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Lettland

1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Lettland, Republik Lettland

Amtliche Bezeichnung

lett. Latvija, Latvijas Republika

Lateinische Bezeichnung

Lettia

Etymologie

Die etymologische Herleitung des Namens „Lettland“ ist in der Sprachwissenschaft und in der Geschichtswissenschaft nicht eindeutig geklärt. Nach Jānis Stradiņš und Konstantīns Karulis (1915-1997)[1] könnte der älteste Name Lettlands „Latuva“ oder „Latava“ eine Ableitung von der Bezeichnung des litauischen Flusses Latava sein. Während der Kreuzzüge erscheint im 13. Jahrhundert in der Chronik Heinrichs von Lettland (gest. 1259; Letticus Heinrici Chronicon Livoniae[2]) die lateinische Bezeichnung des lettischen Territoriums „Lethigalli“ (Letthigallia [1206], Letigalli) und „Lethi/Lettia“ (Letthia [1209], Letti). Während des späten Mittelalters und der Neuzeit kommt am häufigsten das Wort „Lettland“ als Bezeichnung des Territoriums vor. Sprachwissenschaftler vertreten die Meinungen, dass die Herkunft von „Latvija“ mit der Ableitung des Volksnamens „Lettgallen“ (Latgale) verbunden ist oder dass der Name von der Selbstbezeichnung des Volkes „Letten“ (latvieši) abgeleitet ist. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, während der nationalen Emanzipationsbestrebungen der Letten, bildete der lettische Dichter Juris Alunāns (1832-1864) den Neologismus „Latva“; später wurde dieser Name auf Empfehlung des Schauspielers und Theaterdirektors Ādolfs Alunāns (1848-1912) nach dem Muster der Benennungen anderer Länder mit dem Suffix „-ija“ ergänzt. Das Wort „Latvija“ wurde 1872 von dem Jungletten Atis Kronvalds (1837-1875), dem Dichter Auseklis (eigentl. Krogsemju Mikus, 1850-1879) und 1876 von dem Ethnographen Ernests Dinsbergs (1816-1902) – allesamt für die lettische Sprach- und Kulturentwicklung bedeutende Persönlichkeiten – verwendet.

2. Geographie

Lage

Lettland liegt am nordwestlichen Rand der osteuropäischen Ebene an der baltischen Ostseeküste. Die nördliche Landesgrenze reicht bis 58° 05’, die südliche bis 55° 40’ nördlicher Breite. Von Nord nach Süd hat das Land eine Ausdehnung von maximal 210 km. Der westlichste Punkt Lettlands ist 450 km vom östlichsten entfernt. Die Fläche des Landes beträgt 64.589 km². Lettland grenzt im Norden an Estland, im Osten an Russland und im Süden an Weißrussland und Litauen.

Topographie

Lettland ist ein typisches Flachland. 57 % des Gebiets liegen weniger als hundert Meter über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung Lettlands, der Gaising (Gaiziņkalns), ist 311,5 m hoch. Längster Fluss Lettlands ist die Düna (Daugava, 1.020 km; davon in Lettland: 352 km), zweitlängster die Livländische Aa (Gauja, 452 km). Die über 2.250 Seen Lettlands bedecken etwa 1,5 % der Landesfläche. Das größte Binnengewässer ist der Lubahnsee (Lubāns, ca. 80,7 km²), der tiefste der Drissasee (Drīdzis, 65 m).

Historische Geographie

Das von den Vorfahren der Letten bewohnte historische Territorium stimmt weitgehend mit dem heutigen Lettland überein. Vom 13. bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts war dieses Gebiet gemeinsam mit dem heutigen estnischen Territorium ein Bestandteil von Livland (Livonija; Livländische Konföderation). Das Land der Letten wurde in der Livländischen Konföderation mit einer Fläche von 130.000 km² und mit ungefähr 200.000 Einwohnern zwischen dem Stift (später Erzstift) Riga/Rīga, dem Stift Kurland (Kurzeme) und dem Orden der Schwertbrüder, dessen Erbe der Deutsche Orden antrat, geteilt.[3] Im Zuge des Livländischen Krieges (1558-1583) wurde 1561 das livländische Territorium in zwei Herzogtümer aufgespalten – das Herzogtum von Kurland und Semgallen (Zemgale) am westlichen Dünaufer und das litauische beziehungsweise polnisch-litauische Herzogtum am östlichen Ufer der Düna (Ducatus Ultradunensis), das nunmehr unter dem Namen „Livland“ (Vidzeme) firmierte. Ein Teil des kurländischen Bistums kam nach dem Zerfall Livlands unter dänische Herrschaft, anschließend aber 1617 unter dem Namen „Bezirk Piltene“ (Piltenes apgabals) in polnisch-litauische Hände. 1629 geriet der nördliche Teil des Herzogtums Livland unter schwedische Herrschaft. Das südöstlich gelegene Territorium von Lettgallen blieb auch nach dem schwedisch-polnischen Krieg (1600-1629) unter dem Namen Inflantia (poln. Inflanskie) Bestandteil der polnisch-litauischen Monarchie und wurde zur Woiwodschaft. Ende des 17. Jahrhunderts waren auf dem Territorium des heutigen Lettlands ungefähr 465.000 Einwohner ansässig.[4]

Erneute territoriale Veränderungen für das von Schweden verwaltete Livland brachte der Große Nordische Krieg (1700-1721): Livland wurde durch den Friedensvertrag von Nystad 1721 zu einem Teil des Russischen Reiches. Das Territorium Livlands mit einer Fläche von 45.515 km² und mit 1.299.365 Einwohnern im Jahr 1897[5] wurde in „Livländisches Gouvernement“ (Vidzemes guberņa, Лифляндская губерния) umbenannt. Nach der ersten Teilung Polen-Litauens durch Österreich, Preußen und Russland 1772 kam auch Lettgallen zu Russland und Inflantia hörte auf zu existieren. Lettgallen wurde Teil des Gouvernements Pskow (Pleskau), später des Gouvernements Vitebsk. 1795 wurde auch das Herzogtum von Kurland und Semgallen (1897 mit einer Fläche von 27.260 km² und 674.034 Einwohnern) als Kurländisches Gouvernement Russland angeschlossen.[6] Während des Ersten Weltkrieges wurde 1915 zunächst Kurland von der Deutschen Reichswehr erobert und bildete einen Teil des „Gebiet des Oberbefehlshabers der gesamten deutschen Streitkräfte im Osten“ („Land Ober Ost“). Im Friedensvertrag von Brest-Litowsk vom 3. März 1917 wurden Kurland und Riga von Russland abgetrennt, das Schicksal dieser Gebiete sollte im Benehmen mit der örtlichen Bevölkerung entschieden werden. Am 3. September 1917 eroberten die Deutschen auch Riga und rückten weiter nach Livland vor, auf dessen Staatshohheit Sowjetrussland im Brest-Litowsker Zusatzvertrag vom 27. August 1918 verzichtete. Unbesetzt blieben zunächst nur die drei nordlivländischen Landkreise Wenden/Cēsis, Walk/Valka und Wolmar/Valmiera, wo ein lettischer Arbeiter-, Soldaten- und Landlosenrat auf Anregung des Zentralkomitees der Sozialdemokratie Lettlands (LSD) im Winter 1917/1918 eine bolschewistische Räterepublik (ISKOLAT) ins Leben rief, sowie Lettgallen. Bemühungen eines deutschbaltisch dominierten Gesamtbaltischen Landesrates, die baltischen Provinzen an das deutsche Kaiserreich anzugliedern, wurden durch die deutsche Revolution zunichte gemacht. Bis zum Frühjahr 1920 gelang es bürgerlichen Letten, ihre am 18. November 1918 proklamierte demokratische Republik Lettland gegen deutschbaltische, lettisch-bolschewistische und weißrussische Truppen durchzusetzen. Im lettisch-russischen Friedensvertrag vom 11. August 1920 verzichtete Russland für alle Zeiten auf die Gebiete des Territoriums der jungen Republik. 1920 lebten 1.596.131 Menschen in Lettland.[7] Das Staatsgebiet war administrativ in 26 Kreise, 518 Gemeinden und 59 Städte untergliedert. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Lettland am 17. Juni 1940 von sowjetischen Streitkräften besetzt und im August dieses Jahres als Sozialistische Sowjetrepublik Lettlands (LSSR) in die Sowjetunion eingegliedert. Ab dem 22. Juni 1941 wurde die LSSR von der deutschen Wehrmacht besetzt. Aus den okkupierten Territorien Lettlands, Litauens, Estlands und auch einem großen Teil Weißrusslands wurden vier Generalbezirke und aus ihnen das Reichskommissariat Ostland gebildet. Sitz des Generalkommissariats im Generalbezirk Lettland war Riga. Ab Herbst 1944 eroberte die Sowjetunion Lettland von den Deutschen zurück, administrativ wurde nach dem Krieg eine neue Einteilung in Kreise (Rayons) vorgenommen. Am 4. Mai 1990 wurde vom Obersten Sowjet der LSSR die Unabhängigkeit Lettlands de jure und am 21. August 1991 auch de facto wiederhergestellt. Seit dem Ende der Gebietsreform 2009 besteht die Republik Lettland aus 110 Gebieten (novadi) und 9 Städten (pilsētas) mit 64.589 km² und etwas über zwei Millionen Einwohnern.[8]

Verweise auf im Lexikon behandelte historische Regionen

Livland (Vidzeme), Kurland (Kurzeme), Semgallen (Zemgale), Lettgallen (Latgale)

3. Geschichte und Kultur

Frühgeschichte und Anfang der Staatlichkeit

Das Territorium des heutigen Lettlands wurde im neunten Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Die Vorfahren der baltischen Völker, die Stämme der Schnurkeramiker, die Viehzucht und Ackerbau betrieben, sind dort um das Jahr 2000 v. Chr. anzutreffen. Die ältesten schriftlichen Informationen über die Balten stammen von dem griechischen Historiker Herodot (490/480 v. Chr.-um 424 v. Chr.) sowie von den römischen Historikern Plinius dem Älteren (23/24 n. Chr. – 79 n. Chr.) und Tacitus (um 58 n. Chr.-um 120 n. Chr.), die die Einwohner als „Neuri“ und „Aesti“ bezeichneten.

Für das 9. bis 12. Jahrhundert kann man Anfänge von Territorienbildungen auf dem Gebiet Lettlands konstatieren: beispielsweise um das von Kuren bewohnte Vanema (heute Talsen/Talsi) im südlettischen Siedlungsgebiet der Semgallen, Doblen/Dobele, Hofzumberg/Tervete, Jersika/Gerzike oder Kokenhusen/Koknese im von Lettgallen bewohnten östlichen Teil des heutigen Lettlands und weitere. Bereits im 7. bis 8. Jahrhundert existierte im westlichen Teil des heutigen lettischen Territoriums in Grobin/Grobiņa auch eine größere skandinavische Siedlung. Im 9. bis 11. Jahrhundert, der Zeit der Eroberungen der Wikinger im Ostseeraum, wurde Daugmale am Unterlauf der Düna (Daugava) zu einem bedeutenden Handelszentrum Nordeuropas. Die Düna bildete eine Abzweigung zu dem Handelsweg „von den Warägern zu den Griechen“, der von Nord- nach Südeuropa führte.

Christianisierung und Livländische Konföderation

Ende des 12. Jahrhunderts setzte die christliche Missionierung ein. Der Prediger und Missionar Meinhard von Segeberg (1130/1140-1196) beispielsweise bekehrte die an der Düna ansässigen Liven, die zu den finnougrischen Stämmen gehörten, zum Christentum. Die anfänglich friedliche Mission wurde von Kreuzzügen abgelöst, die besonders unter Albert von Buxhoeveden (um 1165-1229; 1199-1201 Bischof von Livland, 1201-1229 Bischof von Riga) zunahmen. Die von den deutschen Kreuzrittern eroberten Territorien der heutigen Staaten Lettland und Estland wurden „Livland“ genannt, was ursprünglich die Bezeichnung für die von den Liven besiedelten Gebiete war. Livland war nach der Niederlage des Schwertbrüderordens in der Schlacht von Schaulen 1236 Herrschaftsgebiet des Livländischen Ordens, der als Teil des Deutschen Ordens die Livländische Konföderation, einen Zusammenschluss des Ordens mit den Hansestädten sowie bischöflichen Gebieten, dominierte.

Dieses Territorium entwickelte sich nach der Charakterisierung Heinrich von Treitschkes (1834-1896), eines der der populärsten Historiker im Deutschen Kaiserreich, zu einer „aristokratischen Siedlung“.[9] Tatsächlich stellten Deutsche die Oberschicht dar, während die Esten, Liven sowie lettischen Volksstämme der Lettgallen, Kuren, Semgallen und Selonen zu leibeigenen Bauern oder zur städtischen Unterschicht degradiert wurden. Die Privilegien der Deutschen sowie auch die gewaltsame Bekehrung der einheimischen baltischen Völker bewirkten, dass sich die deutsch-lettischen und die lettischen Beziehungen zum Christentum widersprüchlich und ausgesprochen kompliziert entwickelten und feindliche Gesinnungen hervorriefen. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts bildete sich aus den lettischen Volksstämmen ein einheitliches lettisches Volk heraus, die Liven assimilierten sich fast vollständig.[10] Riga und noch weitere sieben wichtige livländische Städte – Wenden/Cēsis, Wolmar/Valmiera, Lemsal/Limbaži, Groß-Roop/Straupe/Lielstraupe, Windau/Ventspils, Goldingen/Kuldīga und Kokenhusen/Koknese – waren Mitglieder der Hanse.

Entwicklung im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit

Auf dem Gebiet des heutigen Lettlands wohnten im 16. Jahrhundert etwa 400.000 Menschen, Riga hatte etwa 8.000-15.000 Einwohner. Der Anteil der ab dem ausgehenden 12. Jahrhundert meist aus Nord- und Mitteldeutschland gekommenen Deutschen betrug etwa 5 %.[11] 1521 erreichte die Reformation das heutige lettische Territorium, und Mitte des 16. Jahrhundert konvertierten die meisten Einwohner zum protestantisch-lutherischen Glauben.

1558 brach mit dem Einmarsch russischer Truppen unter Iwan IV. (1530-1584) der Livländische Krieg (auch als Erster Nordischer Krieg bezeichnet) aus, der die Ordensherrschaft in Livland beendete. Die Führungsschicht der Livländischen Konföderation, größtenteils deutschbaltischer Adel, unterstellte sich dem polnisch-litauischen König. In Vasallenabhängigkeit von Polen-Litauen wurde im südwestlichen Teil Livlands das Herzogtum von Kurland und Semgallen gebildet, in dem das Haus Kettler herrschte. Aus den Gebieten nördlich der Düna und von Riga wurde das Titularherzogtum Livland (s.o.) als Provinz des polnisch-litauischen Staates gegründet und fortan von einem vom polnischen König ernannten Statthalter verwaltet. Während des polnisch-schwedischen Krieges (1600-1629) wurde der nördliche Teil des Herzogtums Livland von Schweden erobert und bekam den Namen „Schwedisches Livland“ („zviedru Vidzeme“). Unter schwedischer Herrschaft wurden Reformen durchgeführt, die die dortige allgemeine Lage verbesserten, unter anderem die Einschränkung der Gerichtsbarkeit der Gutsbesitzer über die Bauern sowie die Normierung von Abgaben und Frondiensten. Das eroberte Livland erhielt den Status einer Provinz Schwedens mit einem schwedischen Generalgouverneur an der Spitze.

Bei gleichzeitiger Reduktion der Gutshöfe wurde 1681 bis 1710 der Große livländische Bodenkataster ausgearbeitet, der topographisch exakt den Landbesitz sowie die Standorte bestimmter Objekte (Gehöfte, Mühlen usw.) verzeichnete.[12] Das Territorium von Lettgallen blieb für längere Zeit Polen-Litauen zugehörig und weiterhin katholisch geprägt. 1700 begann der Große Nordische Krieg, in dem das zu Schweden gehörende Livland schwer zerstört und – wie auch Estland – russische Provinz wurde. Im Zuge einer großen Pestepidemie 1710 verlor über die Hälfte der Bevölkerung auf dem Gebiet des heutigen Lettlands ihr Leben.

Die Ostseeprovinzen unter der Herrschaft des Zarenreichs

Nach Livland (1721) wurden infolge der Teilungen Polens auch Lettgallen (1772) und das Herzogtum Kurland-Semgallen (1795) und damit das ganze Territorium des heutigen Lettlands Teile des russischen Zarenreichs.

Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit entstand auf dem Territorium des heutigen Lettlands eine ständisch organisierte Gesellschaft. Sie überdauerte nicht nur die Zeit der polnisch-litauischen und späteren schwedischen Herrschaft, sondern blieb auch im 18. Jahrhundert unverändert. Die Bauern leisteten schwere Fronarbeit, und den lettischen Stadtbewohnern blieb das volle Bürgerrecht vorenthalten. Entsprechend sahen die meisten Letten in den Deutschen vor allem Unterdrücker und Ausbeuter. Andererseits ist zu erwähnen, dass aus den Reihen der privilegierten deutschen Stände auch die ersten Kritiker und Reformer der alten Ordnung kamen. Im 18. Jahrhundert waren es der deutsche Adlige Baron Carl Friedrich von Schoultz-Ascheraden (1720-1782) und eine Reihe von Pastoren, zum Beispiel der livländische Generalsuperintendant Karl Gottlob Sonntag (1765-1827), die die Leibeigenschaft und Unterdrückung der Letten kritisierten. Auch deutschbaltische Aufklärer, der bekannteste war Garlieb Merkel (1769-1850), kämpften gegen die soziale und nationale Unterdrückung der Letten.

Im 18. Jahrhundert festigte sich – durch den Einfluss der Bewegung der Herrnhuter und der Brüdergemeinen – unter den Bauern der christliche Glaube. Zu jener Zeit erweiterte sich auch das Netz der Schulen; populär wurde die Unterrichtung der Kinder zu Hause auch unter den Bauern. 1802 wurde die Universität Dorpat/Tartu als einzige deutschsprachige Universität des Russischen Reiches neu gegründet. Aufgrund dessen hatten Letten und Esten einen relativ hohen Bildungsstandard, wovon auch die hohe Zahl Lesekundiger, besonders im livländischen Teil, zeugte.[13]

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten die Bauern verschiedene landwirtschaftliche Gesellschaften, die in ihrer Tätigkeit adlige Gesellschaften nachahmten und innerhalb der alten agrarischen Ordnung wesentlich zu einer positiven Entwicklung beitrugen. Die Tradition des in Zünften organisierten deutschen Handwerks ermöglichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine zügige industrielle Entwicklung Rigas, Libaus/Liepājas und anderer Städte. Im Laufe dieser Industrialisierung entstand eine qualifizierte Arbeiterschicht, die den guten Ruf der Industrie begründete. Die Entwicklung des Landes wurde auch dadurch positiv beeinflusst, dass in den „Ostseegouvernements“ Estland, Kurland und Livland 1816-1819 die Leibeigenschaft durch Beschluss der baltischen Ritterschaften über vier Jahrzehnte früher als im übrigen Russland (1861) aufgehoben wurde.

Tabelle 1: Ethnische Struktur Lettlands 1897 und 1914[14]

Nationalität
1897
1914
Anzahl
in %
Anzahl
in %
Letten
1.318.61766,31.620.00058,83
Russen
154.5618,0260.00010,2
Weißrussen
79.5414,1110.0004,31
Ukrainer
9870,0
Polen
65.0883,4112.5004,41
Litauer
26.0261,357.5002,25
Juden
122.7006,395.6755,2
Roma
1.0230,1175.0006,86
Deutsche
137.3127,1155.0006,08
Esten
17.9910,925.0000,98
Liven
--1.5000,06
Übrige
4.6220,421.0000,82
Gesamt
1.929.387
2.550.000

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts versuchte die russische Regierung, regionale Privilegien abzubauen und das Reich zu unifizieren – ein Prozess, der im Baltikum als gegen die privilegierte Stellung der deutschbaltischen Oberschicht gerichteter Russifizierungprozess verstanden wurde Gleichzeitig entstand im späteren Lettland wie vielerorts in Europa eine lettische Nationalbewegung, ab Mitte der 1850er Jahre initiiert von den zunächst literarisch und kulturell argumentierenden „Jungletten“. Die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Russland behinderten allerdings die Entwicklung einer modernen Gesellschaft, sodass die sozialen und ökonomischen Beziehungen zunehmend von Spannungen geprägt waren und schließlich im Ausbruch der Revolution von 1905-1907 kulminierten.

Auf dem Territorium des heutigen Lettlands kam es besonders infolge nationaler Widersprüche zwischen den Letten und den dominierenden deutschbaltischen Gutsbesitzern zu Konflikten. Marxistische politische Ideen spielten in der russischen Revolution von 1905, die auf dem Gebiet des späteren Lettlands von gebildeten Letten und der Lettischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei angeführt wurde und eine nationale Zielsetzung verfolgte, eine eher geringe Rolle. Diese Revolution wird als Volksrevolution bezeichnet, weil sie breite Bevölkerungsschichten erfasste und durch gemeinsame Ideen und Ziele vereinte. Es kam weitverbreitet zu Brandanschlägen auf die Gutshöfe der deutschen Adligen. Zur Niederschlagung der Revolution schickte die russische Regierung gegen die Letten gerichtete Strafexpeditionen ins Land. Diese wiederum wurden vom deutschen Adel begrüßt und unterstützt, da sie sich gegen die lettischen Bauern und Vertreter der lettischen Intelligenz richteten, die die privilegierte Stellung der Deutschen beenden wollten.

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) und die Republik Lettland (1918-1940)

Tabelle 2: Demographische Entwicklung und ethnische Struktur der Bevölkerung der Republik Lettland 1920-1935[15]


Nationalität

1920
1925
1935
Anzahlin %Anzahlin %Anzahlin %
Letten
1.161.40472,81.354.12673,41.472.61275,5
Russen
91.4775,73193.64810,5206.49910,6
Weißrussen
66.1944,238.0102,126.8671,4
Ukrainer
1.0400,15120,01.8440,1
Polen
52.2443,351.1432,848.9492,5
Litauer
25.5381,623.1921,322.9131,2
Juden
79.3685,095.6755,293.4794,8
Roma
1.0230,12.8700,23.8390,2
Deutsche
58.0973,670.9643,862.1443,2
Esten
8.7010,67.8930,47.0140,4
Liven
8310,11.2680,19440,0
Übrige
50.2142,95.5040,33.3980,2
Gesamt
1.596.131
1.844.805
1.950.502

Im Ersten Weltkrieg verlief die Front wiederholt durch das Gebiet des späteren lettischen Staates und richtete schwere Zerstörungen an. In dieser Zeit verschlechterten sich die deutsch-lettischen Beziehungen aufgrund der deutschen Pläne einer Annexion und Kolonisierung des Baltikums und der Unterstützung dieser Pläne durch die Deutschbalten. Innerhalb der Zarenarmee wurden 1915 die ersten Einheiten lettischer Schützen gegründet. Politische Vorstellungen größerer Autonomie innerhalb des Russischen Reiches („Ein freies Lettland in einem freien Russland!“) mündeten nach dem Zusammenbruch der Zarenmonarchie im Februar 1917 in lettische Forderungen nach einem unabhängigen Staat. Neben Estland, Litauen, der Tschechoslowakei und anderen neuen Staaten Europas wurde am 18. November 1918 von einem „Volksrat Lettlands“ die parlamentarisch-demokratische Republik Lettland ausgerufen. Um die Unabhängigkeit musste noch ein weiteres Jahr gekämpft werden. Am 15. Februar 1922 wurde von einer frei gewählten Verfassunggebenden Versammlung die Verfassung (Satversme) der Republik Lettland verabschiedet. Für die ökonomische Entwicklung des Staates spielte die Agrarreform (1921-1937) eine große Rolle, während derer die Gutshöfe und die dazugehörenden Ländereien enteignet wurden, die größtenteils polnischen und deutschbaltischen Gutsbesitzern gehörten. Auf dem Land entwickelten sich die Höfe der Jungbauern. In der Industrie und im Handel setzten sich die Minderheiten der Deutschbalten und Juden wirtschaftlich durch.

Wegen der Folgen der Weltwirtschaftskrise ab 1929, vermuteter Bedrohungen durch lettische extrem rechte und linke Gruppierungen, vor allem aber aus Angst vor drohendem Machtverlust, errichtete Ministerpräsident Kārlis Ulmanis (1877-1942) am 15. Mai 1934 ein autoritäres Regime. Ulmanis stärkte in den 1930er Jahren die Position der Letten in der Wirtschaft und in der Politik. Insgesamt wurde in Lettland eine nationalliberale Politik durchgeführt, wobei die rechtlich verankerte kulturelle Autonomie der in Lettland ansässigen nationalen Minderheiten zwar eingeschränkt, aber im Prinzip gewährleistet wurde.[16]

Am 23. August 1939 wurde zwischen der UdSSR und Deutschland der Hitler-Stalin-Pakt abgeschlossen, mit dem für Lettland der Zweite Weltkrieg faktisch seinen Anfang nahm: Neben Estland und Litauen wurde auch Lettland am 5. Oktober 1939 von Stalin ein sogenannter „Gegenseitiger Beistandspakt“ über die Stationierung und den Bau sowjetischer Militärstützpunkte“ auf seinem Territorium aufgezwungen. Am 30. Oktober 1939 wurde zwischen Lettland und dem Deutschen Reich ein Vertrag über die Umsiedlung der Deutschbalten abgeschlossen, die auch als „diktierte Option“[17] bezeichnet wird.

Sowjetische Okkupation (1940-1941) und Zweiter Weltkrieg

Die Umsiedlung der Deutschbalten aus Lettland erfolgte zwischen Ende 1939 und Frühjahr 1940. Betroffen waren 51.000 Personen; unter den 10.000 Nachumsiedlern des Jahres 1941 befanden sich auch zahlreiche Letten.[18]

Am 17. Juni 1940 wurde Lettland von der Sowjetunion okkupiert und das totalitäre stalinistische Regime unter Anwendung von Gewalt durchgesetzt. Es erfolgte die Verstaatlichung von Boden, Betrieben und Häusern sowie die Deportation von Einwohnern Lettlands nach Sibirien. Im Juni 1941 wurde Lettland von der deutschen Wehrmacht besetzt (Bildung des Reichskommissariats Ostland) und damit das eine Unterdrückungsregime durch ein anderes abgelöst. Wieder begannen Repressalien gegen die Einwohner. Viele Letten beteiligten sich aber auch freiwillig oder gezwungenermaßen am Krieg gegen die Sowjetunion (meist in der Waffen-SS). Im Frühjahr 1943 begann auf Befehl Adolf Hitlers (1889-1945) die Bildung einer SS-Freiwilligenlegion, für die Einwohner Lettlands mobilisiert wurden.[19] An dem von den Deutschen durchgeführten Holocaust gegen die Juden Lettlands wirkten auch einheimische Kollaborateure mit.[20] Außerdem kam es zur Vernichtung der Roma. Die Zahl der Kriegsopfer unter den an beiden Fronten kämpfenden Letten war hoch.

Lettland und die sowjetische Okkupation nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die sowjetische Okkupationsmacht auf dem Territorium Lettlands wiederhergestellt. Obwohl die Westmächte die Annexion Lettlands nicht anerkannten, stimmten sie schließlich der Forderung der UdSSR zu, auf den Kriegskonferenzen die Frage der baltischen Länder nicht näher zu behandeln. So setzten die nationalen Partisanen ihren Kampf gegen das sowjetische Regime allein fort; viele Menschen flüchteten aus dem Land. Zwischen 1945 und 1953 waren ca. 160.000 Personen von Repressionen betroffen: Bauern wurden durch Abgabepflichten an den Staat schwer belastet, ab 1947 in Kolchosen getrieben oder deportiert.

Die Politik Josef Stalins (1878-1953) war insbesondere auf die Beseitigung von Regimegegnern ausgerichtet. So kam es zu Verhaftungen, zur Verfolgung breiter Einwohnerschichten und Enteignungen. Opfer der Unterdrückung waren auch die ca. 43.000 Einwohner, die am 25. März 1949 nach Sibirien deportiert wurden. Lettland verlor so in den 1940er Jahren den intellektuell und wirtschaftlich fähigsten Teil der Bevölkerung.

Der Prozess der Sowjetisierung und Russifizierung wirkte sich sowohl auf die Wirtschaft als auch auf andere gesellschaftliche Bereiche aus: Durch eine forcierte Industrialisierung wurde die Wirtschaft Lettlands in das sowjetische Wirtschaftssystem integriert. Da die Lebensverhältnisse in der SSR Lettland aufgrund seiner „westlichen“ Geschichte attraktiver als in der übrigen Sowjetunion waren, kam es in den Jahrzehnten nach Stalins Tod zu einer unkontrollierten Immigration von Bürgern, mehrheitlich Russen, aus anderen Teilen der Sowjetunion.

Tabelle 3: Migrationsprozesse und ethnische Struktur der Bevölkerung Lettlands 1959-1989[21]

Nationalität1959
1970
1979
1989
Anzahlin %Anzahlin %Anzahlin %Anzahlin %
Letten1.297.88162,01.341.80556,81.344.10553,71.387.75752,0
Russen556.44826,6704.59929,8821.46432,8909.51534,0
Weißrussen61.5872,994.8984,0111.5054,5119.7024,5
Ukrainer29.4401,453.4612,366.7032,792.1013,5
Polen59.7742,963.0452,762.6902,560.4162,3
Litauer32.3831,640.5891,737.8181,534.6301,3
Juden36.5921,836.6801,628.3311,122.8900,9
Roma4.3010,25.4270,26.1340,37.0440,3
Deutsche1.6090,15.4130,23.2990,13.7830,1
Esten4.6100,24.3340,23.6810,23.3120,1
Liven1850,0480,01070,01350,0
Übrige8.6480,413.8280,616.9790,729.2751,1
Gesamt2.093.458
2.364.127
2.502.816
2.666.567

Nach 1953 versuchten lettische sogenannte „Nationalkommunisten“, diese Migration angesichts einer drohenden massiven Russifizierung einzuschränken. 1959, nach einem Besuch des Ersten Sekretärs des ZK der KPdSU Nikita Chruschtschow (1894-1971) in Riga, begannen Verfolgungen der Nationalkommunisten, die aus ihren Ämtern gedrängt wurden – die Sowjetmacht wollte jede Manifestation von nationaler Politik unterdrücken. An die Macht kamen nun moskautreue Anhänger eines  Zentralismus (Arvīds Pelše, 1899-1983, u.a.), die ihre Position festigen konnten. Wieder setzte eine Zuwanderung von Russen und von Einwohnern aus anderen Sowjetrepubliken ein. In den 1980er Jahren war der Bevölkerungsanteil der Letten bis auf 52 % geschrumpft, Verkehrssprache wurde das Russische. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung brach ein – im Land fehlte es vielfach an alltäglichen Konsumgütern. Im Zuge der „Perestroika“ von Michail Gorbatschow begann auch in der SSR Lettland Mitte der 1980er Jahre eine offene Diskussion über Fragen der Geschichte und deren Zusammenhang mit den aktuellen Problemen des alltäglichen Lebens.

Transformationsprozesse nach 1987/1990

Dazu zählte seit 1987 auch die öffentliche Auseinandersetzung mit der sowjetischen Okkupation. Im Juli 1988 wurde die „Nationale Unabhängigkeitsbewegung Lettlands“ (Latvijas Nacionālās Neatkarības Kustība) gegründet, im Oktober des gleichen Jahres folgte die Gründung der „Volksfront Lettlands“ in Opposition zur herrschenden KP Lettlands. Beide politischen Organisationen setzten sich die Wiederherstellung der Unabhängigkeit Lettlands zum Ziel. Am 23. August 1989, dem 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes, wurde die beispiellose Aktion „Der Baltische Weg“ veranstalte: Als Zeichen des Protests gegen die sowjetische Okkupation bildete sich eine durchgehende Menschenkette, die sich von Reval/Tallinn bis Wilna/Vilnius zog – über eine Million Menschen beteiligten sich daran. Als Ergebnis demokratischer Wahlen wurde 1990 das sowjetlettische Parlament, der Oberste Rat (Augstākā Padome), neu gewählt, in dem erstmals die Anhänger der Unabhängigkeitspolitik über eine Zweidrittelmehrheit, Voraussetzung zur Änderung der sowjetlettischen Verfassung, verfügten.

Am 4. Mai 1990 wurde vom Obersten Rat die „Deklaration über die Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Republik Lettland“ verabschiedet und eine Übergangsregierung gebildet; nach dem misslungenen Umsturz in Russland 1991 (sog. Augustputsch) wurde die Unabhängigkeit auch de facto wiederhergestellt und sowohl von Russland als auch von anderen Ländern anerkannt. In den 1990er Jahren stand Lettland vor immensen wirtschaftlichen Problemen und vor der Herausforderung, die Folgen der Okkupation zu beseitigen. Angesichts der nur geringfügigen Bevölkerungsmehrheit der Letten waren die Frage der Staatsangehörigkeit und die Ausarbeitung eines Staatsbürgerschaftsgesetzes von zentraler Bedeutung. Heute entwickelt sich Lettland als Mitglied der Europäischen Union und der NATO und positioniert sich in der nordischen Allianz der EU.

Tabelle 4: Bevölkerung Lettlands 2000-2011[22]

Nationalität
2000
2011
Anzahl
in %
Anzahl
in %
Letten
1.370.70357,71.285.13662,1
Russen
703.24329,6557.11926,9
Weißrussen
97.1504,168.2023,3
Ukrainer
63.6442,745.7982,2
Polen
59.5052,544.7722,2
Litauer
33.4301,424.4791,2
Juden
10.3850,46.4370,3
Roma
8.2050,36.4890,3
Deutsche
3.4650,13.0420,1
Esten
2.6520,12.0070,1
Liven
1800,02500,0
Übrige
24.8241,126.6401,3
Gesamt
2.377.383
2.070.371

4. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Florian J. Anton: Staatlichkeit und Demokratisierung in Lettland. Entwicklung, Stand, Perspektiven. Würzburg 2009 (Spektrum Politikwissenschaft).
  • Jānis Bērziņš (Hg.): 20. gadsimta Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands im 20. Jahrhundert]. Bd. II: Neatkarīgā valsts,1918-1940 [Der unabhängige Staat, 1918-1940]. Rīga 2003.
  • Daina Bleiere, Ilgvars Butulis, Inesis Feldmanis, Aivars Stranga, Antonijs Zunda: Geschichte Lettlands. 20. Jahrhundert. Rīga 2008.
  • Daina Bleiere, Ilgvars Butulis, Inesis Feldmanis, Aivars Stranga, Antonijs Zunda: Latvija Otrajā pasaules karā (1939–1945) [Lettland im Zweiten Weltkrieg (1939-1945)]. Rīga 2008.
  • Daina Bleiere: Eiropa ārpus Eiropas... Dzīve Latvijas PSR [Europa außerhalb Europas... Das Leben in der Lettischen Sowjetrepublik]. Rīga 2012.
  • Erich Donnert: Agrarfrage und Aufklärung in Lettland und Estland. Livland, Estland und Kurland im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert. Frankfurt a.M. 2008.
  • Edgars Dunsdorfs: Der grosse schwedische Kataster in Livland 1681-1710: Kartenband und Textband. Stockholm 1950.
  • Björn Felder: Lettland im Zweiten Weltkrieg. Paderborn u.a. 2009 (Krieg in der Geschichte 43).
  • Michael Garleff: Die baltischen Länder. Estland, Lettland, Litauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Regensburg 2001.
  • Michael Garleff: Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich. 2 Bde. Köln 2001/2008.
  • Detlef Henning (Hg.): Menschen in Bewegung. Migration und Deportation aus dem Baltikum 1850-1950. Lüneburg 2010 (Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte, Neue Folge 19).
  • Talav Jundzis (Hg.): The Baltic States at historical crossroads: political, economic, and legal problems and opportunities in the context of international cooperation at the beginning of the 21st century: a collection of scholarly articles. 2. erw. Aufl. Rīga 2001.
  • Peter Krupnikov: Lettland und die Letten im Spiegel deutscher und deutschbaltischer Publizistik 1895-1950. Hannover 1989 (Beiträge zur baltischen Geschichte 12).
  • Dietrich A. Loeber (Hg.): Diktierte Option. Die Umsiedlung der Deutsch-Balten aus Estland und Lettland, 1939-1941. Dokumentation. Neumünster 1972.
  • Heinz von zur Mühlen (Hg.): Baltisches Historisches Ortslexikon, Bd. 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Bearb. von Heinz Feldmann. Köln 1990 (Quellen und Studien zur baltischen Geschichte 8,2).
  • Gert von Pistohlkors (Hg.): Baltische Länder. Berlin 1994 (Deutsche Geschichte im Osten Europas).
  • Andrejs Plakans: Historical dictionary of Latvia. Lauham, Md. 2008.
  • Helēna Šimkuva: Deutschbaltische Emigration aus der Republik Lettland während der Zwischenkriegszeit 1938-1939. In: Detlef Henning (Hg.): Menschen in Bewegung. Migration und Deportation aus dem Baltikum 1850-1950. Lüneburg 2010 (Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte, Neue Folge 19), S. 39-70.
  • Jānis Stradiņš: Trešā atmoda: raksti un runas 1988.-1990. gadā Latvijā un par Latviju [Das dritte Erwachen: Schriften und Reden in Lettland und über Lettland 1988-1990]. Rīga 1992.
  • Vladislavs Volkovs (Hg.): Ethnicity. Towards the politics of recognition in Latvia 1991-2012. Rīga 2013, S.12-34.

Weblinks und Datenbanken

Anmerkungen

[1] Konstantīns Karulis: Latviešu etimoloģijas vārdnīca [Wörterbuch der Etymologie der lettischen Sprache]. Riga 1992, S. 505-507.

[2] Text in deutscher Übersetzung: Albert Bauer: Heinrich von Lettland. Livländische Chronik. Darmstadt 1974 (Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, XXIV).

[3] Edgars Dunsdorfs, Arnolds Spekke: Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands] 1500-1600. [Stockholm] 1964, S. 20, 29, 33, 34.

[4] Edgars Dunsdorfs: Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands] 1600-1710. [Uppsala] 1962, S. 175-181.

[5] Jānis Bērziņš (Hg.): 20. gadsimta Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands im 20. Jahrhundert]. Bd. I: Latvija no gadsimta sākuma līdz neatkarības pasludināšanai, 1900-1918 [Lettland vom Anfang des Jahrhunderts bis zur Unabhängigkeit 1900-1918]. Riga 2000, S. 60-61, 98-99.

[6] Bērziņš (Hg.): Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands] (Anm. 5), S. 60f.

[7] Siehe unten Tabelle 2.

[8] Siehe unten Tabelle 4.

[9] Heinrich von Treitschke: Das deutsche Ordensland Preußen. Leipzig o. J., S. 179f.; zu Treitschke vgl. Thomas Gerhards: Heinrich von Treitschke. Wirkung und Wahrnehmung eines Historikers im 19. und 20. Jahrhundert. Paderborn 2013 (Otto-von-Bismarck-Stiftung, Wissenschaftliche Reihe 18).

[10] Dunsdorfs, Spekke: Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands] 1500-1600 (Anm. 3), S. 703.

[11] Dunsdorfs, Spekke: Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands] 1500-1600 (Anm. 3), S. 210.

[12] Edgars Dunsdorfs: Der grosse schwedische Kataster in Livland 1681-1710. Kartenband. Stockholm 1950.

[13] Bērziņš (Hg.): Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands] (Anm. 5), S. 211.

[14] Daten aus: Bērziņš (Hg.): Latvijas vēsture [Geschichte Lettlands] (Anm. 5), S. 108; Ceturtā tautas skaitīšana Latvijā 1935. gadā [Die vierte Volkszählung Lettlands von 1935]. IV: Tautība [Nationalität]. Riga 1937, S. 286-288.

[15] Daten aus: Ceturtā tautas skaitīšana [Die vierte Volkszählung] (Anm. 14), S. 286-288.

[16] Helēna Šimkuva: Minderheitenpolitik in Lettland. In: Gert von Pistohlkors, Matthias Weber (Hg.): Staatliche Einheit und nationale Vielfalt im Baltikum. München 2005 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 26), S. 69-86.

[17] Loeber (Hg.): Diktierte Option.

[18] Garleff: Die baltischen Länder, S. 164f.

[19] Visvaldis Lācis: The Latvian Legion. According to Independent Observers. Toronto 2006. URL: http://home.mira.net/~vanagi/AV/Latvian_Legion.pdf (Abruf 09.10.2014).

[20] Katrin Reichelt: Lettland unter deutscher Besatzung 1941-1944. Der lettische Anteil am Holocaust. Berlin 2011 (Dokumente, Texte, Materialien 78).

[21] Daten aus Datenbank der Zentralen Statistischen Verwaltung Lettlands: www.csb.gov.lv/sites/default/files/1970_tautas_skaitisana_lpsr.pdf; www.csb.gov.lv/sites/default/files/1989_tautas_skaitisana.pdf (Abruf 26.11.2014).

[22] Daten aus: Datenbank der Statistischen Verwaltung Lettlands: www.csb.gov.lv/sites/default/files/publikacijas/nr_13_2011gada_tautas_skaitisanas_rezultati_isuma_12_00_lv.pdf (Abruf 26.11.2014).

Zitation

Helēna Šimkuva: Lettland. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2014. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32616 (Stand 06.02.2015).

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