OME-Lexikon

Odessa/Odesa

1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Odessa

Amtliche Bezeichnung

Odesa

Anderssprachige Bezeichnungen

russ. Odessa

Etymologie

Die Herkunft des Stadtnamens geht auf die griechische Siedlung Odessos zurück, die vermutlich in der Nähe der bulgarischen Stadt Varna/Warna bestand. Eine zweite (offiziell nicht anerkannte) Herleitung führt den Namen der Stadt auf die Probleme mit der Trinkwasserversorgung während ihrer Entstehung zurück. Danach habe die Begründerin der Stadt, Zarin Katharina die Große (1729-1796), angeordnet, den französischen Ausdruck assez d’eau (genug Wasser) rückwärts zu lesen und die Stadt so zu benennen.[1]

2. Geographie

Lage

Die Stadt befindet sich im Süden der Ukraine auf 46o 29' nördlicher Breite, 30o 44' östlicher Länge, 40 m über NHN, ca. 50 km von der moldawischen Grenze entfernt.

Topographie

Odessa liegt am gleichnamigen Meerbusen (Odesskyj zaliv) des Schwarzen Meeres. Weite Teile der Stadt befinden sich auf einem Hochplateau, das sich etwa 40 m über dem Meeresspiegel erstreckt. Die Stadt ist von einer trockenen Steppenlandschaft umgeben. Wichtigste Wasserquelle ist der Dnister (ca. 40 km lange Wasserleitung).

Staatliche und administrative Zugehörigkeit

Ukraine. Odessa ist Hauptstadt der Oblast Odessa (Odess'ka oblast') und Sitz der Gebietsverwaltung. Die Stadt ist heute in vier Bezirke aufgeteilt (Rajony Primorskyj, Kiïvs'kyj, Malinovs'kyj und Surovs'kyj).

3. Geschichte und Kultur

Gebräuchliche Symbolik

Gebräuchliche oder historische Beinamen

Odessa ist nicht nur der Name einer Stadt, sondern bezeichnet auch einen Mythos, der Erwartungen und Vorstellungen lebendig werden lässt.[2] Ihre zahlreichen Beinamen sind Ausdruck des ganz besonderen „cosmopolitan localism“[3] der Stadt, ihrer Bedeutung für das Russische Reich, oder sie beziehen sich auf ihre Bewohner oder ihre geographische Lage: „Odessa-Mama“, „Palmyra des Südens“ (Anspielung auf Sankt Petersburg als „Palmyra des Nordens“), „Perle am Meer“, „Russisches Italien“, „Liberalste russische Stadt“, „Hauptstadt Südrusslands“, „Beste Stadt Neurusslands“, „Schönste Perle der russischen Krone“, „Heitere Hauptstadt am Schwarzen Meer“, „Südliches Tor nach Europa“ (Anspielung auf Sankt Petersburg/Sankt-Peterburg/Leningrad als „Tor nach Europa“), „Goldene Stadt“, „Stadt der Spekulanten und Musikanten“, „Hauptstadt der jiddischen und hebräischen Literatur“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Odessa der Ehrentitel „Heldenstadt“ verliehen.

Entstehung

Odessa wurde Ende des 18. Jahrhunderts (1794) von der Zarin Katharina der Großen zusammen mit weiteren Städten in der Region gegründet, um den Machtanspruch des Zarenreiches auf die neurussischen Gebiete am Schwarzen Meer zu untermauern, die dem Osmanischen Reich zuvor in den sogenannten Türkenkriegen abgerungen worden waren. Zunächst wurde die Bezeichnung der eroberten osmanischen Festung Chadžibej (türk. Hacıbey) beibehalten; der Name Odessa wurde erstmals im Januar 1795 verwendet. Ausgrabungen erbrachten den Nachweis, dass sich auf dem Stadtgebiet eine griechische Siedlung befunden hatte. In ihren Anfangsjahren wurde die Stadt insbesondere von Ausländern geprägt, die sich um ihre rasante Entwicklung große Verdienste erwarben und bis heute durch Denkmäler und Straßennamen im Stadtbild präsent sind. Als Statthalter setzte die deutschstämmige Katharina den in Neapel geborenen Spanier José de Ribas (1749-1800) ein, der mit dem holländischen Architekten und Ingenieur Frans de Wollant (1752-1818) den Grundstein für den Aufstieg der „Perle am Meer“ legte.

„Goldenes Zeitalter“

Mit der Thronbesteigung Zar Alexanders I. (1777-1825), 1801, nahm das „Goldene Zeitalter“ Odessas seinen Anfang. Ihren Aufstieg verdankt die Stadt insbesondere dem französischen Herzog Armand Emmanuel des Plessis, duc de Richelieu (1766-1822), der die Geschicke Odessas von 1803 bis 1814 lenkte. De Richelieu erwirkte zahlreiche Vergünstigungen und finanzielle Unterstützungen für die Stadt; die Bedeutung des Hafens und des Handels (vor allem Getreidehandel) wuchsen, und Odessa konnte sich gegen seine Konkurrenten Chersson/Cherson, Očakiv und Mykolajiu/Mykolaïv durchsetzen. Die Stadt wurde faktisch zum Regierungszentrum Neurusslands. Das Stadtoberhaupt gestattete allen Konfessionen die Errichtung religiöser Gebäude und trug so wesentlich zum Klima der Toleranz in Odessa bei. Odessa galt als besonders europäisch und wurde daher bei der einheimischen Oberschicht des Zarenreiches als das „russische Italien“ auch immer beliebter. Während der Regierungszeit von Michail Vorontsov (1782-1856) von 1823 bis 1846 machte Odessa, das um 1850 die reichste Stadt des russischen Imperiums war, eine beeindruckende Entwicklung durch, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht.

„Silbernes Zeitalter“

Das „Silberne Zeitalter“ der Stadt begann um 1860 mit den großen Reformen Alexanders II. (1818-1881). Die neue liberale Lebensart und Geisteshaltung in Russland schien Odessa überflüssig zu machen. Auf der anderen Seite kamen nach der Bauernbefreiung immer mehr Menschen in die mythische „Goldene Stadt“, für deren Arbeitskraft es während der wirtschaftlichen Krise nach dem Krimkrieg (1853-1856) nur wenig Nachfrage gab. So sah sich Odessa erstmals mit großer Armut konfrontiert.

20. Jahrhundert

Während der revolutionären Umwälzungen 1905 war auch Odessa Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern der alten Ordnung. Bekannt ist die Meuterei der Besatzung des im Hafen von Odessa liegenden Panzerkreuzers Potemkin. In den Wirren des Ersten Weltkriegs sowie von Oktoberrevolution und Bürgerkrieg musste die Stadt einige Machtwechsel erdulden und erlitt einen erheblichen Bevölkerungsrückgang, ehe sich die Rote Armee 1920 durchsetzen konnte und Odessa Teil der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik wurde.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 konnte die Stadt von August bis Oktober 73 Tage lang verteidigt werden. Die deutsch-rumänische Besatzung begann am 16. Oktober 1941 und endete am 10. April 1944. Odessa war Teil der rumänischen Gebietseinheit Transnistrien und sollte langfristig zu Rumänien gehören. Das rumänische Besatzungsregime war deshalb gegenüber der nichtjüdischen Bevölkerung vergleichsweise milde (Schulen, Hochschulen und Theater blieben geöffnet). Die Kriegsschäden fielen in Odessa nicht so verheerend aus wie in anderen ukrainischen Städten. Nach der Besatzung war die Stadt regionales Verwaltungszentrum der Ukrainischen Sowjetrepublik und gehört seit dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion 1991 zur Ukraine. In den Transformationsjahren kam es zu einer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Neuordnung in der Stadt. Eine Städtepartnerschaft mit Regensburg besteht seit 1990.

Wirtschaft und Verkehr

Odessa ist vor allem eine Handelsstadt. Ihr Aufstieg war insbesondere Folge des Getreidehandels, der bis etwa 1860 fest in griechischer Hand war. Mit der zunehmenden Armut in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte die Floskel von der „zufälligen Stadt“ die Runde, die von Neidern in der Region und der russischen Hauptstadt geprägt wurde. Odessa sei künstlich aus dem Boden gestampft worden und habe seinen Aufstieg allein günstigen Begleitumständen zu verdanken, wie etwa dem Status als Freihafen (bis 1859). Der Stadt fehle es an Substanz; sie lebe auf Kosten der anderen und solle endlich ‚richtig russisch‘ werden. Der Anschluss ans Eisenbahnnetz (1865) verlief schleppend und sorgte schließlich nicht für die erhoffte wirtschaftliche Belebung.

Odessas Seehafen ist der größte der Ukraine und bis heute ein wichtiger Arbeitgeber. In den vergangenen Jahren mussten viele unrentable Industriebetriebe schließen, was sich auf der anderen Seite positiv auf die Umwelt-, vor allem die Wasserqualität, ausgewirkt hat und damit auf die Stellung Odessas als eines der wichtigsten touristischen Zentren und einer der bedeutendsten Kurorte der Ukraine.

Neben dem Beherbergungs- und Bewirtungsgewerbe spielt vor allem der Einzelhandel eine große Rolle: Der „Siebte Kilometer“ außerhalb der Stadt ist einer der größten Märkte Osteuropas, seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert befindet sich im Zentrum der Lebensmittelmarkt „Privoz“, und die Straßen um den „Alten Pferdemarkt“ verwandeln sich an den Wochenenden in einen riesigen Trödelmarkt; der „Neue Markt“ ist einer der ältesten der Stadt. Im Frühjahr 2013 gab die EU-Kommission grünes Licht für die Zahlung von Fördermitteln für die Verlängerung der Pipeline Odessa–Brody bis nach Płock in Polen.

Neben seinem imposanten Bahnhof verfügt Odessa über einen internationalen Busbahnhof und einen kleinen Flughafen. Der öffentliche Personennahverkehr ist gut ausgebaut. Wie in allen größeren Städten der ehemaligen Sowjetunion kommt privaten Sammeltaxis (maršrutki) eine große Bedeutung als lokaler Verkehrsträger zu.

Gesellschaft und Bevölkerungsentwicklung

Insbesondere Armenier, Bulgaren, Deutsche, Engländer, Franzosen, Griechen, Holländer, Italiener, Moldawier, Spanier und Türken folgten dem Aufruf des Zaren, sich in der neuen Stadt im Süden Russlands anzusiedeln. Vor allem aber auf Juden, die hier Niederlassungsfreiheit und gleiche Rechte genossen, übte Odessa eine große Anziehungskraft aus. Auch entflohene Leibeigene konnten hier legal sesshaft werden. Hauptsächlich in den ersten Jahren der Stadt wurde diese stark von Ausländern geprägt, deren Wohngebiete einst an den (inzwischen teilweise umbenannten) Straßennamen zu erkennen waren. So verdankte die ulica Remeslennaja (Handwerksstraße) ihren Namen den dort ansässigen deutschen Handwerkern. Der Lustdorfskaja doroga (Lustdorfer Weg), eine der längsten Straßen der Stadt, führt zur früheren gleichnamigen deutschen Siedlung. Das legendäre Viertel der Moldawier trägt bis heute den Namen Moldavanka.

Die ersten deutschen Kolonisten, die dem Lockruf Katharinas II. und Alexanders I. nach Neurussland gefolgt waren, trafen 1803 in der Gegend von Odessa ein. 1804 gab es in Odessa 51 deutsche Handwerker, die in 17 Gewerken tätig waren. Die deutschen Siedler stammten vor allem aus Sachsen, Preußen, Bayern und Württemberg, wovon die Namen ihrer Siedlungen Zeugnis ablegen, von denen es in der Region Odessa etwa 500 gab: Stuttgart, Reutlingen, Tübingen oder Schwieberdingen.[4] Das deutlichste Merkmal der deutschen Präsenz war die „Handwerkerkolonie“, die zunächst eigenen Gesetzen unterlag und selbst verwaltet wurde. Der langjährige Stadtvater Herzog de Richelieu schrieb, in keinem Land der Welt gebe es auf engstem Raum eine solch große Anzahl von Angehörigen verschiedener Völker. Die ethnische Vielfalt trug erheblich zur Toleranz und zum Aufstieg der Stadt bei, machte sie aber auch zur Zielscheibe der Kritik russisch-nationalistischer Kräfte, die immer wieder gegen die „liberalste russische Stadt“ polemisierten. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Straßenschilder russisch und italienisch (die am meisten gesprochenen Sprachen). Beim Zensus 1897 wurden 55 Sprachen gezählt. Um 1900 war etwa die Hälfte der Stadtbevölkerung russischsprachig.[5]

Im Jahr nach der Gründung zählte die Stadt knapp 2.500 Einwohner. Diese Zahl stieg bis 1815 auf 35.000 und bis 1861 auf rund 115.000. Vor dem Ersten Weltkrieg lebten in Odessa dann etwa 630.000 Menschen.[6] Im ausgehenden 19. Jahrhundert waren unter den Einwohnern der Stadt rund 10.000 Deutsche (knapp 3 % der Gesamtbevölkerung).[7]

Die Ausreisewellen nach der Revolution 1917, der Zweite Weltkrieg, Zwangsumsiedlungen, der Holocaust und die Emigration zahlreicher verbliebener jüdischer Bewohner der Stadt seit den 1970er Jahren, vor allem in die USA und ab 1991 nach Deutschland, haben die Bevölkerungsstruktur wohl unumkehrbar verändert. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurden auch die Deutschen aus Odessa deportiert; von den wenigen in der Stadt verbliebenen Deutschen verließen viele während des Krieges die Region in Richtung Deutschland. Seit 1973 leben in Odessa mehr als eine Millionen Menschen. Diese Zahl blieb bis heute weitestgehend konstant. Die Mehrheit stellen (russischsprachige) Ukrainer, die verstärkt nach 1945 aus ländlichen Regionen in die Stadt übersiedelten und im Zuge ihrer Anpassung an das städtische Leben einen Sprachwechsel zum Russischen vollzogen (rund zwei Drittel), und Russen (rund ein Drittel). Heute fällt der Anteil der übrigen Ethnien der Stadt, darunter der Deutschen, kaum mehr ins Gewicht. 2001 bekannten sich etwa 950 Einwohner zur deutschen Nationalität, von denen etwa 100 Deutsch als Muttersprache angaben. Die überwältigende Mehrheit nannte Russisch als Muttersprache (über 80 %).[8]

Das Odessaer Russisch

Der multiethnische Charakter des „Babylon am Schwarzen Meer“ führte zu einer im damaligen Russland einzigartigen Sprachenvielfalt. Mitte des 18. Jahrhunderts hörte man auf den Straßen von den Einheimischen „Russisch, Englisch, Italienisch, Deutsch, Jüdisch, Tatarisch, Polnisch, Türkisch, Griechisch, Bulgarisch, Armenisch, Moldauisch, Ungarisch, Dalmatisch, Französisch, Schwedisch, Spanisch und noch mehrere andere Sprachen.“[9] Unter dem Einfluss dieser Sprachenvielfalt bildete sich so in der Stadt „eine bezaubernde Variante der russischen Sprache“ heraus, die „zu keiner Zeit die Gemüter gleichgültig gelassen hat.“ Die Einschätzungen reichen von „leidenschaftlichen Liebeserklärungen [...] bis hin zu Verteufelungen der verdammenswerten und für die russische Sprache zerstörerischen Odessismen“.[10] Der Schriftsteller Vladimir Žabotinski (Jabotinsky; 1880-1940) schrieb 1930 zu dem Vorwurf, die lingua franca der Stadt wäre ein ‚verdorbenes‘ Russisch, jene sei erstens nicht verdorben und zweitens gar kein Russisch. Diese Sprache zeuge davon, dass die Odessiten einfach anders denken als die befreundeten Nachbarvölker Russen und Ukrainer. Inzwischen ist das Odessaer Russisch allerdings „eine bedrohte sprachliche Varietät.“[11]

Religionsgeschichte

Die Bewohner gehören heute mehrheitlich verschiedenen christlich-orthodoxen Glaubensrichtungen an . Einige religiöse und ethnische Minderheiten (z. B. Juden, Deutsche, Muslime, Bulgaren, Armenier oder Griechen) verfügen über eigene kulturelle und religiöse Zentren. Die erste deutsche Kirche entstand bereits 1804 im 20 km entfernten Gross Liebenthal (heute Velikodolinskoe) für die umliegenden evangelischen Siedlungen wie Lustdorf, Alexanderhilf, Neuburg oder Freudenthal. In Odessa selbst wurde 1827 eine lutherische Kirche errichtet. Der erste deutsche Pfarrer war von 1803 bis 1811 Johann Heinrich Christian Pfersdorf aus Thüringen.

Deutsches Wahrzeichen der Stadt ist die von dem Architekten Hermann Scheurembrandt im neuromanischen Stil erbaute und 1897 geweihte St.-Pauls-Kirche. Die Kirche wurde 1937 geschlossen und verfiel zusehends. Der letzte Pfarrer, Karl Vogel (seit 1933), wurde im gleichen Jahr vom NKWD erschossen. 1966 konnten Odessaer Bürger zwar den geplanten Abriss des Gotteshauses noch verhindern, das Gebäude brannte 1976 aber vollständig aus. Im Jahr 2005 begann der Wiederaufbau mit Mitteln aus Deutschland, vor allem aus Bayern. So wurde die größte Glocke von der Partnerstadt Regensburg gestiftet. Seit 2010 ist die Kirche wieder geöffnet. Ihr ist eine diakonische Sozialstation angegliedert.

Jüdische Geschichte

Ein jüdischer Grabstein mit der Jahreszahl 1770 lässt darauf schließen, dass Juden bereits vor der eigentlichen Stadtgründung in der Region ansässig waren. 1795 lebten in der Stadt 250 jüdische Bürger.[12] In den Folgejahren wanderten Juden vor allem aus Wolhynien, Podolien und Litauen ans Schwarze Meer aus, später kamen Juden aus Deutschland und Galizien nach Odessa, insbesondere aus dem galizischen Brody, nach dem 1841 eine der größten Synagogen benannt wurde. Damals lebten bereits rund 12.000 Juden in der Stadt.[13] Wegen der Schwierigkeiten, sich in den Metropolen Sankt Petersburg und Moskau/Moskva niederzulassen, war Odessa ein Anziehungspunkt für säkulare und gebildete Juden aus dem gesamten Zarenreich. Dank des liberalen Klimas in der Stadt genossen diese weitreichende Rechte und brachten sich aktiv in die Belange der Stadt ein. Juden waren vor allem im medizinischen Bereich, im Handel und Bankengewerbe oder als Anwälte tätig. Das oft bemühte Klischee von der wohlhabenden jüdischen Oberschicht der Stadt entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Die meisten Juden gehörten zur städtischen Mittelschicht und ein Drittel lebte in Armut. Odessa sollte Ende des 19. Jahrhunderts eines der Zentren der zionistischen Bewegung werden (insbesondere „Palästinensisches Komitee“ um Leon Pinsker [1821-1891]), die angesichts zunehmender antijüdischer Ressentiments bis hin zu Pogromen immer größeren Zulauf fand. Um 1900 war mehr als jeder dritte Einwohner Odessas Jude. Dieser Anteil hatte sich seit 1854 beinahe verdoppelt.[14]

Bereits 1826 wurde die erste russisch-jüdische Schule gegründet, die unter ihrem Direktor Basilius Stern (1798-1853) nicht nur in Neurussland ein hohes Ansehen genoss. Eine Mädchenschule folgte 1835, und Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Odessa rund 70 jüdische Bildungseinrichtungen. Heute sind es immerhin wieder sechs Schulen mit regulärem Unterricht. Jüdische Schüler besuchten jedoch auch öffentlich-staatliche Schulen und Gymnasien, nicht zuletzt das angesehene Richelieu-Lyzeum, an denen 1902 beinahe 10 % der Schüler jüdischer Herkunft waren.
(siehe unten auch „Wissenschaft“)

Eine erste Synagoge wurde bereits unmittelbar nach der Stadtgründung Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. An ihrer Stelle steht seit 1859 die Hauptsynagoge, die nach Zweckentfremdung als Naturkundemuseum und Turnhalle in sowjetischer Zeit seit 1997 wieder als Gebetshaus und Begegnungsort genutzt wird. Anfang des 20. Jahrhunderts zählte Odessa etwa 70 Synagogen und kleinere Gebetshäuser. Zu Beginn der 1990er Jahre war nur noch eine Synagoge in Betrieb.

Die Stadt hat eine zentrale Bedeutung für die jüdische Kultur und Wissenschaft. (siehe unten auch „Literatur, Musik, Film“)

Im Zuge der liberalen Reformen Alexanders II. in den 1860er Jahren wechselte die jüdische Gemeinde der Stadt zunehmend vom Jiddischen und Deutschen zum Russischen und trug so maßgeblich zur Stärkung des russischen Charakters der von Ausländern geprägten Stadt und nicht zuletzt der Gemeinde selbst bei. Von Juden begründete karitative Einrichtungen, die allen Bürgern offenstanden, spielten eine große Rolle für den sozialen Zusammenhalt.

Das Zusammenleben von Juden und übriger Bevölkerung war jedoch auch in Odessa nicht frei von Spannungen: Die Stadt war Schauplatz des ersten Pogroms in Russland (1821), dem in Odessa sieben weitere folgten, das größte davon im Oktober 1905 mit 299 Opfern an vier Tagen. Während des Zweiten Weltkriegs beteiligten sich die aus Vertretern der deutschen Minderheit rekrutierten „Selbstschutz-Einheiten“ aktiv an der Ausrottung ihrer jüdischen Mitbürger. Die deutschen Besatzer und ihre rumänischen Verbündeten verbrannten am 19. Oktober 1941 etwa 25.000 Odessiten jüdischer Nationalität, an die heute ein Denkmal erinnert. Im Zuge einer Vergeltungsaktion für einen Anschlag gegen die Okkupanten (67 Tote) wurden Tausende Juden ermordet; im Odessaer Ghetto starben weitere Tausende, und eine viel größere Zahl wurde in die Vernichtungslager deportiert.[15] Von diesen Gräueltaten konnte sich die jüdische Gemeinde Odessas nie wieder erholen; der jüdische Anteil an der Gesamtbevölkerung fällt heute kaum mehr ins Gewicht, was auch auf die Auswanderung vieler der verbleibenden Juden der Stadt zurückzuführen ist.

Besondere kulturelle Institutionen

Wichtigste kulturelle Einrichtung und architektonisches Wahrzeichen der Stadt ist die von Ferdinand Fellner (1847-1916) projektierte und 1887 eröffnete Oper. Ferner sind das Russische und das Ukrainische Theater, die in der Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Neuen Börse befindliche Philharmonie, die Musikalische Komödie sowie die zahlreichen Museen zu nennen, insbesondere das Literaturmuseum, das Stadtgeschichtliche Museum und das bereits 1825 begründete Archäologische Museum. Deutsche Einwohner betrieben mehrere musische Zentren, aus einem von ihnen ging die direkt gegenüber der Kirche St. Paul gelegene heutige Musikalische Akademie hervor. Zentrum der deutschen Kultur und Sprache ist heute das Bayerische Haus. Das nach seinem ersten Besitzer, dem sächsischen Konditor Bernhard Liebmann, benannte Café Liebmann war in Odessa ein beliebter Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen. Mittelpunkt des jüdischen Lebens der Stadt sind vor allem das jüdische Kulturzentrum „Beit Grand“ und das Internationale jüdische Gemeindezentrum „Migdal“.

Wissenschaft

Odessa ist einer der wichtigsten Wissenschaftsstandorte der Ukraine. Die Neurussische Universität ging 1865 aus dem Richelieu-Lyzeum hervor. Einige der renommiertesten Professoren der Neurussischen Universität, der Vorläuferin der heute wichtigsten Hochschule der Stadt, der Staatlichen Menčykov-Universität, waren deutscher Abstammung, wie etwa der bekannte deutschbaltische Historiker Ernst von Stern (1859-1924). Es bestehen darüber hinaus eine große Polytechnische Hochschule sowie kleinere Einrichtungen zur Ausbildung von Juristen, Medizinern, Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaftlern sowie Meeresforschern. Eine jüdische Universität wurde 2007 ins Leben gerufen.

Architektur und Stadtentwicklung

Die regelmäßige Anordnung der Straßen im Zentrum erinnert an die damalige Hauptstadt Sankt Petersburg. Die Gebäude im alten Odessa wurden zunächst im Stil des Empire errichtet, später vor allem im neoklassischen Stil. Der Deutsche Karl Desmet begründete den Botanischen Garten (1822). Ihr europäisches Antlitz verdankt die Stadt nicht zuletzt auch deutschen Architekten wie Hermann Scheurembrandt, Waldemar Kundert oder Paul Ulrich Klein. Der Schaden, den die sowjetische Stadtplanung in Odessa anrichtete, war vor allem im von Kriegsschäden weitestgehend verschonten Stadtzentrum sehr begrenzt. Die nach 1917 im sozialistischen Stil errichteten Bauten, etwa Wohngebiete (insbesondere die nach Parteichef Nikita Sergeevič Chruščëv [Nikita Chruschtschow, 1894-1971] benannten Chruščevy) oder Sanatorien, fügten sich ins Stadtbild ein und verbreiten heute oft einen nostalgischen Charme. Seit 1991 verändert sich die architektonische Ästhetik der Stadt durch zahlreiche Neubauten, wie etwa das Luxuseinkaufszentrum Sady pobedy (Gärten des Sieges) am Platz des 10. April, die ohne Rücksicht auf das gewachsene Stadtbild errichtet werden.

Wahrzeichen der Stadt ist neben der prunkvollen im Stil des Neobarock errichteten Oper die zwischen 1837 und 1841 angelegte Potemkin-Treppe, die vom Hafen ins Stadtzentrum hinaufführt. Zu den bekanntesten Bauten der Stadt gehört ferner die 1898-1899 von dem einheimischen Architekten Lev L'vovič Vlodek (1842-vermutl. 1918) errichtete Passage im Zentrum. Die 1936 von den kommunistischen Machthabern zerstörte russisch-orthodoxe Verklärungskathedrale (Spaso-Preobraženskij Kafedral’nyj Sobor), erstrahlt seit 2010 wieder in altem Glanz.

Literatur, Musik, Film

Vor allem für die russische und die jüdische Literatur hat die Stadt eine weitreichende Bedeutung. Oft ist es kaum möglich und wohl auch nicht sinnvoll, zwischen beiden zu unterscheiden, sofern jüdische Autoren sich des Russischen bedienten. Symbolhaft für die Verschmelzung des russischen und jüdischen Elements steht das weltbekannte literarische Duo Il’ja Arnol’dovič Il’f (Ilja Ilf, 1897-1937) und Jevgenij Petrov (Pseudonym für Jevgenij Petrovič Kataev – Jewgeni Petrow, 1903-1942) (u. a. Die zwölf Stühle, Das Goldene Kalb). Il’f (eigentlich Iechiel Leib Fainsilberg) war Jude und Petrov Russe, und es konnte bislang nicht geklärt werden, welche Teile des gemeinsamen Werks von welchem Autor verfasst wurden.

Der große russische Dichter Aleksandr Sergeevič Puškin (Alexander Puschkin, 1799-1837) lebte in den Jahren 1823/1824 in Odessa, wenn auch anfangs nicht ganz freiwillig: Er war, wie ein Jahr später der polnische Dichterfürst Adam Mickiewicz (1798-1855), in den „staubigen Süden“ verbannt worden und begann hier mit der Arbeit an seinem Meisterwerk Eugen Onegin. Die Schriftstellerinnen Anna Andreevna Achmatova (Anna Achmatowa, 1889-1966) und Vera Michajlovna Inber (1890-1972) wurden in Odessa geboren. Osip Aronovič Rabinovič (1817-1869) gab in Odessa die erste russischsprachige jüdische Zeitung heraus (Rassvet 1860-1861). Mit seinem Roman Kalejdoskop begründete er die russisch-jüdische literarische Tradition. Jakov Petrovič Polonskij (1819-1898) schilderte 1879 seine Eindrücke aus Odessa in dem Roman Deševij Gorod (Die billige Stadt). Der junge Maksim Gor’kij (Maxim Gorki, 1868-1936) machte bei seinen Wanderungen durch Russland 1891 in Odessa Station, wo er sich als Lastenträger im Hafen verdingte. In seiner Erzählung Čelkaš (Tschelkasch, 1895) vermittelte er ein authentisches Bild der schwierigen Arbeitsbedingungen im Odessaer Hafen.

Ihren zentralen Stellenwert für die russischsprachige Literatur erlangte die Stadt  mit Beginn des 20. Jahrhunderts. Aleksandr Ivanovič Kuprin (Alexander Kuprin, 1870-1938) schilderte Odessa immer wieder in seinen Erzählungen. Die Geschichten aus Odessa des Odessiten Isaak Ėmmanuilovič Babel‘ (Isaak Babel, 1894-1940) haben für das literarische Erbe der Stadt einen hohen Stellenwert. Odessa nimmt auch im Leben des Nobelpreisträgers Ivan Alekseevič Bunin (Ivan Bunin, 1870-1953) einen festen Platz ein. Konstantin Georgievič Paustovskij (Konstantin Paustovski, 1892-1962) setzte Odessa in seiner Zeit der großen Erwartungen (1958) ein literarisches Denkmal. Wichtige Vertreter der „Odessaer Schule“ waren etwa Valentin Petrovič Katajev (Valentin Katajew, 1897-1986) und Jurij Karlovič Oleša (Juri Olescha, 1899-1960). Der Kinderbuchautor Kornej Ivanovič Čukovskij (Kornej Tschukowskij, 1882-1962; u. a. Doktor Aibolit) wuchs in Odessa auf und verbrachte hier seine Jugend.

Der zentrale Odessa-Roman ist sicherlich der 1936 im französischen Exil erschienene Roman Pjatero (Die Fünf) des zionistischen Aktivisten Vladimir Evgen'evic Žabotinskij (Vladimir Jabotinsky), ein Abgesang auf das alte Odessa, das schon damals Geschichte war.[16] Weitere bedeutende jüdische Autoren, die in Odessa wirkten, sind Semën Grigor'evich Frug (1860-1916) oder Mordechaj Ben-Ammi (1854-1932). Insbesondere der Prosa-Autor und Dramaturg Semën Solomonovič Juškevič (1868-1927) popularisierte das „jüdische Thema“ und verbreitete wie Isaak Babel die Sprache der Stadt (siehe oben „Das Odessaer Russisch“) im ganzen Land. Wichtige Beiträge zur Etablierung des Jiddischen als Literatursprache leisteten der „jüdische Čechov“ Scholem Alejchem (1859-1916) und Mendele Moicher Sforim (1836-1917), die in Odessa lebten. Der israelische Nationaldichter und Klassiker der hebräischen Poesie, Chaim Nachman Bialik (1873-1934), ist ebenfalls eng mit Odessa verbunden; hier erschienen sein erster Sammelband (1902) und seine erste Gesamtausgabe (1908). Auch der auf Hebräisch schreibende Lyriker und Übersetzer Saul Černichovskij (Saul Tschernichowski, 1875-1943) begann seinen literarischen Weg in Odessa. Semën Markovič Dubnov (Simon Dubnow, 1860-1941) verfasste in Odessa um 1900 einige seiner wichtigsten Arbeiten zur jüdischen Geschichte. Leonid Osipovič Utësov (Leonid Utesov, 1895-1982), der „König des sowjetischen Jazz“, wurde in Odessa geboren. Auch die weltbekannten Geigenvirtuosen David Fëdorovič Ojstrach (David Oistrach, 1908-1974) und Igor’ Davidovič Ojstrach (Igor Oistrach) stammen aus Odessa.

Die Stadt wurde und wird von zahlreichen Interpreten immer wieder besungen, vor allem von Leonid Utësov (Denkmal im Stadtzentrum). Als eines der bekanntesten Lieder gilt das oft kopierte Chanson Ach Odessa, du Perle am Meer von Modest Jefimovič Tabačnikov (1913-1977) aus dem Jahr 1936. Hymne der Stadt ist das Lied von Odessa aus der Operette Die weiße Akazie von Maksim Isaakovič Dunajevskij.

Weltweite Bekanntheit erlangte Odessa durch Sergej Michajlovič Ėjzenštejns (Sergej Eisenstein, 1898-1948) Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin aus dem Jahr 1925. Der in Odessa spielende Roman Zelenij furgon (Der grüne Wagen) von Aleksandr Vladimirovič Kozačinskij (1903-1943) von 1938 wurde von den Odessaer Kinostudios zweimal verfilmt (1959 und 1983). Erwin Geschonneck (1906-2008) spielte am Deutschen Theater, das von 1934-1939 bestand. Aus jüngerer Zeit stammt die zweiteilige musikalische Komödie Primorski bul’var (Boulevard am Meer; 1988) von Regisseur Aleksandr Nikolaevič Polynnikov.

Gedächtnis- und Erinnerungskultur

Der Tag der Stadtgründung wird seit 1844 am 2. September mit zahlreichen Veranstaltungen begangen. Odessa begründete damit eine Tradition in Russland. Zentrale Gedenktage sind der Tag des Sieges am 9. Mai und der Tag der Befreiung der Stadt am 10. April, die an 1945 erinnern. Für das Mahnmal für die Opfer der Repressionen der 1930er und 1940er Jahre fand sich im Stadtzentrum kein Platz. Es findet auf dem Friedhof Nr. 2 nur wenig Beachtung. Am 200. Jahrestag der Stadtgründung 1994 erhielten die meisten Straßen im Stadtzentrum ihre vorrevolutionären Namen zurück. Die Prachtstraße im Zentrum trägt heute den Namen des ersten Statthalters de Ribas. Alte Denkmäler oder Gedenktafeln wurden teilweise durch neue ersetzt, russischsprachige durch ukrainischsprachige. Der jüdischen Geschichte der Stadt widmet sich seit 2002 das von der jüdischen Gemeinde eröffnete Museum „Migdal Schoraschim“; die Ermordung der Juden während des Zweiten Weltkriegs wird im „Holocaust-Museum“ geschildert.

4. Diskurse/Kontroversen

Die Entstehung, Entwicklung und Kultur Odessas sind fest mit Russland verbunden. Nach einem Vierteljahrhundert der Zugehörigkeit zur Ukraine ist Odessa nach wie vor eine russischsprachige Stadt, auch wenn das Ukrainische in den vergangenen Jahren ein wenig an Boden gewinnen konnte und ethnische (russischsprachige) Ukrainer heute die Mehrheit bilden. Trotzdem ist Odessa keine russische Stadt und es entwickelte sich hier ein stärkeres Gefühl der Zugehörigkeit zur Ukraine als im Osten des Landes oder auf der Krim. Damit sind in Odessa die Kräfteverhältnisse zwischen pro-ukrainischen und pro-russischen Kräften gleichmäßiger verteilt als in der West- oder Ostukraine oder der Hauptstadt Kiew, woraus ein gefährliches Konfliktpotential resultiert. Im Zuge der politischen Krise in der Ukraine 2013/2014 blieb es in der Stadt zunächst lange Zeit ruhig. Es schien, als überlagere die urbane Identität der „Heiteren Hauptstadt am Schwarzen Meer“ den russisch-ukrainischen Gegensatz. Am 2. Mai 2014 kamen jedoch bei Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern nach offiziellen Verlautbarungen etwa 50 Menschen ums Leben, die meisten beim Brand des Gewerkschaftshauses auf dem Schnepfenfeld unweit des Hauptbahnhofs. Die genauen Umstände dieser Katastrophe wie auch die Todesursachen vieler Opfer wurden bislang nicht aufgeklärt.[17] Aktuell wird die frühere Zugehörigkeit der Stadt zu Neurussland von russischer Seite missbraucht, um den Fortbestand Odessas innerhalb der Ukraine infrage zu stellen.

5. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Dorotei Atlas: Staraja Odessa: ee druz’ja i nedrugi [Das alte Odessa. Seine Freunde und Feinde]. Odessa 1911 [Nachdruck Odessa 1992].
  • Boris A. Ėdel’man: Prošloe i nastojaščee Odessy [Vergangenheit und Gegenwart Odessas]. Odessa 2012.
  • Viktor Rafailovič Fajtel’berg-Blank, Tat’jana Nikolaevna Kolesničenko: Serebrjanyj vek južnoj palmiry [Das silberne Zeitalter der Palmyra des Südens]. 2 Bde. Odessa 2007.
  • Viktor Rafailovič Fajtel’berg-Blank, Tat’jana Nikolaevna Kolesničenko: Odessa v ėpochu leninskoj i stalinskoj diktatury [Odessa während der Diktatur Lenins und Stalins]. Odessa 2008.
  • Viktor Rafailovič Fajtel’berg-Blank, Boris Nikolaevič Razumnyj: Odessa vo vremja Velikoj Otečestvennoj vojny [Odessa im Großen Vaterländischen Krieg (= Zweiten Weltkrieg)]. Odessa 2009.
  • Oleg Gubar’: Očerki rannej istorii evreev Odessy [Frühe Geschichte der Juden in Odessa]. Odessa 2013.
  • Guido Hausmann: Universität und städtische Gesellschaft in Odessa, 1865-1917: Soziale und nationale Selbstorganisation an der Peripherie des Zarenreiches. Stuttgart 1995 (Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa 49).
  • Patricia Herlihy: Odessa. A history, 1794-1914. Cambridge, Massachusetts 1986.
  • Vera Kalmykova, Vadim [Gerševič] Perel’muter: Odessa – Moskva – Odessa. Jugo-zapadny veter v russkoj literature [Odessa – Moskau – Odessa. Ein südwestlicher Wind in der russischen Literatur]. Moskva 2014.
  • Ė[l’vira] G[ermanovna] Plesskaja-Zebol’d: Odesskie nemcy: 1803-1920 [Die Deutschen von Odessa: 1803-1920]. Odessa 1999.
  • Aleksandr Rapoport (Hg.). Odessa v russkoj poėzii [Odessa in der russischen Dichtung]. Moskva 2012.
  • Aleksandr de-Ribas: Staraja Odessa – istoričeskie očerki i vospominanija [Das alte Odessa – Historische Skizzen und Erinnerungen]. Odessa 1990 [Nachdruck der Erstauflage von 1913].
  • Ė[l’vira] Plesskaja-Zebol’d: Kak ostat’sja verujuščim v period peremen [Von der Bewahrung des Glaubens in Zeiten der Veränderung]. In: Klaus-Jürgen Röpke (Hg.): Cerkov Sv. Pavla Odessa. Cerkov, Obščina, Vera, Partnery [Die Kirche St. Paul zu Odessa. Kirche, Gemeinde, Glaube, Partner]. Lindenberg 2010, S. 72-95.

Weblinks

  • http://www.odessa.ua/ (Offizielle Internetpräsenz der Stadt Odessa. Informationen in ukrainischer, russischer und englischer Sprache)
  • http://www.beit-grand.odessa.ua/ (Jüdisches Kulturzentrum „Beit Grand“ – Informationen zum jüdischen Leben Odessas, Theater, Kindergarten, Jugendclub, Sprachkurse. Informationen in russischer Sprache)
  • http://www.migdal.ru/ (Jüdisches Gemeindezentrum „Migdal“ – Theater, Museum, Angebote für Kinder und Jugendliche, Stadtführungen durch das jüdische Odessa. Informationen in russischer und englischer Sprache)
  • http://www.univer-habad.od.ua/ (Südukrainische jüdische Universität Chabad-Odessa. Informationen in russischer Sprache)
  • http://www.odessa.ua/museums/136/ (Staatliches Literaturmuseum Odessa. Informationen in russischer Sprache)
  • http://opera.odessa.ua/ (Staatsoper Odessa. Informationen in ukrainischer, russischer und englischer Sprache)
  • http://www.bayernhaus.com.ua/ (Bayerisches Haus Odessa - Sprachkurse und Sprachdienstleistungen, kulturelle Veranstaltungen. Informationen in russischer und deutscher Sprache)
  • http://diakonia.od.ua/ (Diakoniestation der Kirche St. Paul in Odessa. Informationen in russischer Sprache. Deutsch in Vorbereitung.)

Anmerkungen

[1] Eduard Edin: Assedo. Literaturnyj Pejzaž [Literarische Landschaft]. In: Slovo/Word 47 (2005). URL: http://magazines.russ.ru/slovo/2005/47/assed3.html/ (Abruf 13.05.2014).

[2] Jan Paul Hinrichs: De mythe van Odessa [Der Mythos von Odessa]. Amsterdam 2011.

[3] Tanya Richardson: Kaleidoscopic Odessa. History and place in contemporary Ukraine. Toronto u.a. 2012, S. 17.

[4] Klaus-Jürgen Röpke: Ne bojsja, maloe stado [Fürchte Dich nicht, kleine Herde]. In: Ders. (Hg.): Cerkov Sv. Pavla Odessa. Cerkov, Obščina, Vera, Partnery [Die Kirche St. Paul zu Odessa. Kirche, Gemeinde, Glaube, Partner]. Lindenberg 2010, S. 50-71, hier S. 50f.

[5] Herlihy: Odessa, S. 242.

[6] Herlihy: Odessa, S. 234.

[7] Herlihy: Odessa, S. 242.

[8] Evgenij Mikolajovič Stepanov: Rosijs’ke Movlennja Odesi [Die russische Sprache von Odessa]. Odessa 2004, S. 61.

[9] Johann Georg Kohl: Reisen in Südrussland. Dresden und Leipzig 1841, S. 56.

[10] Lew Zybatow: Die Sprache von Odessa und von ‚Klein-Odessa‘ (New York, Brighton Beach). In: Ders. (Hg.): Sprachwandel in der Slavia. Die slavischen Sprachen an der Schwelle zum 21. Jahrhunderts. Ein internationales Handbuch, Teil 1. Frankfurt am Main 2000 (Linguistik International 4), S. 941-958, hier S. 941.

[11] Zybatow: Sprache von Odessa (Anm. 10), S. 953.

[12] Herlihy: Odessa, S. 251.

[13] Kohl: Reisen (Anm. 9), S. 51.

[14] Herlihy: Odessa, S. 251.

[15] Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Gedenkstättenportal zu Orten der Erinnerung in Europa: Odessa. URL: http://www.memorialmuseums.org/orte/view/357/Odessa (Abruf 13.06.2014).

[16] Vladimir Žabotinski: Pjatero [Die Fünf]. Char’kov 2011. Dt.: Vladimir Jabotinsky: Die Fünf. Roman. Aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt und Jekatherina Lebedewa. Berlin 2012 (Die andere Bibliothek 336).

[17] Dumskaya.net: Pričiny smerti bol'še poloviny pogibšich v Dome profsojusov do sich por neizvestny [Die Todesursache von über der Hälfte der Opfer im Gewerkschaftshaus ist nach wie vor unklar], 22.5.2014. URL: http://dumskaya.net/news/prichiny-smerti-bolshe-poloviny-pogibshih-v-dome-035963/ (Abruf: 07.06.2014).

Zitation

Kai Witzlack-Makarevich: Odessa/Odesa. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2014. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32498 (Stand 03.11.2014).

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