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Schweidnitz/Świdnica

1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Schweidnitz

Amtliche Bezeichnung

poln. Świdnica

Anderssprachige Bezeichnungen

lat. Swidnicium (Henel 1613); tschech. Svídnice

Etymologie

Der Name Schweidnitz ist slawischer Herkunft, seine Bedeutung ist jedoch unklar (entweder von świdwa = Hartriegel-Strauch nach Irgang, von świdnica, der poln. Bezeichnung für den Wasserlauf Bögenwasser nach Weczerka oder von swide, der poln. Bezeichnung für eine in der Region vorkommende Weidenart). Auch könnte die lautliche Verbindung zu dem im Wappen von 1501 dargestellten Eber ('Schwein') bei der Namengebung eine Rolle gespielt haben. Sichere Belege für eine dieser Varianten sind nicht vorhanden. Die Namensgebung nach einem im 8. Jahrhundert in der Gegend des heutigen Schweidnitz lebenden heidnischen Räuber "Swido" oder "Swidno" lässt sich ebenfalls nicht mit Gewissheit belegen.

2. Geographie

Lage

Schweidnitz liegt rund 50 km südwestlich von Breslau/Wrocław an der Schweidnitzer Weistritz zwischen Zobten/Sobótka und dem Eulengebirge auf 50° 51′ nördlicher Breite und 16° 29′ östlicher Länge.

Staatliche und administrative Zugehörigkeit

Polen. Schweidnitz ist Sitz des Landkreises Schweidnitz und gehört zur Woiwodschaft Niederschlesien (Województwo dolnośląskie). Seit 2004 ist die Stadt Sitz des neu gegründeten Bistums Świdnica.

3. Geschichte und Kultur

Gebräuchliche Symbolik

Das Wappen ist quadriert und hat im ersten und vierten schwarzen Feld je eine goldene Krone, im zweiten silbernen einen nach rechts schreitenden roten Greif und im dritten silbernen einen nach links springenden schwarzen Eber. Das große Siegel der Stadt von 1315 hat einen nach rechts schreitenden Greif mit Umschrift, das Schöffensiegel von 1335 einen nach links gerichteten Eber mit stilisierten Ranken. Das kleine Siegel der Stadt von 1452 hat unter der Königskrone zwei angekettete Schilde mit Eber (rechts) und Greif (links), darunter in der Mitte ein Engel, ein Schriftband haltend.

Mittelalter

Nach Crato von Krafftheim soll Schweidnitz 1070 als slawische Siedlung gegründet worden sein, ist aber erstmals 1243 quellenmäßig belegt. Um 1100 soll Peter Wlast (Piotr Włostowic[z]) in Schweidnitz eine Holzkirche erbaut haben. 1163 kam die Stadt als zu Breslau gehörig unter die Herrschaft von Boleslaus I. dem Langen (Bolesław I. Wysoki). Unter Burggraf Heinrich I. wurde 1220 ein Franziskanerkloster gegründet (nach Schickfuß), Heinrich III. verlieh Schweidnitz 1244 das Brau-Urbar. 1250 wurde hier das Magdeburger Recht eingeführt und 1363 von Bolko II. von Schweidnitz bestätigt. Für 1274 wird ein Vogt erwähnt. Zwischen 1200 und 1350 siedelten sich auch im Raum Schweidnitz deutsche Handwerker und Bauern in großer Zahl an. Heinrich III. begünstigte zudem den Zuzug von vertriebenen Juden aus Breslau. 1283 wurde der Orden der Kreuzherren mit dem roten Stern aus Breslau nach Schweidnitz berufen und ihnen die Leitung des Michaelishospitals übergeben.

Mit Bolko I. begann 1290 die Herrschaft der Schweidnitzer Herzöge, die die Stadtbefestigung verbesserten und die umliegenden Dörfer wehrhafter machten. Der Handel erlebte einen neuen Aufschwung. Bolkos Sohn Bernhard stiftete den Dominikanern Kloster und Kirche zum hl. Kreuz (1311 geweiht). 1328 erteilte Herzog Bolko II. den Juden die Genehmigung für den Bau einer Synagoge. Die gotische Stadtkirche St. Stanislaus und Wenzel (Kościół par. ŚŚ. Stanisława i Wacława) wurde anstelle eines 1250 erwähnten Vorgängerbaus 1330 bis 1386 errichtet und nach einem Brand bis 1535 wiederaufgebaut. In den Jahren 1361, 1374, 1389, 1391 und 1406 wurde die Stadt durch Großfeuer zum Teil schwer zerstört, aber immer wieder schnell aufgebaut. 1413, 1495, 1497 und auch später noch verschiedentlich suchte die Pest Schweidnitz heim. Nach dem Tod der Herzogin Agnes 1392 fiel die Stadt zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz der Krone Böhmens zu.

Frühe Neuzeit

Die Reformation war im Raum Schweidnitz durch die Hussiten bereits im 15. Jahrhundert vorbereitet worden und fand schnell Anhänger. Schon 1522 wurde die neue Lehre mit Billigung des amtierenden Pfarrers gepredigt; in den unmittelbar der böhmischen Krone unterstehenden Erbfürstentümern Schweidnitz und Jauer/Jawor erbauten Protestanten zahlreiche neue Kirchen und gründeten Gemeinden.

1575 entzog Kaiser Maximilian II. aufgrund eines tödlichen Zwischenfalls, der sich in Schweidnitz mit einem kaiserlichen Ritter zugetragen hatte, der Stadt das Obergericht, erkannte ihr die freie Ratswahl ab und verlegte das Land- und Manngericht sowie die Kanzleien der Fürstentümer nach Jauer. Damit hatte das Renommee der Stadt eine erhebliche Einbuße erlitten, auch wenn die Rechte 1580 wiedererlangt werden konnten.

Schweidnitz hatte zunächst in vergleichsweise geringem Maße unter dem Dreißigjährigen Krieg zu leiden, aber die Einquartierung von Tausenden Mansfelder und Wallensteinscher Soldaten anfangs der 1620er Jahre, Hungersnot, Verwüstung und nicht zuletzt sachliche und finanzielle Verluste verursachten erhebliche Schäden. Die Zahl der Einwohner sank auf 200 Personen (1648). Hinzu kam, dass die erhoffte Religionsfreiheit ausblieb und erst 1710 nach der Altranstädter Konvention der Glockenturm der Friedenskirche eingeweiht werden konnte.

Unter Friedrich dem Großen nahmen zwar die Einquartierungen, bedingt durch die preußischen Truppenbewegungen während der Schlesischen Kriege, nicht ab, aber Verwüstungen und Drangsalierungen unterblieben, gleichwohl waren die kriegsbedingten Schäden erheblich. Gegen Ende des Jahrhunderts unterstützte der preußische König den Wiederaufbau der Stadt finanziell.

19. Jahrhundert

Die politische Lage zu Beginn des neuen Jahrhunderts war zunächst stabil, bis sich die Napoleonischen Kriege auf Schweidnitz auswirkten. 1805 suchte Napoleon nach Stützpunkten in Schlesien, um von diesen aus gezielt militärisch gegen Preußen vorgehen zu können. Schweidnitz wurde neben Glatz/Kłodzko zu einer der stärksten preußischen Festungen in Schlesien ausgebaut und war von großer strategischer Bedeutung. Die Stadt wurde jedoch von französischen Truppen eingenommen und bis 1808 besetzt gehalten. Bis 1813 investierte die Kommune aufgrund dieser militärischen Erfahrung v. a. in die Reparatur der Festungswerke, wodurch Schweidnitz in Hinblick auf seine wirtschaftliche Entwicklung einen Rückschlag erlebte. Erst 1867 wurden die Befestigungen endgültig geschleift und Stadterweiterungen ermöglicht, die den zunehmenden Verkehr und den vermehrten Handel begünstigten.

1810 fand auch in Schweidnitz die Säkularisation statt: Diejenigen Klöster, die nicht als Krankenhäuser oder Schulen dienten, wurden der Stadt zugewiesen und für die verschiedensten Zwecke umgewidmet.

Im Revolutionsjahr 1848 entluden sich die Spannungen zwischen Garnison und Bürgertum in Tumulten und Kampfhandlungen.

20. Jahrhundert

Der Übergang vom Kaiserreich zur Republik vollzog sich in Schweidnitz verhältnismäßig ruhig. Neben den im Deutschen Reich üblichen Einschränkungen, was die Entwicklung von Industrie und Handel nach dem Versailler Vertrag betraf, war auch Schweidnitz von einer hohen Arbeitslosigkeit betroffen. Die 1925 in Schlesien gegründete NSDAP erhielt bei den Wahlen im Jahre 1932 großen Zulauf, und der Schweidnitzer Nationalsozialist Georg Trzeciak bekam einen Sitz im Preußischen Landtag. Die politische Gleichschaltung vollzog sich hier wie in anderen Teilen des Reichs. Die Verfolgung der Juden führte auch in Schweidnitz 1938 zur Zerstörung der Synagoge und jüdischer Geschäfte.

Der aus dem nahen Kreisau/Krzyżowa stammende Jurist Helmuth James Graf von Moltke gründete einen Widerstandskreis, der sich zweimal 1942 und noch einmal 1943 auf seinem Gut traf, um eine staatliche Ordnung Deutschlands nach der Niederlage des NS-Regimes zu planen. Der "Kreisauer Kreis" wurde jedoch aufgedeckt, seine Mitglieder teilweise hingerichtet.

Im Januar 1945 erreichte die sowjetische Armee Schlesien, die Front kam ca. 10–15 km östlich von Schweidnitz zum Stehen. Am 8. Mai 1945 rückten sowjetische Truppen in die kaum zerstörte Stadt ein.

Bevölkerungsentwicklung

Bis 1300 sind nur deutsche Personennamen nachweisbar. Zwischen 1301 und 1326 sind 208 Personennamen bezeugt, von den 163 bestimmbaren Namen sind 158 deutsch und fünf polnisch.[1] 1550 hatte Schweidnitz ca. 5.000, 1580 ca. 6.000 und 1648 200 (Angabe unsicher) Einwohner. 1745 lebten hier 7.000, 1794 9.100, 1816 9.850 und 1861 15.000 Personen. Bevölkerungsentwicklung im 20. Jahrhundert: 1900 28.000, 1920 33.500, 1937 35.500, 1946 21.448, 1960 39.100 und 1983 58.000 Einwohner.[2] Im Jahr 2011 hatte die Stadt ca. 60.000 Einwohner.

Wirtschaft

Das im Mittelalter blühende Goldschmiedehandwerk lässt sich mit einer Meisterliste ab 1378 belegen, auch aus der Zunft der Zinngießer werden schon 1379 14 Namen genannt.

Bei der 1563 vom Magistrat herausgegebenen Apothekenordnung der Stadt Schweidnitz handelt es sich um die erste gedruckte schlesische Apothekenordnung.

Bild

Hauptbahnhof Schweidnitz (Postkarte: vor 1945)
[Herder-Institut, Marburg, Bildarchiv, Inv. Nr. 109491]

Nach der französischen Besetzung wurde schon 1808 die Gewerbefreiheit wiederhergestellt und der Innungszwang aufgehoben, sodass in der Folge eine Reihe von Fabriken und Handwerksbetrieben entstehen konnte. 1834 etablierte sich in Schweidnitz die Orgelbaufirma von Christian Gottlieb Schlag, der zusammen mit den Betrieben von Richard Landau und Robert Kollibay den Orgelbau in und für Schlesien zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor machte und die musikalische Tradition der Region auf handwerklicher Ebene fortsetzte. 1844 erhielt Schweidnitz Anschluss an die Bahnstrecke Breslau - Waldenburg/Wałbrzych, wodurch die Industrialisierung der Stadt beträchtlich vorangetrieben wurde. Ansässig wurden Firmen der Maschinen-, Elektro- und Rundfunkindustrie sowie Möbel- und Spielzeugfabriken. 1882 gründete Richard Max Krause in Schweidnitz eine Terrakotta-Fabrik, die mit Erfolg arbeitete, bis er 1930 infolge der Weltwirtschaftskrise Konkurs anmelden musste.

In der nach dem Zweiten Weltkrieg stark gewachsenen Stadt sind heute u. a. Elektro- und Textilindustrie, Möbelherstellung sowie lederverarbeitende Betriebe ansässig. Ausländische Investoren siedelten Zulieferbetriebe für die Autoindustrie an.

Religionsgeschichte

Schon 1522 traten in Schweidnitz lutherische Prädikanten auf und fanden eine Reihe von Bürgern, die sich der neuen Lehre anschlossen. Nach der Verordnung Kaiser Maximilians II. 1565 zur freien Ausübung der Religion begann sich das protestantische Leben in Schweidnitz zu entfalten. Entsprechend der kirchlichen Lehre wurde auch der Schulunterricht im Sinne Philipp Melanchthons umgestaltet.

Mit dem Einzug der Liechtensteinschen Dragoner unter Graf Dohna 1629 nahm die Gegenreformation in der Stadt ein bisher nicht gekanntes Ausmaß an: Die Zwangskonversion wurde mit Nachdruck und zum Teil mit Gewalt durchgesetzt, für die Kinder wurde der katholische Schulbesuch obligatorisch, die protestantischen Pfarrer mussten die Stadt verlassen. Die Dragoner verließen Schweidnitz zwar nach einem Jahr, aber nunmehr zogen die Jesuiten ein, um die Rekatholisierung weiterzuverfolgen. 1632 rückten schwedische und sächsische Truppen in die Stadt ein und vertrieben ihrerseits Jesuiten, Dominikaner und Minoriten.

Mit dem Frieden von 1648 wurde die konfessionelle Frage in den habsburgischen Erblanden zwar nicht gelöst, aber aufgrund schwedischer Intervention enthielt der Westfälische Frieden Sonderbestimmungen, nach denen in den habsburgischen Erbfürstentümern Glogau/Głogów, Jauer und Schweidnitz ausnahmsweise je eine evangelische Kirche aus Holz errichtet werden durfte ("Friedenskirchen"). 1654 wurde für die Stadt eine neue Kirchenordnung, die "Augsburgische Confession", herausgegeben, 1656/1657 wurde die Friedenskirche hl. Dreifaltigkeit in Schweidnitz erbaut. Gleichwohl hatten evangelische Bürger der Region weiterhin unter gegenreformatorischen Maßnahmen zu leiden. Der Vertrag von Altranstädt 1707 zwischen Karl XII. von Schweden und Kaiser Josef I. bekräftigte die Religionszusagen des Majestätsbriefs von 1619 und die friedensvertraglichen Bestimmungen von 1648, sodass sich die Lage etwas entspannte.

Der Kirchenkampf hielt erst wieder 1937/38 in der Schweidnitzer Gemeinde Einzug, als eine fünfte Pfarrstelle mit einem Pfarrer besetzt werden sollte, der den "Deutschen Christen" angehörte; durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde diese Auseinandersetzung nicht weiter verfolgt.

Der Mittelpunkt des katholischen Gemeindelebens ist bis heute die Pfarrkirche St. Stanislaus und Wenzel. Im Siebenjährigen Krieg wurde das Gotteshaus als Getreidemagazin genutzt, von 1778 bis 1780 wurde es erneut beschlagnahmt. Zwar konnte 1830 das 500. Jubiläum des Baubeginns gefeiert werden, doch aufgrund der restriktiven Religionspolitik in Preußen war es erst 1867 möglich, die Genehmigung zur Abhaltung einer Fronleichnamsprozession zu erlangen, die jedoch im Zuge des Kirchenkampfes 1870 wieder rückgängig gemacht wurde. Erst in den 1880er Jahren bahnte sich eine kirchenpolitische Entspannung an, die auch in Schweidnitz nach und nach Erfolge zeitigte (Rückkehr der Ursulinen und der Hedwigsschwestern). Auch die Arbeit der katholischen Gemeinde war während des NS-Regimes beeinträchtigt. Insgesamt ist das Verhältnis zwischen Protestanten und Katholiken (ab 1890) etwa 3:2.

Juden werden erstmals 1285 erwähnt. 1453 wurden die Juden aus Schweidnitz vertrieben. Erst 1799 ist wieder ein Jude ansässig. Auch im 19. und 20. Jahrhundert leben nur wenige Juden in Schweidnitz.[3]

Kunst-, Literatur- und Kulturgeschichte

Schweidnitz ist reich an Baudenkmälern: die katholische Pfarrkirche St. Stanislaus und Wenzel und v. a. die evangelische Friedenskirche Hl. Dreifaltigkeit (2001 Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes) sind hier zu nennen. Daneben sind bemerkenswert das barocke Jesuitenkollegium, der barocke Stadthof der Grüssauer Äbte sowie das mehrfach umgebaute Rathaus, in dem heute ein Museum für Handelsgeschichte eingerichtet ist. Die Bürgerhäuser der Altstadt stammen vorwiegend aus dem 16. und 17. Jahrhundert, während die Wohnsiedlung im Nordwesten von Schweidnitz eher historistische und Jugendstilformen aufweist.

Auch Literatur und Gelehrsamkeit hatten ihren Platz in Schweidnitz. Um 1470 wurde hier Thomas Stoltzer geboren, der als Komponist weit über Schlesien hinaus bekannt wurde. Einer der bedeutendsten schlesischen Gelehrten, Caspar Ursinus Velius, wurde um 1493 hier geboren. Er war Erzieher Maximilians II., dann Historiograph Ferdinands I. und wirkte auch als neulateinischer Dichter. Rektor der Lateinschule war Laurentius Corvinus, der in Schlesien maßgeblich zur Verbreitung des Humanismus beitrug. In den Umkreis Luthers gehören die Predigten von Esaias Heidenreich und die Lieder Joachim Sartorius'. Daniel Czepko von Reigersfeld (1605–1660) lebte ab 1636 in Schweidnitz als Pfarrer und verfasste neben zahlreichen geistlichen Gedichten auch historiographische Arbeiten sowie das Epos Coridon und Phyllis. Benjamin Schmolck (1672–1737), Pfarrer in Schweidnitz ab 1702, erreichte mit seinen über 1.200 geistlichen Liedern breite Schichten der Bevölkerung. Ihr persönlicher Ton und ihre Eingängigkeit lassen sie als Dichtungen in der Nachbarschaft des Pietismus erscheinen. Johann Christian Günther (1695–1723) lebte über fünf Jahre in Schweidnitz und empfing hier wesentliche Anregungen für sein dichterisches Schaffen: durch seinen Lehrer Leubscher und seine große Liebe Magdalena Eleonore Jachmann.

Die Bedeutung Schweidnitz' als Stadt der Literatur ließ im 19. Jahrhundert nach. 1860 etablierte sich hier der Heege-Verlag als einer der wichtigen Mundart-Verlage Schlesiens, in dem auch Werke eines der berühmten Mundartdichter Schlesiens, Carl von Holteis, erschienen.

Für den 1928 in Schweidnitz geborenen Schriftsteller Armin Müller, der in Weimar lebte, wurde seine Vaterstadt zum schmerzlichen Memoria-Ort.

Besondere kulturelle Institutionen

Schweidnitz als Stadt mit einem Gymnasium hatte auch eine Theater-Tradition: Zunächst waren es die Schuldramen der Jesuiten, die hier aufgeführt wurden, später Stücke von Wandertruppen, bis schließlich 1822 ein festes Theater eröffnet werden konnte.

4. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Werner Bein, Ulrich Schmilewski (Bearb.): Schweidnitz im Wandel der Zeiten. Würzburg 1990.
  • Artur Hryniewicz: Świdnica/Schweidnitz. In: Ernst Badstübner, Dietmar Popp, Andrzej Tomaszewski, Dethard von Winterfeld (Hg.), Sławomir Brzezicki, Christine Nielsen (Bearb.): Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. München, Berlin 2005, S. 925-936.
  • Wacław Korta (Hg.): Świdnica. Zarys monografii miasta [Schweidnitz. Skizze einer Stadtmonographie]. Wrocław, Świdnica 1995 (Monografie Regionalne Dolnego Śląska).
  • Theo Johannes Mann: Geschichte der Stadt Schweidnitz. Ein Gang durch 700 Jahre deutscher Kultur in Schlesien. Reutlingen 1985.
  • Leonhard Radler: Schweidnitz. In: Hugo Weczerka (Hg.): Handbuch der historischen Stätten. Schlesien. Stuttgart 1977 (Kröners Taschenausgabe 316), S. 491-496.

Weblinks

Anmerkungen

[1] Die Daten nach Heinz Stoob, Peter Johanek (Hg.): Schlesisches Städtebuch. Stuttgart u. a. 1995 (Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte 1), S. 398.

[2] Die Zahlen bis hierhin nach Stoob, Johanek (Hg.): Schlesisches Städtebuch (Anm. 1), S. 398.

[3] 1849 lebten 174 Juden in Schweidnitz, 1880 waren es 339, 1925 150 und 1939 25. Diese Angaben nach Stoob, Johanek (Hg.): Schlesisches Städtebuch (Anm. 1), S. 402, die Zahl für 1939 nach Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. URL: http://www.verwaltungsgeschichte.de/schweidnitz.html (Abruf 15.01.2013).

Zitation

Detlef Haberland: Schweidnitz/Świdnica In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2013. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/54182.html (Stand 12.05.2015).

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OME-Redaktion (Stand: 25.04.2018)