OME-Lexikon

Reichskommissariat Ostland

1. Toponymie

Der Begriff „Reichskommissariat“ bezeichnet eine Form der Besatzungsherrschaft des nationalsozialistischen Deutschlands, bei der die Verwaltung eines von der Wehrmacht eroberten Gebietes auf eine zivile Behörde unter der Leitung eines Reichskommissars überging. Neben den besetzten Ostgebieten wurden ähnliche Einrichtungen unter anderem auch in Norwegen und den Niederlanden etabliert.

Die Verwendung des Begriffs „Ostland“ in Bezug auf den baltischen Raum lässt sich einerseits auf die lange Tradition einer deutschen Besiedlung dieser Region östlich der Reichsgrenzen, andererseits auf Adolf Hitlers Zentralkonzept der „Eroberung von Lebensraum im Osten“ zurückführen. (s. auch „Drang nach Osten“)

2. Geographie

Lage

Das Reichskommissariat Ostland (RKO)[1] wurde am 25. Juli 1941 aus Teilen des rückwärtigen Heeresgebietes Nord errichtet und erfuhr in der Folge mehrere Erweiterungen aus weiteren Teilen der rückwärtigen Heeresgebiete Mitte und Nord. Verwaltungssitz war zunächst Kauen/Kaunas/Kowno, ab Mitte August Riga/Rīga. Lettland und Litauen wurden der Zivilverwaltung am 28. Juli unterstellt, später (zum 1. September bzw. zum 1. November) gelangten ein als „Weißruthenien“ bezeichneter Teil von Weißrussland (Belarus) und Estland (5. Dezember) unter die Verwaltung des RKO. Es umfasste damit eine Fläche von mehr als 400.000 km2 mit etwa 16 Millionen Einwohnern. Die größte Stadt war Riga mit etwa 350.000 Einwohnern.

Topographie

Vgl. die Länderartikel zu Estland, Lettland, Litauen und Weißrussland sowie das Lemma „Baltikum“.

3. Geschichte

Politik und Verwaltung

Das Reichskommissariat wurde in die Generalbezirke Estland, Lettland, Litauen und Weißruthenien eingeteilt und weiter in Haupt- und Kreisgebiete untergliedert. Ähnliche Strukturen bestanden bei den regionalen SS-, Polizei- und Wehrmacht-Einheiten. Zum Reichskommissar wurde der schleswig-holsteinische NSDAP-Gauleiter und Oberpräsident Hinrich Lohse (1896-1964) bestimmt. Ein Großteil der neu zu schaffenden leitenden Verwaltungsstellen wurde mit Funktionären aus Lohses Heimat besetzt, vor allem auf der Ebene der Gebietskommissare.[2]

Insgesamt waren in der Zivilverwaltung etwa 2.500 Deutsche beschäftigt. Zu Generalkommissaren wurden ernannt: der Bürgermeister von Lübeck Otto-Heinrich Drechsler (1895-1945) für Lettland mit Sitz in Riga, Theodor Adrian von Renteln (1897-1946) für Litauen mit Sitz in Kauen, Karl-Siegmund Litzmann (1893-1945) für Estland mit Sitz in Reval/Tallinn und Wilhelm Kube (1887-1943) für Weißruthenien mit Sitz in Minsk. Nachdem Kube im September 1943 einem Attentat zum Opfer gefallen war, wurde er durch den SS- und Polizeiführer für den Bezirk, Curt von Gottberg (1896-1945), ersetzt.

Die Verwaltung im RKO stand im beständigen Spannungsfeld zwischen den Interessen der dem Reichministerium für die besetzten Ostgebiete (RMO) von Alfred Rosenberg (1893-1946) unterstellten Zivilverwaltung, der Wehrmacht, des SS-Apparates Heinrich Himmlers (1900-1945) und weiterer Instanzen wie der Behörde für den Vierjahresplan und des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz; Auseinandersetzungen um Kompetenzen gab es aber auch zwischen dem Reichskommissariat und dem ihm übergeordneten Ministerium und innerhalb der einzelnen Stränge der Zivilverwaltung, etwa zwischen Reichs- und Generalkommissaren. Beide waren direkt von Adolf Hitler (1889-1945) eingesetzt worden, was zu gewissen Unabhängigkeitsansprüchen gegenüber dem RMO führte. In Estland, Lettland und Litauen bestanden zudem einheimische Verwaltungsorgane weiter, die durch die jeweiligen Gebietskommissare überwacht und im März 1942 offiziell legitimiert wurden. Zu besonders intensiven Kontroversen kam es immer wieder mit den SS- und Polizeiführern (SSPF) in der Region: Curt von Gottberg, Friedrich Jeckeln (1895-1946) als „Höherem SSPF“ für das gesamte RKO, Hinrich Möller (1906-1974) für Estland, Lucian Wysocki (1899-1964) für Litauen und dem Lübecker Polizeipräsidenten Walther Schröder (1902-1973) für Lettland.

Wiederholt gab es Versuche, die Kompetenzüberschneidungen zu entwirren. Pläne einer weitreichenden Autonomie unter deutscher Oberhoheit für Est- und Lettland, wie sie im Ostministerium teilweise vorbereitet wurden und in die auch Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete einbezogen waren, konnten vor allem bei Hitler nicht durchgesetzt werden. Weitere Reformdiskussionen in der regionalen Zivilverwaltung wurden wie nahezu alle langfristigen Planungen von der Realität eingeholt und überholt. Im Zuge des Vordringens der „Roten Armee“ wurde der Verwaltungssitz aus Riga abgezogen und ab Sommer 1944 schrittweise zurückverlegt, zuletzt nach Frankfurt/Oder. Der Generalbezirk Weißruthenien wurde im April 1944 direkt dem RMO unterstellt, musste aber bereits ab Juni des Jahres geräumt werden. Im Juli wurden die Aufgaben des Reichskommissars und des Generalkommissars für Lettland vereinigt. Ab September 1944 übernahm der vormalige Reichskommissar der bereits geräumten Ukraine, Erich Koch (1896-1986), kommissarisch diesen Posten. Am 24. Januar 1945 erfolgten die Auflösung des RKO und die Übertragung der noch verbliebenen Aufgaben direkt an das RMO. Parallel zu den Deutschen flohen auch viele Einheimische vor den sowjetischen Einheiten – ca. 66.000 Litauer, 70-80.000 Esten und bis zu 120.000 Letten.[3]

Bevölkerung

Neben den einheimischen Bevölkerungsmehrheiten lebten in der Region vor der Besatzung unter anderem große deutsche (140.000) und russische (740.000) Minderheiten. Bereits unter der sowjetischen Besatzung seit Sommer 1940 kam es zur Deportation einheimischer und nationaler Eliten, wobei in den baltischen Staaten etwa 48.000 Personen verschleppt wurden. Durch Zwangsrekrutierungen und Erschießungen beziffern sich die Verluste hier insgesamt auf etwa 129.000 Menschen, was die vielfach verbreitete anfängliche Bereitschaft zur Kooperation mit den deutschen Besatzern mit erklärt.[4] Im Kontext der nationalsozialistischen Germanisierungs- und „Umvolkungspolitik“ zur dauerhaften Umgestaltung des neueroberten „Lebensraumes“ erachtete eine „Rassische Musterungskommission“ eine Mehrheit der Letten und Esten sowie eine Minderheit der Litauer und „Weißruthenen“ als „eindeutschungs-“ und damit assimilierungsfähig. Von der traditionellen deutschbaltischen Bevölkerung waren im Zuge des „Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrags“ vom September 1939 etwa 14.000 Menschen aus Estland und 51.000 aus Lettland ins besetzte Polen umgesiedelt worden, Anfang 1941 folgten etwa 50.000 aus Litauen.[5] Nur dieser Gruppe wurde nach der Besetzung der Region eine Rückkehr erlaubt; bis zu 30.000 davon betroffene Litauendeutsche wurden allerdings zumeist in anderen Regionen als ihrer eigentlichen Heimat wieder angesiedelt.[6]

Im RKO führte die nationalsozialistische Besatzungspolitik zu einer nahezu vollständigen Vernichtung der einheimischen jüdischen Bevölkerung. Mit Andrej Angrick lässt sich diese Politik in drei Phasen einteilen.[7] Während des Vorrückens der Wehrmacht zunächst in Litauen und später in Lettland kam es zu unreglementierten Gewaltanwendungen etwa von Sonderkommandos der Einsatzgruppen A und B und den Einheiten der Ordnungspolizei, denen bereits in den ersten Tagen des Überfalls Tausende zum Opfer fielen. Bis zum 1. Dezember 1941 hatte allein das Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A fast 140.000 Menschen getötet, in Lettland waren etwa 32.000 Menschen erschossen worden.[8] Unterstützt wurden sie durch Angehörige einheimischer „Selbstschutzverbände“, etwa das Kommando des Rigaer Polizisten Viktor Arājs (1910-1988), das unter der deutschen Herrschaft etwa 45.000 Juden ermordete – darunter mehr als 10.000 in Weißruthenien. Bei der Vermittlung zwischen Besatzern und Einheimischen kam Angehörigen der deutschbaltischen Minderheit eine Schlüsselrolle zu, indem wichtige Schaltstellen der Verwaltung unterhalb der oberen Leitungsebenen mit Deutschbalten besetzt wurden. Diese Gruppe erwies sich als „für das Funktionieren der deutschen Besatzungsherrschaft […] unerläßlich“.[9]

In die Region wurden zudem Juden aus verschiedenen Städten des Reiches deportiert, von denen viele ebenfalls bis Ende des Jahres 1941 ermordet wurden. Dies geschah bereits in der zweiten Phase der Besatzungsherrschaft und nominell unter Aufsicht der Zivilverwaltung, als die während des Vormarschs der Wehrmacht eingerichteten Ghettos für die Transporte aus dem Reich Ende 1941/Anfang 1942 „geräumt“ wurden. In einer dritten Phase ab Spätsommer 1942 geriet der „Arbeitseinsatz“ in den Vordergrund, was zur „Auflösung der Ghettos und der Installation eines weitverzweigten Lagersystems mit zahlreichen Außenkommandos und Werkstätten“[10] führte. In Litauen waren dafür das KZ Kauen sowie die Ghettos in den Städten Wilna/Vilnius/Wilno und Schaulen/Šiauliai zentral, wo insgesamt etwa 43.000 jüdische Zwangsarbeiter interniert waren. Mit dem Vorrücken der Roten Armee wurden die Zwangsarbeiter dann entweder liquidiert oder in Richtung Westen verschleppt. Von den etwa 215.000 Juden, die vor der deutschen Besetzung in Litauen gelebt hatten, wurden insgesamt weit über 200.000 ermordet. Von den ursprünglich ca. 90.000 lettischen Juden waren 1941 etwa 15.000 in die Sowjetunion geflüchtet; die im Land verbliebenen wurden nahezu sämtlich umgebracht. In Estland waren von der vergleichsweise geringen jüdischen Bevölkerung etwa drei Viertel in die Sowjetunion oder nach Finnland geflüchtet; die verbliebenen 1.000 kamen unter der Besatzungsherrschaft ums Leben. Von den über 800.000 weißrussischen Juden wurden mehr als 650.000 ermordet.[11]

Durch den schnellen Übergang von der Militär- zur Zivilverwaltung hatte Letztere einen hohen Anteil an der finanziellen Ausbeutung der jüdischen Bevölkerung sowie ihrer Heranziehung zur Zwangsarbeit. Dabei wurde sie zu einem hohen Grad von Teilen der einheimischen Bevölkerung unterstützt, die dieses Vorgehen als Mittel zur Wiedererlangung der nationalen Unabhängigkeit betrachtete. Eine besondere Bedeutung kam im RKO wirtschaftlichen und militärstrategischen Fragen zu, sodass sich Wehrmacht und Zivilverwaltung der vollständigen Umsetzung der „Endlösung“ zunächst widersetzten – jüdische Zwangsarbeiter wurden etwa bei der Instandsetzung der Flughäfen von Kauen und Schaulen eingesetzt. Neben der jüdischen Bevölkerung waren Angehörige anderer Minderheiten wie die einheimischen Roma, vermutete „Kommunisten“ und „Partisanen“ sowie Kriegsgefangene von der Säuberungspolitik der Besatzungsbehörden betroffen. In Estland kamen so in den ersten Monaten der NS-Herrschaft über 30.000 Menschen um.

Mit zunehmender Dauer der Besatzungsherrschaft intensivierten sich Widerstandsaktionen, auf die hart reagiert wurde. In der lettischen Region Lettgallen (lett. Latgale) wurden im Kontext der Widerstandsbekämpfung 1943 in drei größeren Maßnahmen der Polizeiorgane insgesamt etwa 10.000 (meist slawischstämmige) Menschen getötet, 8.000 umgesiedelt und 19.000 zum Arbeitseinsatz verschleppt und damit zugleich die Gegensätze zwischen der lettischen und der lettgallischen Bevölkerung vergrößert.[12]

Wirtschaft

Von den 400.000 km² des RKO waren 245.000 km² landwirtschaftliche Nutzfläche. In Litauen erhielten zurückkehrende Deutsche Höfe, die zuvor vertriebenen Polen oder Juden gehört hatten und die nun zu größeren Einheiten zusammengefasst wurden. Aber auch Litauer wurden vertrieben, um eine „Germanisierung“ des als „wenig eindeutschungsfähig“ geltenden Generalbezirks voranzutreiben. Die Region sollte den Planungen des RMO zufolge trotz ihrer agrarischen Prägung eher als industrieller Produktionsstandort für die Interessen des Reiches dienen und wurde im Verlauf der Besatzungsherrschaft zum „Arbeitskräftereservoir“. Neben der jüdischen sollte auch die einheimische Bevölkerung zum Einsatz herangezogen werden – zunächst auf freiwilliger Basis, später erzwungenermaßen. Etwa 16.000 Litauer meldeten sich wie der Lette Arājs zur Hilfspolizei und so genannten Schutzmannschaften; 15.000 waren bei Ernteeinsätzen in Ostpreußen tätig.[13] Bei einer Anwerbekampagne für Transportdienste bei der Wehrmacht erfolgte Anfang 1942 bereits eine sofortige Kasernierung. Aufgrund der Anforderungen des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz Fritz Sauckel (1894-1946) für die Verbringung von Arbeitskräften ins Reich erfolgten ab Frühjahr des Jahres Zwangsverschleppungen, die etwa in Lettland im Herbst 1942 8.000 Menschen betrafen. Entsprechende Aktionen konzentrierten sich ebenfalls oft auf ethnische Minderheiten wie etwa Polen, um die „Eindeutschungspolitik“ fortzuführen – aus Lettgallen wurden im Mai 1942 etwa 9.000 Altgläubige und Polen ins Reich deportiert.[14]

Kultur

Auch die kulturpolitischen Aktivitäten der Besatzungsbehörden waren auf die Durchsetzung dieses Konzepts hin orientiert. Von Reichsminister Rosenberg war unter Bezug auf seine Dekompositionsthese eine Stärkung der nationalen Bevölkerungsmehrheiten vor allem gegen das Russische vorgesehen.[15]

Im Generalkommissariat Weißruthenien etwa wurde durch Kube hinsichtlich Sprache und Bildung eine starke Belorussifizierungspolitik betrieben, welche die Bevölkerungsmehrheit zur Zusammenarbeit mit den Besatzern bewegen und die polnischen und russischen Minderheiten davon ausschließen sollte. In den Sprachrichtlinien des Ostministeriums wurde – neben Deutsch – einzig das als „Weißruthenisch“ bezeichnete Weißrussische zur einheimischen Sprache erklärt und Weißrussen etwa bei der Einstellung von Lehrern bevorzugt behandelt.

Entgegen der eigentlich nicht geplanten Zulassung nationaler Universitäten im RKO wurde diejenige in Riga bereits kurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht durch die einheimische Bevölkerung auf Veranlassung von Generalkommissar Drechsler wieder in Betrieb genommen, was schließlich durch Rosenberg sanktioniert wurde. Weitere Einrichtungen in den vier Generalbezirken folgten. Die intendierte Durchsetzung des Deutschen als hauptsächliche Lehrsprache gelang nicht, auch Eingriffe in Lehrpläne und Organisation durch das Reichsministerium blieben weitgehend erfolglos. Besonders gefördert wurden die Volksschullehrer-Seminare, um qualifiziertes Personal in der Schulbildung einsetzen zu können. Im Herbst 1942 wurde zudem ein einjähriger Arbeitsdienst für Studenten eingerichtet, der im Reichskommissariat abgeleistet werden musste. Trotz dieser Instrumente wuchsen an den Universitäten Dissidenzbestrebungen gegen die Besatzungsherrschaft, sie wurden zu „Zentren des nationalen Widerstandes“.[16]

4. Diskurse/Kontroversen

Die Historiographie zum Reichskommissariat Ostland wurde im deutschsprachigen Raum lange von der Memoirenliteratur ehemaliger Funktionäre bestimmt.[17] Erst seit etwa 25 Jahren ist eine intensivere wissenschaftliche Forschung zu verzeichnen, die auch auf der seit dieser Zeit gegebenen Zugänglichkeit von Archivbeständen in den seit 1991 wieder unabhängigen baltischen Ländern beruht. In Estland, Lettland und Litauen werden auch staatlicherseits entsprechende Bemühungen unternommen. Die NS-Herrschaft wird dabei meist im Kontext der vorhergehenden sowjetischen Besetzung und der folgenden Zugehörigkeit zur Sowjetunion behandelt, etwa in der 1998 eingerichteten „Internationalen Kommission für die Bewertung der Verbrechen der nationalsozialistischen und sowjetischen Besatzungsregime in Litauen“,[18] was für geschichtspolitische Debatten sorgt. Auch die Frage nach Widerstand und Kollaboration wird häufig kontrovers diskutiert.[19] Im Zentrum der deutschsprachigen Forschung stehen vor allem die verschiedenen Akteure der organisierten Judenvernichtung im Spannungsfeld der oben skizzierten Interessensphären.[20] Im Kontext der „neueren Täterforschung“[21] sind zudem auch Fragen der Selbstdarstellung und der weiteren Karriereoptionen sowohl der Führungsriege als auch nachgeordneter Beamter der NS-Bürokratie in der Region sowie die juristische Aufarbeitung – und deren Mängel – untersucht worden.[22] Eine Gesamtschau der Entwicklungen im Reichskommissariat steht bei alledem noch aus, zumal entsprechende Darstellungen sich zuletzt eher auf der heutigen nationalstaatlichen Ebene der Teilregionen beziehungsweise der damaligen Generalkommissariate oder auch einzelner Städte bewegen:[23] „[E]ine echte Synthese der Forschungsergebnisse in Form einer ,Geschichte‘ des Reichskommissariats Ostland ist bisher nicht erreicht worden.“[24] Sie bleibt bis auf weiteres ein Desiderat der Forschung.

5. Bibliographische Hinweise

Quellen: Akten

Quellen: Periodika

  • Amtlicher Anzeiger des Reichskommissars für das Ostland. Riga 1943/44.
  • Amtsblatt des Generalkommissars in Kauen. Kauen 1941-1944.
  • Amtsblatt des Generalkommissars für Weißruthenien / Amtsblatt des Generalkommissars in Minsk. Minsk 1941-1944.
  • Amtsblatt des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete. Berlin 1943/44.
  • Historische Kartenfolge für das Reichskommissariat Ostland. Riga 1943.
  • Ostland. Monatsschrift des Reichskommissars für das Ostland. Riga 1942/43.
  • Statistische Berichte Ostland. Riga 1941-1944.
  • Strukturbericht über das Ostland. Teil 1: Ostland in Zahlen. Teil 2: Ostland-Atlas. Riga 1942. (http://libx.bsu.edu/cdm/landingpage/collection/ostlndAtls).
  • Verordnungsblatt des Reichskommissars für das Ostland. Riga 1942-1944.
  • Verordnungsblatt des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete. Berlin 1942-1944.

Quellen: Editionen

  • Wolfgang Benz, Konrad Kwiet, Jürgen Matthäus (Hg.): Einsatz im „Reichskommissariat Ostland“. Dokumente zum Völkermord im Baltikum und in Weißrussland 1941-1944. Berlin 1998 (Nationalsozialistische Besatzungspolitik in Europa 1939-1945 6).
  • Wolfgang Benz, Marion Neiss (Hg.): Judenmord in Litauen. Studien und Dokumente. Berlin 1999 (Dokumente, Texte, Materialien 33).
  • Tôviyyā Friedman (Bearb.): SS-Obergruppenführer Friedrich Jeckeln. Verantwortlich für die Ermordung der Juden in Litauen, Lettland und Estland 1941-1944. Dokumentensammlung. Haifa 1997.
  • Tôviyyā Friedman (Hg.): Die drei SS- und Polizeiführer im Ostland. In Lettland-Riga: SS-Brigadeführer Schröder, in Litau[en]-Kowno: SS-Brigadeführer Wysocki, in Estonien-Reval: SS-Brigadeführer Möller. Dokumentensammlung. Haifa 1998.
  • Wolfgang Scheffler, Diana Schulle (Bearb.): Buch der Erinnerung. Die ins Baltikum deportierten deutschen, österreichischen und tschechoslowakischen Juden. 2 Bde. München 2003.

Literatur

  • Alexander Dallin: German Rule in Russia 1941-1945. A Study of Occupation Politics. London u. a. 1957 [dt. Übersetzung: Deutsche Herrschaft in Russland 1941-1945. Eine Studie über Besatzungspolitik. Aus dem Amerikanischen übertragen von Wilhelm und Modeste Pferdekamp. Unveränd. Nachdruck der Ausgabe 1958, Königstein/Ts., Düsseldorf 1981].
  • Uwe Danker: Der schleswig-holsteinische NSDAP-Gauleiter Hinrich Lohse. Überlegungen zu seiner Biografie. In: Michael Ruck, Karl Heinrich Pohl (Hg.): Regionen im Nationalsozialismus. Bielefeld 2003 (Schriftenreihe des Instituts für Schleswig-Holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte 10), S. 91-120.
  • Sven Jüngerkes: Sinnstiftungsversuche einer Verwaltung im Niedergang. Reformversuche im Reichskommissariat Ostland 1943-1944. In: Stefan Haas, Mark Hengerer (Hg.): Im Schatten der Macht. Kommunikationsstrukturen in Politik und Verwaltung 1600–1950. München 2008, S. 253-278.
  • Sebastian Lehmann, Robert Bohn, Uwe Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland. Tatort und Erinnerungsobjekt. Paderborn u. a. 2012 (Zeitalter der Weltkriege 8).
  • Timothy Patrick Mulligan: The Politics of Illusion and Empire. German Occupation Politics in the Soviet Union, 1942-43. Westport, CT, London 1988.
  • Seppo Myllyniemi: Die Neuordnung der baltischen Länder 1941-1944. Zum nationalsozialistischen Inhalt der deutschen Besatzungspolitik. Helsinki, Vammala 1973 (Historiallisia tutkimuksia 90, Dissertationes historicae 2).
  • Gerald Reitlinger: The House built on sand. The conflicts of German policy in Russia 1939-1945. London u. a. 1960 [dt. Übersetzung: Ein Haus auf Sand gebaut. Hitlers Gewaltpolitik in Russland 1941-1944. Autorisierte Übertragung aus dem Englischen von Johann Wolfgang Brügel. Mitarbeit: Heinrich Bodensieck. Hamburg 1962].
  • Wolfgang Scheffler: Zur Rolle der Zivilverwaltung bei der Durchführung der „Endlösung der Judenfrage“ im Reichskommissariat Ostland [1974]. In: Helge Grabitz: Täter und Gehilfen des Endlösungswahns. Hamburger Verfahren wegen NS-Gewaltverbrechen 1946-1996. Hg. von der Justizbehörde Hamburg. Hamburg 1999 (Beiträge zur neueren Hamburger Justizgeschichte 3), S. 242-272.
  • Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu…“. Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941-1945. München, Stammsried 2006 (Berlin & München. Studien zu Politik und Geschichte 3).

Anmerkungen

[1] Als aktuelle Einführung in Realgeschichte, Nachwirkungen und Forschungsstand vgl. Sebastian Lehmann, Robert Bohn, Uwe Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland. Tatort und Erinnerungsobjekt. Paderborn u. a. 2012 (Zeitalter der Weltkriege 8). Eine problemorientierte Einführung in den Gesamtkontext der besetzten Gebiete in der Sowjetunion bietet Jonathan Steinberg: The Third Reich Reflected. German Civil Administration in the Occupied Soviet Union, 1941–4. In: English Historical Review 437 (1995), S. 620-651.

[2] Vgl. Wulf Pingel: Von Kiel nach Riga. Schleswig-Holsteiner in der deutschen Zivilverwaltung des Reichskommissariats Ostland. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 122 (1997), S. 439–466; Sebastian Lehmann: NS-Parteifunktionäre aus Schleswig-Holstein im Ostland. Zum Quellenwert der Akten der Spruchgerichte in der Britischen Besatzungszone für die Rolle der Zivilverwaltung im Reichskommissariat Ostland. In: David Gaunt, Paul A. Levine, Laura Palosuo (Hg.): Collaboration and Resistance during the Holocaust. Belarus, Estonia, Latvia, Lithuania. Bern u. a. 2004, S. 77-94, bes. 77-83; Klaus Bästlein: Völkermord und koloniale Träumerei. Das „Reichskommissariat Ostland“ unter schleswig-holsteinischer Verwaltung. In: Alfred Gottwaldt (Hg.): NS-Gewaltherrschaft. Beiträge zur historischen Forschung und juristischen Aufarbeitung. Berlin 2005 (Publikationen der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz 11), S. 217-246.

[3] So die maximalen Zahlen nach: Erzwungene Wege. Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts. (Ausstellung im Kronprinzenpalais, Berlin, 11. August bis 29. Oktober 2006). Wiesbaden 2006, S. 64.

[4] Vgl. Andrej Angrick: Der Stellenwert von Terror und Mord im Konzept der deutschen Besatzungspolitik im Baltikum. In: Lehmann, Bohn, Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 1), S. 69-87, hier S. 70-73.

[5] Dazu direkt: Hans-Erich Volkmann: Zur Ansiedlung der Deutschbalten im „Warthegau“. In: Zeitschrift für Ostforschung 30 (1981), S. 527-558; Lars Bosse: Vom Baltikum in den Reichsgau Wartheland. In: Michael Garleff (Hg.): Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich. Bd. 1. 2., durchges. und erg. Aufl. Köln u. a. 2008, S. 297-387; Markus Krzoska: Fremd unter den Volksgenossen? Deutschbalten im Reichsgau Wartheland 1939-1945. In: Jahrbuch online der Carl-Schirren-Gesellschaft 2 (2011). URL: http://alt.carl-schirren-gesellschaft.de/JO2-Krzoska.pdf (Abruf: 15.07.2014).

[6] Vgl. Rudolf Hilbrecht: Litauen im Reichskommissariat Ostland 1941-1943/44. Parallelen und Kontraste zum übrigen Baltikum, vornehmlich Estland. In: Robert Bohn (Hg.): Die deutsche Herrschaft in den „germanischen“ Ländern 1940–1945. Stuttgart 1997 (Historische Mitteilungen, Beiheft 26), S. 187-207, hier S. 201-203.

[7] Vgl. Angrick: Der Stellenwert von Terror und Mord (wie Anm. 4), S. 73-86. Dort auch die folgenden Zahlen.

[8] Vgl. Helmut Krausnick, Hans-Heinrich Wilhelm: Die Truppe des Weltanschauungskrieges. Die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD 1938–1942. Stuttgart 1981 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 22); Ralf Ogorreck: Die Einsatzgruppen und die „Genesis der Endlösung“. Berlin 1996 (Dokumente, Texte, Materialien 12); Peter Klein (Hg.): Die Einsatztruppen in der besetzten Sowjetunion 1941/42. Die Tätigkeits- und Lageberichte des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD. Berlin 1997 (Publikationen der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz 6); Wolfgang Curilla: Die deutsche Ordnungspolizei und der Holocaust im Baltikum und in Weißrussland 1941–1944. Paderborn 2006.

[9] Christoph Dieckmann: Überlegungen zur deutschen Besatzungsherrschaft in Osteuropa 1941–1944. Das Beispiel Litauen. In: Annaberger Annalen. Jahrbuch über Litauen und deutsch-litauische Beziehungen 5 (1997), S. 26-46, hier S. 41.

[10] Angrick: Der Stellenwert von Terror und Mord (wie Anm. 4), S. 83.

[11] Zahlen nach: Gerd Robel: Sowjetunion. In: Wolfgang Benz (Hg.): Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. München 1991 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 33), S. 499-560, hier S. 500-507, 556-560; Eberhard Jäckel, Peter Longerich, Julius H. Schoeps (Hg.): Enzyklopädie des Holocaust. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Berlin 1993, S. 419-421 (Estland), 854-857 (Lettland), 869-873 (Litauen), 1567-1573 (Weißrussland).

[12] Vgl. Tilman Plath: Die lettische Region Latgale unter deutscher Besatzung 1941–1944. Reaktionen der Bevölkerung. In: Lehmann, Bohn, Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 1), S. 101-115, hier 112-114.

[13] Vgl. Hilbrecht: Litauen im Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 6), S. 192-195; ausführlich Tilman Plath: Zwischen Schonung und Menschenjagden. Die Arbeitseinsatzpolitik in den baltischen Generalbezirken des Reichskommissariats Ostland 1941–1944. Essen 2012.

[14] Vgl. Plath: Die lettische Region Latgale (wie Anm. 12), S. 108f.

[15] Vgl. zum Ganzen H[ans]-D[ieter] Handrack: Das Reichskommissariat Ostland. Die Kulturpolitik der deutschen Verwaltung zwischen Autonomie und Gleichschaltung 1941–1944. Scheden [1979] / Hann. Münden 1981, hier S. 94-101. Zur kritischen Einordnung vgl. Jörg Hackmann: Das Reichskommissariat Ostland im Blick der deutschen Historiografie. In: Lehmann, Bohn, Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 1), S. 285-301, hier S. 293f.

[16] Handrack: Das Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 15), S. 138.

[17] Vgl. etwa Peter Kleist: Zwischen Hitler und Stalin 1939–1945. Aufzeichnungen. Bonn 1950 [Übersetzung ins Französische 1953]; Otto Bräutigam: So hat es sich zugetragen… Ein Leben als Soldat und Diplomat. Würzburg 1968. Siehe dazu sowie für einen Überblick der Forschungsliteratur Hackmann: Das Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 15), bes. S. 287-293; Klaus Bästlein: Zur Historiografie des Völkermords an den europäischen Juden am Beispiel des Reichskommissariats Ostland. In: Lehmann, Bohn, Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 1), S. 303-329, bes. S. 304-321.

[18] Zur Arbeit dieser Kommission und ähnlichen Einrichtungen in Estland und Lettland vgl. Walter M. Iber, Peter Ruggenthaler: Drei Besatzungen unter zwei Diktaturen. Eine vorläufige Bilanz der Forschungsarbeiten der internationalen Historikerkommissionen in Lettland, Litauen und Estland. In: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 15 (2007), S. 276-296; Eva-Clarita Onken: The Politics of Finding Historical Truth. Reviewing Baltic History Commissions and their Work. In: Journal of Baltic Studies 38 (2007), S. 109-116.

[19] Vgl. etwa Robert Bohn: Kollaboration und deutsche Mobilisierungsbemühungen im RK Ostland. Grundsätzliche Überlegungen. In: Gaunt, Levine, Palosuo (Hg.): Collaboration and Resistance (wie Anm. 2), S. 33-44; ders.: Kollaboration und Genozid im Reichskommissariat Ostland. Die strafrechtliche Aufarbeitung in der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel des Arajs-Verfahrens. In: Lehmann, Bohn, Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 1), S. 269-284. Für Litauen siehe u.a. die Einzelstudien von Joachim Tauber: Die litauische Verwaltung und die Juden in Vilnius, 1941–1943. In: Johannes Hürter, Jürgen Zarusky (Hg.): Besatzung, Kollaboration, Holocaust. Neue Studien zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. München 2008 (Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 97), S. 103-114; ders.: „Juden, Eure Geschichte auf litauischem Boden ist zu Ende!“ Litauen und der Holocaust im Jahr 1941. In: Osteuropa 52 (2002), H. 9/10, S. 1346-1360; für Estland Anton Weiß-Wendt: Murder Without Hatred. Estonians and the Holocaust. Syracuse, N.Y u.a. 2009 (Religion, theology, and the Holocaust); Ruth Bettina Birn: Die Sicherheitspolizei in Estland 1941-1944. Eine Studie zur Kollaboration im Osten. Paderborn u.a. 2006 (Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart).

[20] Vgl. als Beispiel die Überblicksdarstellungen zur Judenvernichtung in Lettland bei Andrej Angrick, Peter Klein: Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941–1944. Darmstadt 2006 (Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart 6) [Übersetzung ins Englische 2009, War and Genocide 15]; Andrew Ezergailis: The Holocaust in Latvia 1941–1944. The Missing Center. Riga 1996; Bernhard Press: Judenmord in Lettland 1941–1945. 2., veränd. Aufl. Berlin 1995 (Dokumente, Texte, Materialien 4). Zur Rolle der Zivilverwaltung vgl. Uwe Danker: Die „Zivilverwaltung“ des Reichskommissariats Ostland und der Holocaust. Wahrnehmung, Rolle und „Verarbeitung“. In: Gaunt, Levine, Palosuo (Hg.): Collaboration and Resistance (wie Anm. 2), S. 45-76.

[21] Einführend Frank Bajohr: Neuere Täterforschung, Version: 1.0. In: Docupedia-Zeitgeschichte. 18.06.2013: http://docupedia.de/zg/Neuere_Taeterforschung (Abruf: 15.07.2014).

[22] Vgl. exemplarisch die Beiträge von Uwe Danker: Der gescheiterte Versuch, die Legende der „sauberen“ Zivilverwaltung zu entzaubern. Staatsanwaltliche Komplexermittlungen zum Holocaust im „Reichskommissariat Ostland“ bis 1971. In: Bohn (Hg.): Die deutsche Herrschaft (wie Anm. 6), S. 159-185, ders.: „Wir subventionieren die Mörder der Demokratie“. Das Tauziehen um die Altersversorgung von Gauleiter und Oberpräsident Hinrich Lohse in den Jahren 1951 bis 1958. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 120 (1995), S. 173–199; ders.: Geschichten und Geschichtskonstruktionen für Gerichte und Öffentlichkeit. Täternarrationen am Beispiel des Hinrich Lohse. In: Lehmann, Bohn, Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 1), S. 229-250.

[23] Vgl. für Litauen ausführlich Christoph Dieckmann: Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941-1944. 2 Bde. Göttingen 2011; Vincas Bartusevičius, Joachim Tauber, Wolfram Wette (Hg.): Holocaust in Litauen. Krieg, Judenmorde und Kollaboration im Jahre 1941. Köln u.a. 2003. Für Lettland vgl. Sven Jüngerkes: Deutsche Besatzungsverwaltung in Lettland 1941-1945. Eine Kommunikations- und Kulturgeschichte nationalsozialistischer Organisationen. Konstanz 2010 (Historische Kulturwissenschaft 15); Katrin Reichelt: Lettland unter deutscher Besatzung 1941-1944. Der lettische Anteil am Holocaust. Berlin 2011 (Dokumente, Texte, Materialien 78); Björn M. Felder: Lettland im Zweiten Weltkrieg. Zwischen sowjetischen und deutschen Besatzern 1940-1946. Paderborn u.a. 2009 (Krieg in der Geschichte 43), S. 189-318. Für Belarus vgl. Bernhard Chiari: Alltag hinter der Front. Besetzung, Kollaboration und Widerstand in Weißrußland 1941-1944. Düsseldorf 1998 (Schriften des Bundesarchivs 53); Christian Gerlach: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941 bis 1944. Hamburg 1999; Leonid Rein: The Kings and the Pawns. Collaboration in Byelorussia during World War II. New York, NY u.a. 2011 (War and Genocide 15). Für die stadtorientierte Herangehensweise am Beispiel von Riga vgl. Angrick, Klein: Die „Endlösung“ in Riga (wie Anm. 20) sowie Eduard Mühle, Norbert Angermann (Hg.): Riga im Prozeß der Modernisierung. Studien zum Wandel einer Ostseemetropole im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Marburg 2004 (Tagungen zur Ostmitteleuropa-Forschung 21), darin die Beiträge von Edvīns Evarts (S. 255-264), Uwe Danker (S. 265-287) und Uldis Neiburgs (S. 288-293).

[24] Sebastian Lehmann: Einleitung. In: Ders., Bohn, Danker (Hg.): Reichskommissariat Ostland (wie Anm. 1), S. 9-34, hier: S. 12.

Zitation

Martin Munke: Reichskommissariat Ostland. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2014. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32579 (Stand 21.08.2014).

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