landwirtschaftsschule gegründet, was ebenso wie der weitergehende Ausbau des Bahnnetzes (Verbindungen u. a. mit Goldberg/Złotoryja, 1884, und Steinau an der Oder/Ścinawa, 1898) die Entwicklung eines intensiven Gemüseanbaus förderte. Vor 1945 war die Wirtschaft der Stadt insgesamt stark differenziert – 1939 waren hier 2.735 Groß- und Kleinbetriebe mit Arbeitsplätzen für ca. 14.000 Menschen ansässig. Bedeutend waren v. a. der Gemüseanbau und die Klavierbaufirma von Eduard Seiler (heute in Kitzingen am Main), wo seit 1849 jährlich etwa 3.000 Instrumente gefertigt wurden.

Insbesondere in den 1950er Jahren entstanden in Liegnitz Unternehmen für Maschinenbau, Holzverarbeitung und Textilproduktion. Der wichtigste Arbeitgeber war in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die 1959 eröffnete Kupferschmelzhütte. 1995 entstand in Liegnitz eine Sonderwirtschaftszone (Legnicka Specjalna Strefa Ekonomiczna), was in den letzten Jahren zu einem anhaltenden Wirtschaftsaufschwung führte.

Nach oben

Religions- und Kirchengeschichte

Bild

Die Mazewa auf dem jüdischen Friedhof in Liegnitz/
Legnica [Foto: A. R. Białachowski].

Herzog Friedrich II. führte 1522 in Liegnitz die Reformation ein. Das katholische Archidiakonat und das Benediktinerinnenkloster blieben erhalten. 1810 wurden das Benediktinerinnenkloster, das Franziskanerkloster und das Haus des Leubuser Abtes säkularisiert.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Evangelischen (~80 %), Katholiken (>20 %) und Juden (1 %) die größten Konfessionen in Liegnitz.[8] Zudem nennt der Stadtführer vom Jahr 1927 acht kleinere Glaubensgemeinschaften. Heute ist die Stadt der Sitz des Bistums Legnica und zählt 14 römisch-katholische,[9] eine griechisch-katholische, eine orthodoxe und fünf protestantische Gemeinden.

In Liegnitz befindet sich ebenfalls eine jüdische Gemeinde, die zurzeit etwa 40-50 Mitglieder zählt und einen 1837 eröffneten Friedhof verwaltet.[10] Er gehört zu den besterhaltenen Anlagen seiner Art in Niederschlesien.

Besondere kulturelle Institutionen

1962 wurde im ehemaligen Stadthaus der Leubuser Äbte das Kupfer-Museum (Muzeum Miedzi) mit drei Außenstellen eingerichtet, einem Teil der Ritterakademie, der Schlosskapelle und dem Museum zur Schlacht von Wahlstatt. Im Gebäude des Alten Stadttheaters (erbaut 1842) befindet sich heute ein staatliches Theater (Teatr im. Heleny Modrzejewskiej w Legnicy).

Bildung und Wissenschaft

Im 13. Jahrhundert wirkte in Liegnitz der Mönch und Gelehrte Witelo, dessen Hauptwerk Perspectiva als einflussreiche Studie zur Optik gilt. Seine Arbeit gewann an Bedeutung, als Johannes Kepler 1604 sein Buch Ad Vitellionem Paralipomena, Quibus Astronomiae Pars Optica Traditur als Ergänzung zu Witelos Werk publizierte.

1526 wurde in Liegnitz die deutschlandweit erste evangelische Universität gegründet, die jedoch nach drei Jahren infolge von Streitigkeiten zwischen den Professoren und aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wieder geschlossen wurde. 1700 wurde ein Jesuitenkollegium eröffnet und im Jahr 1708 eine Ritterakademie für Adelssöhne geschaffen, die 1811 auch für Bürgerliche geöffnet und 1901 in ein staatliches Gymnasium umgewandelt wurde, in welcher Form sie bis 1945 existierte.

Zurzeit gibt es in der Stadt u.a. zwei staatliche Hochschulen, die Staatliche Witelon- Fachhochschule in Liegnitz und eine Außenstelle der Technischen Universität Breslau, wie auch das Niederschlesische Zentrum für berufliche Aus- und Weiterbildung.

Nach oben

Kunstgeschichte

Bild

Die St.-Johannes-Kirche mit dem Piasten-
mausoleum [Foto: A. R. Białachowski].

Das älteste Liegnitzer Sakralgebäude ist die im 12. Jahrhundert errichtete Marienkirche, die später auch Liebfrauenkirche genannt wurde. Der Bau der Hauptkirche der Stadt, der St.-Peter-und-Paul-Kirche, begann im Jahr 1329; Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche im neugotischen Stil renoviert. Die St.-Johannes-Kirche wird erstmals 1294 erwähnt, in ihr wurde nach dem Tod des letzten Piastenherzogs 1675 das Piastenmausoleum als neue Fürstengruft errichtet.

Um die Wende des 12. und 13. Jahrhunderts wurde das Liegnitzer Piastenschloss im romanischen Stil erbaut. Nach einem Brand im Jahr 1835 wurde die alte Piastenresidenz nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel zu einem neugotischen Bau umgebaut.

Am Liegnitzer Ring befinden sich mehrere Bauwerke aus verschiedenen Epochen, u. a. die aus der Renaissance stammenden "Heringsbuden", das Haus mit dem Wachtelkorb und das 1737–1741 erbaute Alte Rathaus. In unmittelbarer Nähe des Rings befindet sich die Ritterakademie.

Im Stadtpark war früher ein exotischer Palmenhain mit Warmwasserteich angelegt. Für die Deutsche Gartenbau- und Schlesische Gewerbeausstellung "GUGALI" (im Volksmund "Gurken, Gartenbau, Liebe") wurde 1927 eine aufwendig gestaltete Gartenanlage geschaffen.

Der Wiederaufbau in der Altstadt erfolgte in den 1950er und 1960er Jahren, weitgehend ohne Rücksicht auf die historische Bausubstanz.

Musik

Die berühmteste Persönlichkeit des Liegnitzer Musiklebens war der in Liegnitz geborene Musikmeister, Dirigent und Komponist Johann Ernst Benjamin Bilse (1816–1902), der ab 1842 als Stadtmusikus die Liegnitzer Stadtkapelle (später Bilse'sche Kapelle) leitete. Musiker dieser Kapelle gründeten 1882 das Berliner Philharmonische Orchester (später Berliner Philharmoniker).

Buch- und Druckgeschichte

Indem Simprecht Froschauer im Jahr 1528 die erste Druckerei in Liegnitz gründete, wurde die Stadt zum zweiten Druckort Schlesiens. Von 1589 bis 1677 wurde das Buch- und Druckgewerbe in Liegnitz von der Familie Schneider geprägt.

Am 6. April 1836 wurde in Liegnitz die erste Ausgabe des Liegnitzer Stadtblatts gedruckt, das ab 1886 und bis zum 7. Februar 1945 als Liegnitzer Tageblatt erschien. Zwischen dem 24. Juni 1945 und dem Spätherbst des Jahres erschien unter sowjetischer Aufsicht die Deutsche Zeitung, zu jener Zeit das einzige deutschsprachige Blatt in Polen.

Literatur

In der Frühen Neuzeit war Liegnitz ein wichtiges literarisches Zentrum. Der bedeutende deutsche Barockdichter Martin Opitz (1597–1639) hielt sich einige Zeit am Hof Herzog Johann Christians von Liegnitz und Brieg auf; der Dichter Friedrich von Logau (1605–1655) verbrachte hier seine letzten Jahre als Regierungsrat.

Am 15. September 1919 wurde in Liegnitz der Logaubund gegründet, dem Dichter und Schriftsteller Schlesiens angehörten, u. a. Helmut Wocke, Erich Worbs, Hans Zuchold und Horst Lange. Der literarische Zusammenschluss war Herausgeber der Zeitschrift Die Saat, die bis 1924 erschien.

Die deutsche Dichterin Therese Chromik (*1943) wurde in Liegnitz geboren.

Nach oben

4. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Edward Białek: Der Logaubund Liegnitz und die Zeitschrift "Die Saat" in der literarischen Kultur Niederschlesiens nach dem Ersten Weltkrieg. Dresden 2012.
  • Edward Białek, Hubert Unverricht (Hg.): Literarisches Liegnitz. Dresden, Wrocław 2008 (Beihefte zum Orbis Linguarum 76).
  • Edward Białek, Hubert Unverricht (Hg.): Geistiges Leben in Liegnitz vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Aufsätze zur Literatur-, Musik- und Kunstgeschichte. Dresden, Wrocław 2010 (Beihefte zum Orbis Linguarum 96).
  • Tadeusz Gumiński, Edward Wiśniewski: Legnica i okolice [Liegnitz und seine Umgebung]. Legnica, Wrocław 2001.
  • Marian Haisig (Hg.): Legnica. Monografia historyczna miasta [Liegnitz. Eine geschichtliche Monographie der Stadt]. Wrocław u. a. 1977.
  • Gerhard Kaske, Horst Hiller: Liegnitz. Die schlesische Gartenstadt. Berlin, Bonn 1992.

Periodika

  • Szkice legnickie [Liegnitzer Skizzen]
  • Beiträge zur Liegnitzer Geschichte der Historischen Gesellschaft Liegnitz e. V.

Weblinks

Nach oben

Anmerkungen

[1] 1577–1639: Haisig (Hg.): Legnica, S. 47.

[2] Haisig (Hg.): Legnica (Anm. 1), S. 128.

[3] 1807–1871: Haisig (Hg.): Legnica (Anm. 1), S. 145.

[4] 1919–1939: Haisig (Hg.): Legnica (Anm. 1), S. 215.

[5] 1946–1970: Haisig (Hg.): Legnica (Anm. 1), S. 285.

[6] Główny Urząd Statystyczny (Hauptstatistik-Amt). http://demografia.stat.gov.pl/bazademografia/Downloader.aspx?file=pl_lud_2002_02_09.zip&sys=lud (Abruf 21.10.2012).

[7] Główny Urząd Statystyczny (Anm. 6).

[8] Friedheim Finke: Aus dem Lebenslauf der Stadt Liegnitz. Skizzen zur Geschichte einer deutschen Stadt in Schlesien. Lorch Württemberg 1986, S. 101.

[9] http://diecezja.legnica.pl/teksty/parafie.php?f=L (Abruf 25.11.2013).

[10] Tamara Włodarczyk: Życie żydowskie w Legnicy po zakończeniu wojny [Jüdisches Leben in Liegnitz nach dem Ende des Krieges]. In: Słowo Żydowskie, Nr 8 (486)/2012, S. 29.

 

 

 

Nach oben

Zitation

Artur Robert Białachowski: Liegnitz/Legnica. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2013. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/54308.html (Stand 12.05.2015).

 

 

Nutzungsbedingungen für diesen Artikel

Copyright © Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk entstand im Rahmen des Projekts „Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa“ und darf vervielfältigt und veröffentlicht werden, sofern die Einwilligung der Rechteinhaber vorliegt. Bitte kontaktieren Sie: ome-lexikon(at)uni-oldenburg.de

Wenn Sie fachliche Hinweise oder Ergänzungen zum Text haben, wenden Sie sich bitte unter Angabe von Literatur- und Quellenbelegen an die Redaktion.