OME-Lexikon

Reichenberg/Liberec

1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Reichenberg

Amtliche Bezeichnung

tschech. Liberec

Etymologie

Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig belegt. Da sich die Ansiedlung nicht durch besonderen Reichtum auszeichnete, wird vermutet, dass deutsche Siedler den Namen „Reichenberg“ mitbrachten oder dieser auf reiche Bodenschatzvorkommen zurückgeht.

Historische Bezeichnungen

Unter anderem sind folgende deutsche Bezeichnungen überliefert: Reychinberch, Reychmberg, Reichmberg, Richemberg. Im Tschechischen entstand durch Wandel von r > l am Silbenanfang aus Rychberg über Lychberg, Libercum und Liberk schließlich die moderne Bezeichnung Liberec.

2. Geographie

Lage

Reichenberg liegt im Norden der Tschechischen Republik südöstlich des Dreiländerecks  von Deutschland, Polen und Tschechien auf 50° 46′ nördlicher Breite und 15° 3′ östlicher Länge, 374 m ü. NHN (Stadtgebiet), ca. 90 km nordöstlich von Prag/Praha.

Topographie

Die Stadt liegt an der Lausitzer Neiße (Lužická Nisa) (dt. auch Görlitzer Neiße) zwischen dem Jeschken- (Ještědský hřbet) und dem Isergebirge (Jizerské hory) im Reichenberger Kessel (Liberecká kotlina). Der Hausberg der Stadt ist der 1012 m hohe Jeschken (Ještěd).

Reichenberg ist bekannt für sein raues Klima, weshalb der tschechische Dichter Jan Neruda 1863 von einer ungemütlichen Stadt (mit vernachlässigten Häusern) schrieb. Dennoch gilt Liberec als eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität in Tschechien.

Region

Nordböhmen (Severní Čechy)

Staatliche und administrative Zugehörigkeit

Tschechische Republik (Česká republika), Reichenberger Region (Liberecký kraj)

3. Geschichte und Kultur

Gebräuchliche Symbolik

Wappen von Reichenberg [Foto: Wikimedia Commons, Autor: Rawac].

Das Wappen der Stadt Liberec ist weitestgehend mit dem Reichenberger Stadtwappen identisch. Es zeigt zwei Türme und einen einschwänzigen goldenen Löwen sowie ein Rad aus dem Wappen des Adelsgeschlechts von Redern.

Gebräuchliche oder historische Beinamen

Zweite Landeshauptstadt, Hauptstadt Deutschböhmens (1918), Tuchmacherstadt, Textilstadt, Stadt der Banken, Stadt der Architektur, Wien des Nordens, böhmisches Manchester.

Mittelalter

Die Gründung der Siedlung erfolgte 1278 und die urkundliche Ersterwähnung als Stadt Reychinberch 1352. Dieser vergleichsweise späte Zeitpunkt ist auf ihre geographische Lage zurückzuführen. Sie lag abseits der wichtigen Handelsstraße von Prag über Jungbunzlau/Mladá Boleslav nach Zittau und Görlitz/Zgorzelec, die bereits nach dem benachbarten Deutsch Gabel/Jablonné v Podještědí nach Norden abbog. Aufgrund des Stadtnamens wird von einer deutschen Gründung ausgegangen. Wie in anderen Gebieten der Lausitz und Schlesiens galt für Reichenberg und die zugehörigen Dörfer das Magdeburger Recht mit fränkischen Einflüssen. Die Stadt unterstand dem Oberhof von Leitmeritz/Litoměřice. Das älteste erhaltene Reichenberger Stadtbuch umfasst die Jahre 1542–1564. Das älteste erhaltene Einwohnerverzeichnis (1560) enthält ausschließlich deutsche Familiennamen.

Die ersten Besitzer der Ortschaft Reichenberg innerhalb der Herrschaft Friedland gehörten dem aus Meißen stammenden Geschlecht Biberstein an, in dessen Besitz sich die Stadt bis zum Tod Christophs von Biberstein im Jahr 1551 als erbliches Lehen der böhmischen Krone befand.

Neuzeit

König Ferdinand zog die Herrschaft Friedland mit Reichenberg und Seidenberg 1552 als verwahrlostes Kronlehen ein. Reichenberg verblieb bis 1558 in seinem unmittelbaren Besitz und wurde von einem königlich bestellten Hauptmann verwaltet.

1558 veräußerte Ferdinand die Herrschaft Friedland für 40.000 Taler an den Lutheraner Friedrich Freiherr von Rödern (Redern, gest. 1564). Der darauf folgende Aufstieg der Stadt ist in besonderer Weise mit dem Namen Joachim Ulrich von Rosenfeldt (1525–1591) verbunden, der die Stadt im Auftrag der in Breslau/Wrocław residierenden Familie von Rödern verwaltete und „für Reichenberg ein wahrer Vater wurde“[1]. Die wachsende Bedeutung der Stadt führte 1577 zur Verleihung des Stadtrechts, einschließlich eines Wappens und Jahrmarktprivilegs, durch Kaiser Rudolf II. (1552–1612). Unter den Röderns begann Reichenbergs Entwicklung zur Tuchmacherstadt. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 wurde der Besitz der Familie Rödern eingezogen und nach einem kurzen Intermezzo, als heimgefallenes Kronlehen im Besitz von Kaiser Ferdinand II. (1578–1637), 1622 zum Preis von 150.000 rheinischen Gulden Albrecht von Wallenstein (Waldstein, 1583–1634) vermacht. Wallenstein ist es zu verdanken, dass die Stadt im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) verschont blieb, während es im übrigen Böhmen immer wieder zu verheerenden Plünderungen kam. Nach Wallensteins Ermordung fiel Reichenberg an Graf Matthias Gallas (1588–1647). Als mit Philipp Josef Gallas 1757 dessen Familie ausstarb, fiel die Stadt seinem Neffen Christian Philipp von Clam-Gallas (1748–1805) zu. Der Übergang von der Handwerks- zur Industriestadt erfolgte dann unter dessen Sohn Christian Christoph von Clam-Gallas (1771–1838). Zusammen mit Prag wurde Reichenberg 1850 erste sogenannte Statutarstadt in Böhmen und erhielt im gleichen Jahr eine Gemeindeordnung.

Zeitgeschichte

Stadtansicht von Reichenberg 1921 [Foto: Herder-Institut Marburg, Bildarchiv Inventar Nr. 185205].
Stadtansicht von Reichenberg 1921 [Foto: Herder-Institut Marburg, Bildarchiv Inventar Nr. 185205].

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Reichenberg Forderungen nach einem unabhängigen Deutschböhmen laut. Am 29. Oktober 1918 wurde Reichenberg zur Hauptstadt der kurzlebigen Provinz Deutschböhmen erklärt. Tschechoslowakisches Militär beendete jedoch die Unabhängigkeitsbestrebungen. In der Zwischenkriegszeit wurde die Stadt Zentrum der völkischen sudetendeutschen Bewegung[2] um den Prager Professor Erich Gierach (1881−1943). Mit der deutschen Annexion der tschechoslowakischen Randgebiete im Oktober 1938 wurde Reichenberg ins Deutsche Reich eingegliedert und Verwaltungszentrum des neuen „Reichsgaus Sudetenland“. Dieser galt aufgrund des „gewaltigen Umfangs der politischen und gesellschaftlichen Gleichschaltung“ auch als „Mustergau“[3] bezeichnet. Mit dem Ziel der wissenschaftlichen Legitimierung des „Volkstumskampfes“ kam es im Oktober 1940 zur Gründung der Sudetendeutschen Anstalt für Landes- und Volksforschung (SALV).

Die Stadt wurde im Mai 1945 durch sowjetische und tschechische Truppen eingenommen. Anschließend gehörte die Stadt wieder zur Tschechoslowakei (seit 1993 zur Tschechischen Republik). Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Zwangsaussiedlung der deutschen Bevölkerungsmehrheit.

Bevölkerung

Infolge des Dreißigjährigen Krieges, der Abwanderungen von Protestanten im Zuge der Gegenreformation unter dem anfänglich strengen Regiment Wallensteins sowie infolge der Pest von 1680 ging die Bevölkerungszahl der aufstrebenden Tuchmacherstadt stark zurück. Der Verlust konnte erst im 18. Jahrhundert kompensiert werden. Um 1850 war Reichenberg schließlich nach Prag die bevölkerungsreichste Stadt in den böhmischen Ländern und das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordböhmens.

Die endgültige Aufhebung der Leibeigenschaft (Erbuntertänigkeit) in Österreich 1848 hatte eine Zunahme der Binnenmobilität zur Folge. Vor allem die Textilindustrie in Nordböhmen zog zahlreiche Arbeitskräfte an, wodurch in Reichenberg eine relativ starke tschechische Minderheit entstand.[4] Einer der führenden politischen Vertreter der Deutschböhmen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Reichenberger Unternehmer Karl Herzig (1803–1849). Zwischen 1880 und 1890 ging der Anteil der Tschechen an der Bevölkerung Reichenbergs dann trotz wachsender Einwohnerzahl zunächst von 9,1 % auf 5,4 % zurück, um dann bis um 1900 wieder anzusteigen.[5] In diesem Zeitraum kündigte sich infolge von Binnenmigrationsbewegungen innerhalb Böhmens dann eine Verschiebung im Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen zugunsten des tschechischen Bevölkerungsanteils an. Tschechen waren unter den einfachen Arbeitskräften und Dienstboten, aber vor allem auch unter den Staatsbeamten zahlreich vertreten, da diese vorzugsweise in deutschsprachige Gebiete entsandt wurden und gegenüber deutschen Kandidaten aufgrund ihrer Zweisprachigkeit im Vorteil waren. Diese Erfolge der Tschechen stießen bei den Deutschböhmen auf Widerstand und leisteten deren Radikalisierung Vorschub. Der Besuch Kaiser Franz Josephs I. (1830–1916) in Reichenberg im Jahr 1891 wurde von Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten überschattet. Unter den deutschböhmischen Städten stellte Reichenberg einen Führungsanspruch, der mit der deutschböhmischen Ausstellung 1906 unterstrichen wurde.[6] 1935 lebten in Reichenberg noch rund 30.000 Deutsche.[7] Nach der Ausweisung der deutschen Bevölkerung zogen zahlreiche Neusiedler aus anderen Landesteilen der Tschechoslowakei in die Stadt. Die Einwohnerzahl von 1930 wurde aber erst 1980 wieder erreicht.

Bevölkerungsentwicklung seit 1648 im Überblick, ab 1869 unter Berücksichtigung sämtlicher heutigen 32 Stadtteile:[8]

 

JahrEinwohner
16481.600
17303.000
17896.594
18017.763
182710.367
186950.252
188060.198
189068.135
190079.470
191089.312
192184.845
193095.623
195069.663
196178.193
197084.046
198095.924
1991101.162
200199.102
2014102.301

Wirtschaft

Reichenberg, vom Bahnhof aus gesehen, vor 1945 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 185223].
Reichenberg, vom Bahnhof aus gesehen, vor 1945 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 185223].
Bahnhof Reichenberg 1918 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 129172].
Bahnhof Reichenberg 1918 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 129172].

Bis ins 18. Jahrhundert war die Stadt vom Bergbau geprägt. Abgebaut wurden Eisenerz, Silber, Kupfer, Blei und Zinn. Die Lagerstätten waren jedoch bald erschöpft und insbesondere Weberei und Tuchmacherei nahmen einen raschen Aufschwung und Reichenberg stieg zur wichtigsten Tuchmacherstadt Böhmens auf.

Für die Habsburger gewann die Stadt vor allem nach dem Verlust Schlesiens (1742) an Bedeutung. Durch die Zollmaßnahmen im Zuge der Josephinischen Reformen erlangte Reichenberg „um 1800 eine nie gekannte Stellung als Industrie- und Handelsstadt“[9].

Die maschinelle Produktion löste die herkömmliche Hausindustrie ab (erste Dampfmaschine 1835, kurz darauf erste maschinelle Weberei), was zunächst eine hohe Erwerbslosigkeit hervorrief. So wurde Nordböhmen mit der Region Reichenberg zu einem Zentrum der Arbeiterbewegung der Habsburgermonarchie. Ab 1877 hatte das Zentralkomitee der österreichischen Sozialdemokratie hier einige Jahre seinen Sitz. 1828 legten die Gebrüder Liebieg mit der „Fabrikation halbwollener Westen- und Hosenstoffe“ den Grundstein für das Familienimperium Liebieg & Comp., das zu einem der größten Textilunternehmen Europas werden sollte. Um 1850 war Reichenberg ein führendes Industriezentrum der Monarchie. In der Reichenberger Baumwollindustrie stieg die Anzahl der Webereien zwischen 1866 und 1878 von 26 auf 93 und die Zahl der Beschäftigten von 4.360 auf 24.681, sodass die Stadt um die Jahrhundertwende in der Textilindustrie Böhmens eine „übermächtige Position“[10] einnahm. 63 % aller Spindeln der böhmischen Länder standen im Reichenberger Kammerbezirk. Ausdruck der Bedeutung der Stadt für diese Industrie war 1920 die Gründung des „Allgemeinen Deutschen Textilverbandes“, des größten deutschen Fachverbandes in der Tschechoslowakei. Von 1907 bis etwa zum Ersten Weltkrieg bestand die Reichenberger Automobil Fabrik. Weitere wichtige Industriezweige waren Metallverarbeitung und die Nahrungs- und Genussmittelerzeugung.

1859 erfolgte der Eisenbahnanschluss Reichenbergs (Bahnlinien nach Turnau/Turnov und Zittau). Ein Jahr später folgte die Linie nach Pardubitz/Pardubice, 1875 nach Görlitz, 1888 nach Gablonz an der Neiße/Jablonec nad Nisou) und 1903 schließlich nach Böhmisch-Leipa/Česká Lípa). Bis heute ist die Stadt regionaler Eisenbahnknotenpunkt mit guter Anbindung nach Deutschland (Zittau und Dresden) und Polen (Hirschberg/Jelenia Góra). Die erste Straßenbahnlinie verkehrte ab 1897 zwischen dem Bahnhof und dem Volksgarten.

Religions- und Kirchengeschichte

Die erste Holzkirche wurde 1360 errichtet, in den Hussitenkriegen 1449 zerstört und anschließend wiedererrichtet. Erst 1587 wurde mit der Stadtkirche (Erzdekanatskirche des hl. Antonius, Kostel svatého Antonína Velikého) auf dem Neustädter Platz der erste steinerne Kirchbau vollendet.

Der Protestantismus verbreitete sich in der Reichenberger Gegend unter Joachim von Biberstein (1521–1544). Als die Bibersteins 1551 ausstarben, war die Bevölkerung überwiegend protestantisch. [11] Die Gegenreformation setzte nach dem Abzug der Schweden 1649 in vollem Umfang ein. Zahlreiche Familien flohen in die Lausitz, woraufhin ihr Besitz eingezogen wurde.

Synagoge in Reichenberg [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 185270].
Synagoge in Reichenberg [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 185270].

Spuren jüdischen Lebens lassen sich in Reichenberg bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, als 1582 rund 50 jüdische Familien in der Stadt eintrafen, die vor der Pest aus Prag geflohen waren. Wegen ihrer Heterogenität (Assimilierung, Konfessionswechsel) ist die Größe der jüdischen Gemeinde Reichenberg schwer zu beziffern.

1799 wurde das erste grundherrschaftliche Judenverbot für die Stadt verhängt, das 1810 erneuert wurde. Erst in den 1860er-Jahren kamen die Juden in Böhmen in den Genuss des Rechts auf freie Wahl des Wohnsitzes und der freien Berufsausübung. Bis dahin durften sie in der Stadt keinen festen Wohnsitz nehmen. Daraufhin ließen sich in Reichenberg zahlreiche jüdische Familien nieder, es folgten die Gründung der Israelitischen Kulturgemeinde und verschiedener jüdischer Vereinigungen, etwa der Chewra Kadischa (Begräbnisverein) 1864. Ein jüdischer Friedhof bestand seit 1865. Nach mehrjähriger Bauzeit wurde 1889 die Reichenberger Synagoge, ein vom Wiener Architekten Karl König (1841–1915) entworfener Kuppelbau im Stil der Neorenaissance, eingeweiht, der im November 1938 niedergebrannt wurde. Gemessen an ihrer Gemeindegröße spielten Juden für die wirtschaftlichen Geschicke der Stadt eine überdurchschnittlich große Rolle.[12]

Zwischen 1886 und 1938 lebten etwa 5.800 Juden zumindest zeitweilig in Reichenberg.[13] Andere Quellen setzen diese Zahl im gleichen Zeitraum mit etwa 1.400 Personen (3,6 % der Gesamtbevölkerung) jedoch wesentlich niedriger an.[14]

"Bau der Versöhnung" - die neue Bibliothek an der Stelle der zerstörten Synagoge in Reichenberg [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].
"Bau der Versöhnung" - die neue Bibliothek an der Stelle der zerstörten Synagoge in Reichenberg [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].

Nach der Annexion der tschechoslowakischen Randgebiete durch Deutschland 1938 flohen die meisten Juden aus Reichenberg. Für einen Großteil von ihnen bedeutete diese Flucht jedoch keine Rettung. Die Deportationen der wenigen verbliebenen Juden begannen 1942. Von der „Arisierung“ des jüdischen Besitzes profitierte nicht zuletzt der Reichsstatthalter und künftige Gauleiter Konrad Henlein (1898–1945), der schon kurz nach dem deutschen Einmarsch die Villa des jüdischen Tuchhändlers Julius Hersch (1875–1948) bezog.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich Juden aus der Karpato-Ukraine, die in der Zwischenkriegszeit zur Tschechoslowakei gehört hatte, in der Stadt nieder, und es kam zu einer Neukonstitution des jüdischen Lebens in der Stadt. 1948 zählte die jüdische Gemeinde wieder über 1.000 Personen.[15] Heute gehören der jüdischen Gemeinde in Reichenberg rund 120 Personen an.[16] Am 9. November 2000 wurde an der Stelle der zerstörten Synagoge der aus Bibliothek und Synagoge bestehende „Bau der Versöhnung“ eröffnet. Die Synagoge wurde in Form eines halben Davidsterns errichtet. Heute erinnert eine Gedenkstätte im Taharahaus am jüdischen Friedhof an die Reichenberger Opfer des Holocaust.

Besondere kulturelle Einrichtungen

Theater und Post am Altstädter Platz in Reichenberg, 1924 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 136905].
Theater und Post am Altstädter Platz in Reichenberg, 1924 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 136905].
Kaiser Franz-Joseph-Bad in Reichenberg, um 1905 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 128227].
Kaiser Franz-Joseph-Bad in Reichenberg, um 1905 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 128227].

Reichenberg ist das kulturelle Zentrum Nordböhmens. Die Stadt verfügt über zahlreiche Museen und mehrere ständige Bühnen. Zu nennen ist hier in erster Linie das nach Plänen der Wiener Architekten Ferdinand Fellner (1847–1916) und Hermann Helmer (1849–1919) errichtete ehemalige Stadttheater, heute Divadlo Františka Xavera Šaldy, benannt nach dem Kunstwissenschaftler und Schriftsteller František Xaver Šalda (1867–1937), das 1883 mit Schillers Wilhelm Tell eröffnet wurde. Sein Vorgänger, das 1820 von der Tuchmacherzunft erbaute Zunfttheater, wurde 1879 durch einen Brand zerstört.

Die Regionalgalerie Liberec (Oblastní galerie v Liberci) zählt zu den renommiertesten Einrichtungen dieser Art in Tschechien und ist seit 2014 im eigens zu diesem Zweck umgebauten Franz-Joseph-Stadtbad (Městské lázně Františka Josefa I.) untergebracht. Die ständige Ausstellung zeigt tschechische Kunst des 20. Jahrhunderts sowie niederländische, französische, deutsche und österreichische Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Zahlreiche Exponate stammen aus der Sammlung des Reichenberger Industriellen und Kunstmäzens Heinrich Liebieg (1839–1904).

Innenansicht des zur Galerie umgebauten Kaiser Franz-Joseph-Stadtbads (tschech. Městské lázně Františka Josefa I.) [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].
Innenansicht des zur Galerie umgebauten Kaiser Franz-Joseph-Stadtbads (tschech. Městské lázně Františka Josefa I.) [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].
Das Nordböhmische Museum (tschech. Severočeské Muzeum) im Villenviertel der Stadt [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].
Das Nordböhmische Museum (tschech. Severočeské Muzeum) im Villenviertel der Stadt [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].

Das Nordböhmische Museum (Severočeské muzeum) wurde 1873 auf Anregung örtlicher Unternehmer als Kunstgewerbemuseum begründet und befindet sich seit Ende des 19. Jahrhunderts im Villenviertel der Stadt (Architekten: Friedrich Ohmann, 1858−1927), Hans Griesebach, 1848−1904). Der Turm des historistischen Gebäudes wurde dem Turm des alten Rathauses (1603–1893) nachempfunden. Die Textilsammlungen dokumentieren die Entwicklung dieses Gewerbes in Nordböhmen.

Das 1922–1923 im Stil des Art déco errichtete städtische Lichtspielhaus wird derzeit aufwendig restauriert; es beherbergt ein Kino und ein Kulturcafé für Lesungen, Konzerte und Theater (Kino Varšava).

Bildung und Wissenschaft

Die Technische Universität Liberec (Technická univerzita v Liberci) ging 1995 aus der 1953 gegründeten Hochschule für Maschinenbau Liberec (Vysoká škola strojní v Liberci) hervor. Sie verfügt über sechs Fakultäten und unterhält Kontakte zu rund 200 wissenschaftlichen Einrichtungen in der ganzen Welt. Zusammen mit der Hochschule Zittau/Görlitz und der Technischen Universität Breslau ist sie Teil der Neisse University. Das englischsprachige Studium sieht Aufenthalte an allen drei Standorten vor.

Zeitungsgeschichte ab 1848

Unter den verschiedenen deutschen Blättern, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Reichenberg erschienen, ist insbesondere die seit 1859 als Tageszeitung erscheinende Reichenberger Zeitung (Verlag Gebrüder Stiepel) zu nennen. Diese nahm "neben den Prager Blättern eine durchaus gleichberechtigte Stellung ein, ist deutsch-fortschrittlich und in Böhmen stark verbreitet."[17] 1938 wurde die Zeitung auf Betreiben der Nazis eingestellt und ging im NSDAP-Hauptorgan im Reichsgau Sudetenland Die Zeit auf, die zuvor als Parteiorgan der Sudetendeutschen Partei (SdP) fungierte. Ab 1885 erschien in Reichenberg ferner die Tageszeitung der deutschen Volkspartei in Böhmen, die Deutsche Volkszeitung (Verlag Gerzabel). Sozialdemokratisch beeinflusste Blätter waren das Zentralorgan der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs, Der Freigeist. Organ der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei für Nordböhmen, Der Volksfreund, Der Radicale und Arbeiterpresse/Neue Arbeiterpresse. Ferner erschienen zahlreiche weitere deutschsprachige Zeitungen, die sich jeweils an ein besonderes Fachpublikum richteten, etwa die Mitteilungen des nordböhmischen Gewerbemuseums, die Allgemeine Österreichische Industriezeitung, die Deutsche Apothekerzeitung oder das Allgemeine Sportblatt: Illustrierte Wochenschrift für alle Sportzweige.

Anfang des 20. Jahrhunderts und verstärkt in der Zwischenkriegszeit kamen weitere deutschsprachige Blätter hinzu, oft mit eindeutiger politischer Ausrichtung: Gewerkschaftliche Rundschau. Zeitschrift der Zentralgewerkschafts-Kommission des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Tschechoslowakei, Kämpfer. Kommunistisches Tagblatt für West- und Südböhmen, Vorwärts. Kommunistisches Tagblatt für Nord- und Ostböhmen, Der Wegweiser. Mit den Nachrichten der Sudetendeutschen Partei sowie Der Kamerad. Nachrichtenblatt im Kreise 4.

Alltagskultur

Reichenberg ist ein attraktiver Erholungs- und Urlaubsort und kann auf eine lange Wintersporttradition zurückblicken. So fanden auf der 1909/1910 vom Deutschen Gebirgsverein für das Jeschken- und Isergebirge aus Holz errichteten Rodelbahn am Jeschken (heute sind nur noch Überreste erkennbar) 1914 die ersten Europameisterschaften im Rennrodeln statt, die der für Böhmen startende Einheimische Rudolf Kauschka (1883–1960) für sich entscheiden konnte. Auch bei den letzten Europameisterschaften auf dieser Bahn im Jahr 1939 siegte mit Fritz Preißler (1908–1948) ein Reichenberger. Nach dem kurz zuvor vollzogenen Anschluss der tschechoslowakischen Randgebiete fanden die ursprünglich an die Tschechoslowakei vergebenen Titelkämpfe im Deutschen Reich statt, wobei die Rodler aus den annektierten Gebieten, wie etwa auch die Zweitplatzierte bei den Damen, Waltraud Grassl, für die Tschechoslowakei an den Start gingen, um den Schein einer internationalen Meisterschaft zu wahren. Tschechen und Slowaken traten nicht zu den Wettbewerben an.

2009 wurden in der Stadt die 47. Nordischen Skiweltmeisterschaften ausgetragen. Im zehn Kilometer entfernten Friedrichswald/Bedřichov findet seit 1968 der Isergebirgslauf statt. 2015 waren im Hauptlauf über 50 km über 4.000 Teilnehmer am Start. Die örtlichen Fußball- und Eishockeymannschaften FC Slovan Liberec bzw. Bílí Tygři Liberec zählen zu den besten des Landes und sind regelmäßig in den europäischen Wettbewerben vertreten.

Architektur und städtebauliche Entwicklung

Rathaus Reichenberg, um 1940. Das 1893 fertiggestellte Neorenaissance-Rathaus ist architektonisches Wahrzeichen des alten Reichenberg. [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 136907].
Rathaus Reichenberg, um 1940. [Herder-Institut Marburg, Bildarchiv Inventar Nr. 136907].
Schloss Reichenberg, 1918 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 185372].
Schloss Reichenberg, 1918 [Foto: Herder-Institut Bildarchiv Inventar Nr. 185372].

Die gotischen Stilformen der dreischiffigen Stadtkirche (Erzdekanatskirche des hl. Antonius, Kostel svatého Antonína Velikého) vermischen sich bereits mit der Renaissance. Nach mehreren Bränden kam es zu erheblichen Umbaumaßnahmen. Mit der unter Ludwig Tischler (1840–1906) 1879 bis 1883 durchgeführten Regotisierung erhielt die Kirche ihr heutiges Antlitz. Die Heilig-Kreuz-Kirche (Kostel Nalezení svatého Kříže) entstand zwischen 1753 und 1761 im Stil des Barock aus der kleinen Begräbniskirche neben dem Pestfriedhof in der Neustadt nach Plänen von Marek Antonín Canevalle (1652–1711).

Zu den ältesten architektonischen Zeugnissen Reichenbergs sind die drei sogenannten Wallensteinhäuser, die zwischen 1678 und 1681 in der für die Region typischen Umgebindebauweise errichtet wurden. Der Name ist historisch nicht korrekt, da Wallenstein bereits Jahrzehnte vor dem Bau der Häuser ermordet wurde.

Architektonisches Wahrzeichen der Stadt ist das Neorenaissance-Rathaus am Altstädter Platz (nám. Dr. E. Beneše), das 1893 nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt wurde, wobei man sich am Wiener Vorbild orientierte. Das Neue Reichenberger Schloss (Nový zámek) wurde zwischen 1772 und 1776 errichtet und vereint Elemente des Barock und des Klassizismus. Bei einem historisierenden Umbau Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Elemente der Neorenaissance hinzugefügt.[18]

Die  sog. "Wallensteinhäuser", die ältesten erhaltenen Bebauungen der Stadt [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].
Die sog. "Wallensteinhäuser", die ältesten erhaltenen Bebauungen der Stadt [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].
Hotel auf dem Jeschken (tsch. Ještěd) [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].
Hotel auf dem Jeschken (tsch. Ještěd) [Foto: Kai Witzlack-Makarevich].

Nachdem das 1907 eröffnete Neue Jeschkenhaus 1963 vollständig abgebrannt war, wurde auf dem Jeschken 1973 das gleichnamige Hotel (inkl. Fernsehturm) errichtet, das heute Wahrzeichen der Architektur des modernen Liberec ist. 1969 erhielt Architekt Karel Hubáček (1924–2011) für sein futuristisches Projekt den renommierten Auguste-Perret-Preis.

Literatur

Im Hotel Ještěd spielt auch weitestgehend die Handlung des Liberec-Romans Grandhotel (2006; dt. Grandhotel, 2008) von Jaroslav Rudiš (geb. 1972), der bereits im Erscheinungsjahr von David Ondříček (geb. 1969) verfilmt wurde. In dem Roman werden auch die deutsche Geschichte der Stadt und die Ausweisung der deutschen Bevölkerung literarisch verarbeitet. Dies sind auch die Themen in Isa Engelmanns (geb. 1936) Roman Blauer Flieder. Wiedersehen in Nordböhmen (1999), in dem die Autorin die oft schmerzhafte Suche nach den eigenen Wurzeln in einem heute fremden Land schildert. Der in Reichenberg geborene Otfried Preußler (20.10.1923–18.02.2013) wurde als Kinderbuchautor bekannt.

Gedächtnis- und Erinnerungskultur/Kontroversen

Isa Engelmanns Buch erschien anlässlich des EU-Beitritts der Tschechischen Republik 2004 unter dem Titel Návrat pod zelenou střechu auch in tschechischer Übersetzung. In der Datenbank tschechischer Bücher[19] wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Inhalt des Buches heftige Reaktionen auslösen könne und als ein rein persönliches Zeugnis im Zusammenhang mit den Kindheitserinnerungen der Autorin verstanden werden müsse. Hiermit sind neben den historischen Schilderungen der unmittelbaren Nachkriegszeit insbesondere auch die zahlreichen negativen Aussagen der Autorin zur Stadtentwicklung nach 1945 gemeint, in denen sie unter anderem den Vorwurf erhebt, die neuen Bewohner, wie etwa der Architekt des modernen Hotels auf dem Jeschken, verfügten über „keine Beziehung zu diesem Land und seinen Traditionen“ (S. 145) und hätten es „vergewaltigt, so wie die Frauen vergewaltigt wurden, um zu zeigen, wer die neuen Herren waren.“ (S. 145).

Seitens der sudetendeutschen Verbände wurde die Geschichte zwischen 1938 und 1945 nach 1945 weitgehend ausgeblendet und damit auch die Rolle Reichenbergs als Zentrum der sudetendeutschen völkischen Bewegung sowie der Deutschnationalen Partei und schließlich ab 1933 der Sudetendeutschen Partei verschwiegen. Die acht Punkte des Karlsbader Programms der SdP von 1938 hätten etwa trotz ihrer Tarnung als Autonomieforderung „bei ihrer Verwirklichung praktisch einer Vereinigung mit Deutschland entsprochen. [20] In der Detmolder Erklärung der Sudentendeutschen Landsmannschaft von 1950 ist zwar von „furchtbaren Erfahrungen seit 1945“ die Rede, nicht aber von solchen vor 1945.

Im Jahr 2015 stieß die geänderte Satzung der Landsmannschaft, in der nicht mehr von „Wiedergewinnung“ und „Recht auf Heimat“ die Rede ist, bei einigen Bezirksverbänden auf heftige Kritik. Mit dem Kulturminister Daniel Herman sprach 2016 erstmals ein tschechisches Regierungsmitglied auf dem Sudetendeutschen Tag, was in Tschechien ein geteiltes Echo auslöste. [21] Auf zwischenstaatlicher Ebene bemühen sich die beiden Nachbarn und EU-Partner Deutschland und Tschechien in strittigen Fragen um einen konstruktiven Dialog. Initiativen wie das Architekturprojekt „Liberec-Reichenberg“ zeugen vom heutigen Interesse der Bewohner auch am deutschen Erbe der Stadt. 

4. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Karl M. Brousek: Die Großindustrie Böhmens 1848–1918. München 1987 (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 50).
  • Karl Joseph Czoernig: Topographisch-historisch-statistische Beschreibung von Reichenberg. Wien 1829.
  • Winfried Eberhard: Handbuch der historischen Stätten: Böhmen und Mähren. Stuttgart 1998. Hermann Hallwich: Reichenberg und Umgebung. Eine Ortsgeschichte mit specieller Rücksicht auf gewerbliche Entwicklung. Reichenberg 1872.
  • Emil Hofmann: Geschichte der Juden in Reichenberg. In: Hugo Gold (Hg.): Die Juden und Judengemeinden Böhmens in Vergangenheit und Gegenwart I. Brünn, Prag 1934, S. 529–569. Roman Karpaš: Kniha o Liberci [Buch über Reichenberg]. Liberec 2004.
  • Karl Kerl: Die städtebauliche Entwicklung Reichenbergs. In: Karl Kerl: Reichenberg. Berlin-Friedenau 1929, S. 58–67.
  • Emanuel Rádl: Der Kampf zwischen Tschechen und Deutschen. Reichenberg 1928. Deutsch von Richard Brandeis (Originaltitel: Válka Čechů s Němci).

Weblinks

Anmerkungen

[1] Joseph G. Herrmann: Geschichte der Stadt Reichenberg. Bd. 1. Reichenberg 1863, S. 205.

[2] Zum Begriff „sudetendeutsch” siehe: Tobias Weger: „Volkskampf ohne Ende” Sudetendeutsche Organisationen, 1945−1950. Frankfurt am Main et al.: 2008, S. 30−51.

[3] Lukáš Novotný: Vergangenheitsdiskurse zwischen Deutschen und Tschechen. Baden-Baden 2009, S. 84.

[4] Friedrich Prinz: Dier liberale Ära (1860–1880): Verfassungsfrage und nationale Frage. In: Friedrich Prinz (Hg.) Deutsche Geschichte im Osten Europas. Böhmen und Mähren. Berlin 1993, S. 334–302, hier S. 347.

[5] Karl Kurth: Sudetenland. Kitzingen/Main 1954, S. 137.

[6] Tomáš Okurka: Die Deutschböhmische Ausstellung in Reichenberg 1906. In: Kristina Kaiserová, Miroslav Kunštát (Hg.): Die Suche nach dem Zentrum: Wissenschaftliche Institute und Bildungseinrichtungen der Deutschen in Böhmen (1800–1945). Münster, New York 2014 (Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e. V. 96), S. 371–391, hier S. 371.

[7] Kurth: Sudetenland (Anm. 5), S. 137.

[8] Lug: Geschichte der Stadt Reichenberg. In: Kerl: Reichenberg, S. 31–43, hier S. 40; Eberhard Holtz: Reichenberg (Liberec) In: Joachim Bahlke; Winfried Eberhard: Handbuch der historischen Stätten: Böhmen und Mähren. Stuttgart 1998, S. 514–516, hier S. 515; Jiřina Růžková; Josef Škrabal: Historický lexikon obcí ČR 1869–2005. 1. Díl [Historisches Lexikon der Gemeinden der Tschechischen Republik, 1869–2005. Teil 1.] Praha 2006, S. 440f.: https://www.czso.cz/documents/10180/20538302/13n106cd1.pdf/cf538eaa-7f70-49f6-8e76-dc88932650ef?version=1.0 (Abruf 15.08.2016); Počet obyvatel v obcích České republiky k 1.1.2014 [Tschechisches Amt für Statistik: Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden zum 1.1.2014]: https://www.czso.cz/documents/10180/20556283/1300721403.pdf, S. 57 (Abruf 15.08.2016).

[9] Holtz: Reichenberg, S. 515. 

[10] Brousek: Großindustrie, S. 113.

[11] Lug: Geschichte (Anm. 8), S. 31.

[12] Hofmann: Geschichte der Juden S. 542.

[13] Engelmann: Reichenberg und seine jüdischen Bürger, S. 14.

[14] Jörg Osterloh: Nationalsozialistische Judenverfolgung im Reichsgau Sudetenland 1938–1945. München 2006 (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 105), S. 55; Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Bd. 3. Gütersloh 2008, Sp. 3467.

[15] Tina Walzer: Reichenberg: Wien des Nordens, böhmisches Manchester - heute Liberec in der Tschechischen Republik. In: David – Jüdische Kulturzeitschrift, Heft 98, 09/2013, http://www.davidkultur.at/ausgabe.php?ausg=98&artikel=871 (Abruf 15.08.2016).

[16] Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden (Anm.14), Sp. 3467.

[17] A[ladar] G[uido] Przedak: Geschichte des deutschen Zeitschriftenwesens in Böhmen. Heidelberg 1904, S. 221. „Deutsch-fortschrittlich“ hieß im österreichischen Kontext nicht „liberal“, sondern deutsch-national, antisemitisch und antitschechisch.

[18] Projekt Liberec: Reichenberg: Nový (zahradní) zámek (Das Neue Reichenberger Schloss): http://liberec-reichenberg.net/stavby/karta/nazev/131-novy-zahradni-zamek (Abruf: 15.08.2016).

[19] Návrat pod zelenou střechu:http://www.databazeknih.cz/knihy/navrat-pod-zelenou-strechu-108948 (Abruf: 21.09.2016).

[20] Schmelser, Roland M.: Das Sudetenproblem und das Dritte Reich 1933−1938. München, Wien: 1980, S. 198.

[21] Historischer Besuch: Tschechischer Minister besucht Sudetendeutschen Tag. FAZ, 15.5.2016 http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/tschechischer-minister-besucht-sudetendeutschen-tag-14235175.html (Abruf 27.09.2016). 

Zitation

Kai Witzlack-Makarevich: Reichenberg/Liberec. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2016. URL: http://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32231 (Stand 18.11.2016).

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