Krim

Krim

1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Krim

Anderssprachige Bezeichnungen

ukr. Krym; russ. Krym; krimtat. Qırım; Bezeichnung in der Antike: Tauris.

Etymologie

Die Herkunft des Namens „Krim“ ist nicht abschließend geklärt. Wenigstens drei Varianten kursieren: Danach geht die Bezeichnung erstens etymologisch auf das mongolisch-tatarische Wort kerim (Festung) zurück, zweitens auf das krimtatarische Wort qrım (Felsen) oder drittens auf die Kimmerier, einen Volkstamm, der in der Antike auf der Krim ansässig gewesen sein soll.

2. Geographie

Lage

Die Krim ist eine Halbinsel (Fläche 26.844 km²) am nördlichen Ufer des Schwarzen Meeres (ukr. Čorne more; russ. Čërnoe more), die im Osten an das Asowsche Meer (ukr. Azovs´ke more; russ. Azovskoe more) grenzt. Im Norden ist sie mit dem Festland durch die Landenge von Perekop (ukr. Perekops´kyj perešyjok; russ. Perekopskij perešeek) verbunden. Den östlichen Teil bildet die Halbinsel Kertsch (ukr. Kerč; russ. Kerč´). Am gegenüberliegenden Ufer der Straße von Kertsch liegt die zur Russischen Föderation gehörende Halbinsel Taman (russ. Tamanskij poluostrov; Region Krasnodar).

Topographie

Die Halbinsel besteht aus drei unterschiedlichen landschaftlichen und klimatischen Zonen: erstens aus der Steppenlandschaft im Norden, die durch den Nord-Krim-Kanal mit Wasser aus dem Dnjepr (russ. Dnepr; ukr. Dnipro) versorgt wird. Daran schließt sich zweitens eine mittlere Zone an, die durch das Krimgebirge geprägt wird. Dessen höchste Erhebungen sind der Roman-Kosch (ukr./russ. Roman Koš; krimtat. Roman Qoş) mit 1.545 m sowie der Demir-Kapu (ukr./russ.; krimtat. Demir Qapı) mit 1.540 m; die bekannteste Erhöhung ist aber wohl der Tschatyrdag (ukr. Čatyrdah; russ. Čatyrdag; krimtat. Çatır Dağ), ein 1.527 m hohes Bergmassiv mit zwei weithin sichtbaren Plateaus. Als drittes herrscht südlich des Krimgebirges mediterranes Klima, in dem Südfrüchte und Weinstöcke wachsen.

Obgleich im Krimgebirge viele Flüsse quellen, unter ihnen der mit 232 km längste Fluss der Halbinsel, der Salhyr (ukr. Salhyr; russ. Salgir; krimtat. Salğır), ist die Krim traditionell ein wasserarmes Gebiet, was auch durch die Bewässerungsprojekte in sowjetischer Zeit nicht grundlegend geändert werden konnte.

Historische Geographie

Die Krim war zu allen Zeiten ein multiethnisches Durchzugs- und Siedlungsgebiet, welches sich exklusiv-nationalen Deutungen entzieht. Es ist signifikant, dass die Halbinsel erstens häufig Teil größerer, imperialer Einheiten war (z. B. als Teil Ostroms, der Reiche der Chasaren und Osmanen oder des Russländischen Reichs), und zweitens auf ihr bis in die frühe Neuzeit hinein unterschiedlich wirtschaftende und organisierte Gruppen nebeneinander lebten, die in einem komplexen, wechselseitigen Abhängigkeits- und Austauschverhältnis standen. Deshalb entwickelte sich über lange Phasen auf der Krim kein übergreifend dominierendes Zentrum. Das Zusammenleben dieser Gruppen war von Zeiten der Koexistenz und der Auseinandersetzung geprägt.

Seit dem 15. Jahrhundert wurde mit dem unter osmanischer Suzeränität stehenden Krim-Chanat ein wesentlicher regionaler Ordnungsfaktor installiert. Mit der Annexion des Chanats durch das Russländische Reich 1783 wurde die Halbinsel politisch und strukturell in dessen Gefüge eingepasst. Im Ersten Weltkrieg und dem sich anschließenden Bürgerkrieg wechselten sich verschiedene Herrschaften in schneller Folge ab (u. a. Besatzung durch deutsche kaiserliche Truppen 1918), ehe sich 1920 die Bolschewiki endgültig durchsetzen konnten und auf der Krim eine autonome Gebietskörperschaft (Autonome Sozialistische Sowjetrepublik, ASSR) im Gefüge der RSFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik) etablierten. Im Zweiten Weltkrieg besetzte die Wehrmacht die Krim, welche auf Wunsch Adolf Hitlers (1889−1945) als ‚Gotengau‛ germanisiert werden sollte. Nach der Rückeroberung durch die sowjetische Armee erfolgte die Auflösung der ASSR 1945, die Krim wurde ein Gebiet innerhalb der RSFSR ohne Sonderrechte. 1954 kam sie zur USSR (Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik) und war somit nach der Auflösung der UdSSR und einer Volksabstimmung im Dezember 1991 Teil der Ukraine.

Trotz des von Kiew/Kyjiv/Kiev der Krim als einzigem Landesteil zuerkannten Autonomiestatus‘ war die Zugehörigkeit der Halbinsel von Anbeginn Quelle von Streitigkeiten, sowohl zwischen den überwiegend russischsprachigen Krim-Bewohnern und Kiew als auch zwischen Kiew und Moskau/Moskva. Zu Beginn der 1990er Jahre konnte die Ukraine ihren Anspruch auf die Krim nur mühsam aufrechterhalten. Ende Februar 2014 bemächtigten sich im Zuge des Euromajdans prorussische Separatisten der Krim und wurden dabei von nicht als Kombattanten gekennzeichneten russischen Militärs unterstützt. In einem am 16. März 2014 durchgeführten Referendum sollen nach russischen Zahlen, die von unabhängigen Beobachtern angezweifelt werden, mehr als 90 Prozent der Krim-Bevölkerung für den Anschluss (Prisoedinenie) mit Russland gestimmt haben. Russland entsprach (nach eigener Diktion) diesem Wunsch der Krim-Bewohner, obgleich die internationale Gemeinschaft diesen Schritt als vom Völkerrecht nicht gedeckt und somit als Annexion bewertet. Der Status der Krim ist somit gegenwärtig umstritten.

3. Geschichte und Kultur

Vor- und Frühgeschichte

In der Antike wurde die Krim anfänglich von Völkerschaften besiedelt, die von griechischen Autoren wie Herodot oder Strabon „Kimmerer“ und „Taurer“ genannt wurden. Durch pontische Griechen, die seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. an den Küsten der Krim Kolonien gegründet hatten, kam die griechische Welt mit diesen sowie mit sog. Skythen und ab ca. 500 v. Chr. auch mit Sarmaten in Berührung. Seit dem 3./2. Jahrhundert v. Chr. drangen (halb-)nomadische Stämme ein, welche die Siedlungskolonien bedrohten. Zu diesem Zeitpunkt gehörten Städte wie Chersones (griech. Chersonesos, heute Vorort von Sewastopol/Sevastopol´ und eine der wichtigsten Grabungsstädten im postsowjetischen Raum) oder Theodosia (heute Feodossija [ukr./russ. Feodosija]) bereits zum Bosporanischen Reich mit seinem Zentrum Pantikapaion (heute Kertsch), welches sich letztlich unter den Schutz des Königsreiches von Pontus stellte. Dessen Herrscher Mithridates VI. (ca. 134− 63 v. Chr.) geriet bei dem Versuch, seinen Einflussbereich auf kleinasiatische Gebiete auszuweiten, in Konflikt mit Rom. Nach dem Sieg Roms 63 v. Chr. wurde Pontus ein abhängiger Klientelstaat. Küstenstädte wie Chersones entwickelten sich zu oligarchischen Republiken und bildeten die Basis römischer Herrschaft auf der Halbinsel.

Vereinfacht als „Goten“ bezeichnete germanische Stämme tauchten um 255 n. Chr. erstmalig auf der Krim auf und zogen zum größten Teil weiter nach Westen. Die Verbliebenen wurden als Krimgoten bezeichnet, verbanden sich politisch und kulturell mit Ostrom und christianisierten sich. Ihr in den Bergen der Halbinsel gelegenes Fürstentum Theodoro bestand bis zur vollständigen Eroberung der Krim durch die Krimtataren um das Jahr 1475. Die Nationalsozialisten versuchten, ihren im Zweiten Weltkrieg erhobenen Anspruch auf die Krim mit dieser ehemaligen gotischen Besiedlung zu legitimieren.

Mittelalter

Seit dem Ende des 7. Jahrhunderts weiteten die turkstämmigen Chasaren ihre Herrschaft auf die Krim aus und wurden für knapp drei Jahrhunderte – neben dem unter anderem noch über Chersones herrschenden Ostrom – zur dortigen Ordnungsmacht. Das Verhältnis zwischen den Chasaren und Konstantinopel changierte zwischen feindlich und kooperativ, fallweise wurden Bündnisse gegen eindringende nomadisierende Gruppen (Petschenegen, Alanen u. a.) oder das persische Sassanidenreich geschlossen.

Im 10. Jahrhundert trat mit der Kiewer Rus´ ein neuer Akteur auf den Plan, welcher die chasarische Herrschaft nachhaltig erschütterte. Von einer Kontrolle der Region durch Slawen kann zu diesem Zeitpunkt nicht die Rede sein, allerdings von intensiven Handelskontakten zwischen der Rus´ und Byzanz, die sich mit Raubzügen Kiews gegen Konstantinopel abwechselten. Bis heute von großer symbolpolitischer Bedeutung ist folgende Begebenheit: Um das Jahr 988 hatte der Kiewer Großfürst Vladimir (960−1015) einen Feldzug gegen Chersones geführt und in etwa zeitgleich das Christentum byzantinischer Prägung angenommen. Altostslawischen Chroniken zufolge soll seine Taufe in Chersones stattgefunden haben, woraus sich aus russischer Perspektive ein Anspruch auf die Krim ableitet(e).

Die Seerepubliken Venedig und Genua gründeten ab dem 13. Jahrhundert entlang der Küste des Schwarzen Meeres Handelskolonien, unter anderem in Kaffa, dem ehemaligen Theodosia. Die Stadt spielte aufgrund ihrer günstigen Lage in der Ökonomie und im Handel eine wichtige Rolle, nicht zuletzt durch ihre Funktion im Sklavenhandel. Wie alle städtischen Agglomerationen der Region war auch Kaffa keinesfalls ethnisch oder religiös homogen, sondern durch große kulturelle Vielfalt geprägt. Italiener, Griechen, Slawen, Armenier und muslimische Gruppen besiedelten die Krim.

Im 14. Jahrhundert begann der Zerfall des einstmals so mächtigen eurasischen Konglomeratstaats der Goldenen Horde, aus dessen Erbmasse mehrere unabhängige Chanate entstanden. Eines von diesen, und über längere Zeit sicher das einflussreichste, war das Krim-Chanat, das nicht nur die Halbinsel selbst, sondern auch die nördlich von Perekop liegenden Territorien umfassen sollte. Nachdem sich die Tataren auf der Krim niedergelassen hatten, spielte die im nordöstlichen Gebiet zwischen Bergland und Steppe liegende Stadt Staryj Krym (ukr./russ. [Alt-Krim]; krimtat. Eski Kırım [Alte Festung]) seit dem 13. Jahrhundert als wirtschaftliches und religiöses Zentrum der Krimtataren eine wichtige Rolle, wovon bis heute die Überreste der ehemals mächtigen steinernen Moschee zeugen. Später wurde das weiter westlich in den Bergen liegende Bachtschissarai (ukr. Bachčysaraj; russ. Bachčisaraj; krimtat. Bahçesaray) Hauptstadt und kulturell-religiöses Zentrum. Alsbald gelang es den sich zum sunnitischen Islam bekennenden neuen Akteuren, mehrere Küstenstädte tributpflichtig zu machen, andere kamen Ende des 15. Jahrhunderts unter osmanische Verwaltung (als eyalet = Provinzen). Dies markierte das Ende italienischer Kolonien wie Kaffa. Auch wenn die städtische Bevölkerung sich insgesamt schnell akkulturierte, blieb der multiethnische und -religiöse Charakter der Halbinsel doch erhalten, zumal die Chane die ihnen fremden religiösen Praktiken ihrer neuen Untertanen tolerierten und aus der religiösen Differenz mittels spezieller Steuerpflichten finanzielle Vorteile zogen.

Neuzeit

Das von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur russischen Annexion von 1783 existierende Krim-Chanat war wie das Osmanische Reich eine wichtige Ordnungsmacht am nördlichen Schwarzmeerufer. Außenpolitisch war es das Ziel der Chane und der politisch einflussreichen Clans, nicht nur die Länder der Goldenen Horde unter ihre Herrschaft zu bringen, sondern auch keine andere Macht in der Region stark werden zu lassen. Deshalb wurden verschiedene Allianzen geschlossen: wechselweise mit Polen (bzw. ab 1569 Polen-Litauen) und mit dem Moskauer Staat. Außerdem wurden gemeinsam mit dem Osmanischen Reich Raubzüge in Richtung Norden durchgeführt, bei denen Tribute eingefordert und Menschen versklavt wurden. 1571 verheerten krimtatarische Truppen sogar Moskau. Ab 1478 stand das Chanat mit der Hohen Pforte in einem – allerdings privilegierten – Suzeränitätsverhältnis. Auf der Krim entstand ein bedeutendes Zentrum islamischer Kultur, wovon bis heute die Palastanlage von Bachtschissarai zeugt.

Die regelmäßigen Beutezüge des Chanats verhinderten eine dauerhafte agrarische Nutzung der fruchtbaren Steppengebiete nördlich der Krim und waren eine große Belastung für Polen und Russland. Daran konnten auch die von Moskau und der polnischen Krone zur Grenzsicherung eingesetzten Kosakenverbände nichts ändern. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden diese zuweilen sogar zu einem zusätzlichen Unruhefaktor, griffen sie doch wiederholt auf dem Wasser- und dem Landwege das Chanat und die Hohe Pforte an. Die muslimischen Akteure stellten also keinesfalls das einzige ‚räuberische‘ Element in der Region dar. Auch der Sklavenhandel existierte bereits früher, war das Schwarze Meer doch schon in der Antike ein wichtiger Umschlagplatz für dieses begehrte ‚Handelsgut‘. Dennoch resultierte das negative Bild des Chanats (und des Osmanischen Reichs) in der christlichen Welt nicht zuletzt hieraus.

Die Raubzüge waren zwar wesentlicher Bestandteil der Ökonomie des Chanats und hatten über lange Zeit zu dessen Erfolgen beigetragen. Längerfristig verhinderten sie allerdings Innovationen, etwa im Bereich (protoindustrieller) Produktion. Als sich während des 17. Jahrhunderts zudem Modernisierungsdefizite auf militärischem Gebiet gegenüber dem erstarkenden Zarenreich abzeichneten, begann der Niedergang des Krim-Chanats. Russischerseits hatte man bereits seit längerem über die Einnahme des nördlichen Schwarzmeerufers nachgedacht. Nach einigen nur temporären Erfolgen Ende des 17. Jahrhunderts markierte der Frieden von Küçük Kaynarca 1774 schließlich die Zäsur: Sankt Petersburg/Sankt Peterburg/Leningrad war dauerhaft an das Schwarze Meer vorgedrungen und hatte dem Osmanischen Reich Gebietsverluste am Bug (russ.; ukr. Zachidnyj Buh) und Dnjepr gebracht. Das Krim-Chanat wurde formal unabhängig, die Herrschaft des Chan Šagin-Giray (1745−1788) war aber vor Russlands Gnaden. Gegen den Chan und den russischen Einfluss regte sich der Widerstand einflussreicher Kreise auf der Halbinsel, sodass das Zarenreich mehr als einmal militärisch zugunsten Šagin-Girays eingreifen musste. Schließlich ließ Zarin Katharina II. (1729−1796), die auf der Halbinsel für einige Jahre mit der Ausübung indirekter, kolonialer Herrschaft experimentiert hatte, 1783 die Krim annektieren. Das ehemalige Chanat erfuhr keine Sonderbehandlung, sondern wurde zielgerichtet in die Strukturen des Zarenreichs eingepasst. Die Politik der aufgeklärt absoluten Herrschaft Katharinas II. ist als tolerant (gegenüber den Angehörigen der ehemaligen Titularnation) und pragmatisch zu bezeichnen. Im Zuge der Peuplierungspolitik Katharinas II. und Alexanders I. (1777−1825) kamen unter anderem deutsche, schweizerische und italienische Emigranten auf die Krim. Später, besonders unter Zar Alexander III. (1845−1894), wurde hingegen das russisch-slawische Bevölkerungssegment bevorzugt.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde die Krim zunehmend russisch geprägt: Viele Krimtataren verließen die unter die Herrschaft der sog. Ungläubigen gefallene Heimat in Richtung Osmanisches Reich, teils aus religiösen, teils aus wirtschaftlichen Gründen; besonders nach dem Krim-Krieg (1853−1856) waren sie zudem einem Klima des Misstrauens ausgesetzt, sodass der Migrationsstrom abermals anschwoll. Parallel dazu hatte Sankt Petersburg nach der Eingliederung mit der Anwerbung von Kolonisten begonnen. Bevorzugt wurden Gruppen, die von der russischen Administration als nützlich eingeschätzt wurden, sei es, weil man sich von ihnen Innovationen versprach (wie von den konfessionell divergenten Deutschen, Schweizern oder Schweden), oder weil sie das orthodoxe Element auf der Halbinsel stärkten (Russen, Ukrainer, Bulgaren oder Griechen). Zwar ist die Krim in russischen Debatten fast nie als Kolonie bezeichnet worden, doch wohnten der russischen Politik gegenüber dem ehemaligen Krim-Chanat trotz der im russischen Kontext nicht unüblichen Kooption der indigenen Eliten doch Merkmale kolonialer und direkter Hegemonie inne. So war der ehemaligen Titularnation, den Krimtataren, das Primat des Handels weitgehend entzogen worden. Die russische Macht gestaltete aktiv den angeeigneten Raum, etwa durch sog. gradostroenie, den Bau von Städten, oder pereselenie (Kolonisierung und Umsiedlungspolitik).

Zeitgeschichte

Im Ersten Weltkrieg kam es im Schwarzmeerraum anfänglich nur zu geringen Truppenbewegungen und einzelnen See-Operationen. Auch der Umsturz im Februar 1917 verlief vergleichsweise ruhig, allerdings entfremdeten sich Bevölkerung und Repräsentanten der neuen Ordnung schnell voneinander, und ähnlich wie in anderen Teilen des russländischen Imperiums lässt sich ein Politisierungsschub nationaler Minderheiten, so auch der krimtatarischen, feststellen. Diese wollten sich noch im Frühjahr 1917 mit kultureller Autonomie innerhalb eines künftigen demokratischen Russlands zufrieden geben, alsbald aber forderten sie Unabhängigkeit. Nach dem Oktoberumsturz eskalierte die Gewalt: „Revolutionäre“ Gruppen kämpften gegen „bourgeoise“ Russen, nationale oder soziale Partisanen schalteten sich ein. Bis zum endgültigen Sieg der Bolschewiki blieb die Lage unübersichtlich: Die UNR, die Ukrainische Volksrepublik (Ukraїns´ka Narodna Respublika), erhob Anspruch auf das Gebiet, ein unabhängiger Krim-Staat, den krimtatarische Politiker mittelfristig mit dem Osmanischen Reich verbinden wollten, wurde von verschiedenen Lagern angedacht. Nach dem Vertrag von Brest/Brest-Litovsk Anfang 1918 besetzten kaiserlich-deutsche Truppen die Halbinsel. Nach deren Rückzug im November 1918 griffen Weißgardisten und mit ihnen verbündete, alliierte Truppen ein. Krieg und Zerstörung waren die Folge.

1921/22 wurde die Krim von einer Hungersnot heimgesucht, ehe die Neue Ökonomische Politik (NÖP; Novaja ėkonomičeskaja politika, NĖP) die wirtschaftliche Lage konsolidierte. Die 1921 erfolgte Gründung der krimtatarischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) war Teil der unionsweiten Indigenisierungspolitik (russ.: korenizacija, „Einwurzelung“), welche die nichtrussischen Nationalitäten prosowjetisch stimmen sollte. Auch die Krimtataren profitierten bis Anfang der 1930er Jahre von dieser Politik, etwa auf den Gebieten des Kultus oder der politischen Teilhabe. Die Repressionspolitik Stalins (Iosif Vissarionovič Džugašvili, 1878–1953) traf dann auch die Krim und ihre Bewohner.

Nach dem Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion im Juni 1941 wurde die Krim bald in die Kampfhandlungen einbezogen. Das von 1942 bis Frühjahr 1944 dauernde deutsche Besatzungsregime zeitigte die ganze Bandbreite des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs. Die Nationalsozialisten versuchten pragmatisch, die krimtatarische Bevölkerung, die zuvor die Repressionen des stalinistischen Terrors erfahren hatte, zur Kollaboration zu bewegen, was partiell gelang. Teile der Bewohner verhielten sich jedoch auch passiv gegenüber den Besatzern und andere schlossen sich den Partisanen an. Nach der Rückeroberung der Halbinsel durch die Rote Armee 1944 diente der in seiner Absolutheit haltlose Vorwurf der Massenkollaboration als Rechtfertigung für die brutale Deportation der fast 200.000 Krimtataren sowie anderer, ‚fremder‘ Nationalitäten (z. B. der Krimgriechen), zumeist nach Zentralasien; ein Verbrechen, welches die kulturelle, religiöse und ethnische Vielfalt der Halbinsel zerstörte und das russisch-krimtatarische Verhältnis bis in die Gegenwart belastet.

Die Nachkriegsjahre waren durch die Beseitigung der Kriegsschäden sowie eine forcierte Industrialisierung geprägt. Auf der Krim entstand neben einer Agrar- eine der größten Kur- und Tourismusindustrien der Sowjetunion. 1954 wurde unter Nikita Chruščev (1894–1971) – offiziell zur Feier des 300. Jahrestages des Vertrages von Perejaslav (des Treueids der Saporoger Kosaken auf den russischen Zaren Alexei I.) – die Krim aus der RSFSR herausgelöst und von da an durch die Ukrainische Sowjetrepublik administriert. Solange die Sowjetunion existierte, war dieser Schritt von geringer Relevanz, nach ihrem Zerfall erwuchsen hieraus allerdings Probleme. Debatten über die staatsrechtliche Legalität der Chruščevschen Schenkung, der Streit um die Aufteilung der Schwarzmeerflotte und die Nutzung Sewastopols als russische Militärbasis sowie zuweilen gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den mehrheitlich russophonen, slawischen Krimbewohnern und den sukzessive aus Zentralasien zurückgekehrten Tataren prägten die Geschichte der Krim zwischen 1991 und 2014. Da die Ukraine es in den zweieinhalb Jahrzehnten seit der Unabhängigkeit nicht vermochte, das Land und damit auch die Krim prosperieren zu lassen, war die Begeisterung, mit der sich eine Mehrheit der slawischen Bevölkerung 2014 für den Anschluss der Krim an die Russische Föderation aussprach, zum Teil auch wirtschaftlich motiviert.

Ende November 2018 kam es zu einem weiteren russisch-ukrainischen Konflikt. In der Meerenge von Kertsch, unweit der Ostküste der Krim, wurden drei ukrainische Schiffe, die auf dem Weg nach Mariupol (Mariupol') waren, von der russischen Küstenwache gestoppt, beschossen und geentert. Das Vorgehen Russlands war völkerrechtswidrig.

Verwaltung

Bereits Anfang der 1990er Jahre plädierte eine Mehrheit der slawischen Bevölkerung auf der Krim für den Anschluss an Russland. Auch um diesen separatistischen Tendenzen den Wind aus den Segeln zu nehmen, erhielt die Krim 1992 als einziges Gebiet innerhalb der Ukraine den Status einer Autonomen Republik mit gewissen Hoheitsrechten in Bereichen der Finanzen, Verwaltung und Justiz sowie ein Regionalparlament. Nach der Annexion von 2014 ist die Halbinsel eines der insgesamt 85 Unionssubjekte der Russischen Föderation. Sewastopol hat, wie bereits in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als dritte Stadt nach Moskau und Sankt Petersburg den Status einer „Stadt föderalen Ranges“.

Bevölkerung

Auf der Krim leben ca. 2,2 Millionen Menschen. Innerhalb der unabhängigen Ukraine war die Krim das einzige Gebiet mit einer absoluten russischen Bevölkerungsmehrheit (ca. 60 Prozent), gefolgt von überwiegend russophonen Ukrainern (ca. 24 Prozent). Die drittgrößte Gruppe stellen die Krimtataren (zwischen 10 und 15 Prozent), wobei unklar ist, inwieweit sich ihr Anteil seit 2014 durch Emigrationen verringert hat.[1]  Die anderen Nationalitäten haben jeweils einen Bevölkerungsanteil von unter einem Prozent. Dies gilt auch für die Nachkommen deutscher Kolonisten, welche nach den Ergebnissen der ersten Volkzählung im Zarenreich von 1897 noch 5,78 Prozent stellten, deren Anzahl aber durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs stark abnahm (vgl. den Artikel zum "Schwarzmeergebiet").  Die meisten der circa 50.000 vor dem Zweiten Weltkrieg auf der Krim lebenden Nachfahren deutscher Kolonisten wurden noch vor dem deutschen Einmarsch von den sowjetischen Behörden nach Kasachstan zwangsumgesiedelt. Somit standen sie nicht mehr für die von den Nationalsozialisten geplante deutsche Besiedelung der Krim zur Verfügung.[2]

Gegenwärtig leben einige Hunderte Bewohner deutscher Muttersprache auf der Krim.[3]  Ob es zu der von Wladimir Putin 2014 versprochenen Entschädigung kommt, ist nicht abzusehen.[4]

Wirtschaft

Der Krim kam aufgrund ihrer Lage seit der Antike in der Ökonomie des Schwarzmeerraums und als Umschlagplatz für den Handel aus Asien eine bedeutende Rolle zu. Wichtige 'Güter' waren Gewürze, Getreide, Seide und Sklaven, die schon im Altertum über die Krim-Häfen distribuiert wurden. Auch spielten und spielen landwirtschaftliche Produkte (Obst, Gemüse) eine große Rolle, ebenso der Weinanbau; dies übrigens auch in krimtatarischer Zeit, konsumierte die muslimische Bevölkerung doch auch selbst Weine. Legendär ist der sog. Krymskoe (Krim-Sekt).

Das im Süden der Halbinsel milde Klima ließ die russischen Herrscher große wirtschaftliche Erwartungen hegen, welche allerdings nur partiell erfüllt wurden, zumal die russische Administration des 19. Jahrhunderts eklatante Versäumnisse auf dem Gebiet der Infrastruktur und der zielgerichteten Wirtschaftsförderung aufwies. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prosperierte allmählich der Tourismus, der insbesondere in sowjetischer Zeit konsequent gefördert wurde. Die Krim avancierte zu einem der beliebtesten Urlaubsziele innerhalb der UdSSR; bis Ende der 1980er Jahre verbrachten jährlich bis zu acht Millionen Menschen dort ihren Urlaub. Neben einer ausgeprägten Kultur der Jugendpionierlager, die sich mit dem Hauptlager „Artek“ verbindet, entstand eine Sanatoriums- und Gewerkschaftsreisenindustrie. Zugleich zog die Krim auch zahlreiche Individualtouristen an, die im sowjetischen Kontext „wilde Touristen“ genannt wurden. Nach dem Ende der Sowjetunion brach der Tourismus eklatant ein, erholte sich aber nach der Orangenen Revolution 2004/2005 und der Einführung der Visumsfreiheit. Dadurch suchten zunehmend westliche Touristen die Krim auf; deren Zahl ist aber genauso wie die anderer Reisender seit der Annexion durch Russland 2014 sehr gering.

Gegenwärtig stehen die lokale Administration und Moskau vor großen Herausforderungen, muss doch die bislang auf den ukrainischen Gesamtstaat ausgerichtete Ökonomie neu aufgestellt werden. Die gegenüber Russland verhängten Wirtschaftssanktionen westlicher Staaten tun ein Übriges. Ob die im Sommer 2018 unter großem propagandistischen Aufwand eröffnete Brücke zwischen Kertsch und der Halbinsel Taman, welche die Krim mit der Russischen Föderation verbindet, zu einer ökonomischen Gesundung verhilft, kann derzeit nicht beurteilt werden.

Militärgeschichte

Die Geschichte der russischen Krim ist untrennbar mit der 1783 gegründeten Hafen- und Garnisonsstadt Sewastopol (griech.: die Erhabene) verbunden. Die weitergehenden außenpolitischen Pläne Richtung Istanbul hatten Zarin Katharina II. zum Aufbau einer militärischen Infrastruktur in dem neu erworbenen Gebiet veranlasst, und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Dass Russland die nördliche Schwarzmeerküste dauerhaft den Osmanen und Tataren entrissen hatte, war ein Erfolg, die Bilanz russischer Krim-Herrschaft ist aber insgesamt durchwachsen: Die mit der Krim verbundenen großen wirtschaftlichen Erwartungen erfüllten sich beispielsweise nur bedingt, wurde doch das westlich gelegene Odessa/Odesa zum eigentlichen ökonomischen Motor der Region. Von der neugegründeten Hafenstadt Sewastopol aus hätte eigentlich das von dem in russischen Diensten stehenden Politiker und Militär Burkhard Christoph von Münnich (russ. Christofor A. Minich, 1683−1767) erdachte sog. Griechische Projekt, also die Zerschlagung des Osmanischen Reichs, seinen Ausgangspunkt nehmen sollen, was bekanntlich nicht geschah. Auch zeigte sich, dass die Stadt, die Festung und ihr Hafen wie die Krim überhaupt von gegnerischen Armeen eingenommen werden konnte, was ihre Erbauer niemals einkalkuliert hatten: Im Krim-Krieg und in den Weltkriegen gelang fremden Truppen die Einnahme. Diese Niederlagen schmälerten allerdings nicht die militärisch-heroische Aufladung Sewastopols und der Halbinsel im russischen kollektiven Bewusstsein. Die Bedeutung der Krim gründet hierbei nicht unwesentlich auf dem Nimbus, den die Stadt und ihre Bevölkerung durch die – so will es die Erzählung – heldenhafte, wenngleich letztlich erfolglose Verteidigung erlangten: Im Krim-Krieg leistete die Feste 349 Tage dauernden Widerstand, ehe den alliierten Truppen (Frankreich und Großbritannien an der Seite des Osmanischen Reiches, ab 1855 zudem Sardinien-Piemont) die Besetzung gelang.

Bei der Belagerung im Zweiten Weltkrieg durch die 11. Armee der Deutschen Wehrmacht unter General Erich von Manstein (1887−1973) von November 1941 bis Juni/Juli 1942 hielten die Sowjet-Armee und die Männer und Frauen der Stadt den Angreifern immerhin 250 Tage lang stand. Sewastopol gilt als Synomym des kollektiven Beharrungswillens im Angesicht eines militärisch – nicht aber moralisch – überlegenen Gegners. Davon zeugen nicht zuletzt die Gestaltung des öffentlichen Raumes der Stadt mit zahllosen Denkmälern und Erinnerungstafeln sowie die Auszeichnung als sog. Heldenstadt (Gorod geroj) in sowjetischer Zeit.

Religions- und Kirchengeschichte

Religiöse und kulturelle Vielfalt kennzeichnet die Geschichte der Krim. Sie war ein Ort des Frühchristentums und in byzantinischer Zeit ein Verbannungsort für vermeintliche Häretiker oder in Konflikt mit der kaiserlichen Macht geratene Kirchenleute, wie zum Beispiel den 655 dort sein Martyrium erleidenden Papst Martin I. Mit den Krimtataren, die sich gegenüber jüdischen und christlichen Gemeinschaften tolerant zeigten, kam der sunnitische Islam auf die Halbinsel. Grundsätzlich ließen auch die russischen Herrscher Toleranz walten, erließ Katharina II. doch ein auch eingehaltenes Missionsverbot, sodass die orthodoxe Mission auf die christlichen Gemeinschaften (Altgläubige, Katholiken [z. B. Polen] oder Protestanten [z. B. deutsche oder Schweizer Kolonisten]) beschränkt blieb.

Die antireligiösen Kampagnen der 1920er Jahre in der Sowjetunion sowie die allgemein antireligiöse Haltung des Regimes setzte allen Glaubensgemeinschaften zu, allerdings wurde der Islam in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg offenbar nicht so massiv verfolgt wie die Orthodoxie. Das auf einer langen Tradition beruhende Judentum auf der Krim wurde durch die nationalsozialistische Shoah komplett vernichtet, während die ebenfalls auf der Krim beheimateten nichtrabbinischen Karäer der Vernichtung entgingen.

Literatur

Die landschaftlich reizvolle Krim hat insbesondere die russische Literatur stark inspiriert. Wesentliche Autoren und Werke sind Alexander Puschkin (1799−1837) mit Bachčisarajskij fontan (Der Brunnen von Bachtschissarai, 1824), Lew Tolstoi (1828−1910) und seine Sevastopol’skie rasskazy (Sewastopoler Erzählungen, 1855−1856) oder Anton Tschechows (1860−1904) Dama s sobačkoj (Die Dame mit dem Hündchen, 1899). Der polnische Nationaldichter Adam Mickiewicz (1798−1855) hat der Krim mit seinen Sonety Krymskie (Die Krim-Sonette, 1826) ebenfalls ein weithin rezipiertes Denkmal gesetzt. Die Krim wurde zudem für viele bedeutende Autoren ein kreatives Refugium (z. B. für Ilja Ehrenburg [1891−1967], Anna Achmatowa [1889−1966], Alexander Grin [Aleksandr Grinevskij; 1880−1932]).

Gedächtnis- und Erinnerungskultur

Als Ort der vermeintlichen Taufe Vladimirs und einer militärisch-heroischen Leidensnarration spielt die Krim im emotional geprägten kollektiven Gedächtnis vieler ehemaliger Sowjetbürger eine große Rolle. Bis in die Gegenwart ist die mentale Aneignung der Krim auf russischer Seite spürbar, die freilich im Verlauf des 20. Jahrhunderts sowohl eine krimtatarische als auch eine (eingeschränkte) ukrainische Parallele hatte.

4. Diskurse/Kontroversen

Bis in die Gegenwart ist die Krim Gegenstand historischer und aktueller Kontroversen. Wesentlich erscheinen insbesondere folgende Aspekte: Auch wenn die Krim erst mit dem ausgehenden 18. Jahrhundert Bestandteil einer russisch-geprägten staatlichen Entität wurde, versuchten Politiker und Wissenschaftler (Historiker, Archäologen etc.), die Existenz eines manifesten slawisch/russischen Bevölkerungssegmentes in möglichst frühen Zeiten zu ‚beweisen‘. Ähnliche Ansätze gibt es auch seitens ukrainisch-nationaler Wissenschaftler; die angebliche Taufe Vladimirs wird in diesem Kontext zu einem, aber beileibe nicht dem einzigen Erzählelement. Von Seiten der krimtatarischen Bevölkerung als ehemaliger Titularnation erwächst ein konkurrierender Anspruch auf die Krim als Siedlungsgebiet etwa seit dem 13. Jahrhundert. Auch im krimtatarischen Kontext gibt es eine mit dem Ort verbundene Opfernarration (ähnlich dem russischen Sewastopol-Topos), nämlich die stalinistischen Deportationen von 1944, welche die krimtatarische Gemeinschaft als Genozid im Sinne des internationalen Völkerrechts anerkannt wissen will.

Eine russisch-ukrainische Kontroverse entzündet sich an der Frage der Rechtmäßigkeit der sog. Chruščevschen Schenkung von 1954 hinsichtlich ihrer Konformität zur damaligen Verfassung.

5. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Stefan Albrecht, Falko Daim, Michael Herdick (Hg.): Die Höhensiedlungen im Bergland der Krim. Umwelt, Kulturaustausch und Transformation am Nordrand des Byzantinischen Reiches. Mainz 2013 (Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, RGZM, 113).
  • Meir Buchsweiler: Volksdeutsche in der Ukraine am Vorabend und Beginn des Zweiten Weltkrieges - ein Fall doppelter Loyalität? Gerlingen 1984.
  • Alfred Eisfeld: Deutsche im Schwarzmeergebiet, auf der Krim und im Kaukasus vom 19. Jahrhundert bis 1941 (Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit 88). Hamburg 2016.
  • Alan W. Fisher: The Crimean Tatars. Stanford 1978.
  • Kerstin S. Jobst: Im Spiel mit großen Mächten? Nationale Konflikte nach dem Zerfall des Zarenreichs bis zum Beginn des Russischen Bürgerkriegs 1918/19 auf der Halbinsel Krim. In: Philipp Ther, Holm Sundhaussen (Hg.): Nationalitätenkonflikte im 20. Jahrhundert. Ursachen von inter-ethnischer Gewalt im Vergleich. Wiesbaden 2001 (Forschungen zur Osteuropäischen Geschichte 59), S. 83−107.
  • Kerstin S. Jobst: Die Perle des Imperiums. Der russische Krim-Diskurs im Zarenreich. Konstanz 2007 (Historische Kulturwissenschaft 11).
  • Kerstin S. Jobst: Gefährliche Fremde und Titularnation? Partizipation der Krimtataren im Zarenreich und in der frühen Sowjetunion. In: Katrin Boeckh, Antje Himmelreich, Edvin Pezo, Natali Stegmann (Hg.): Staatsbürgerschaft und Teilhabe. Bürgerliche, politische und soziale Rechte in Osteuropa. München 2014, S. 179−198.
  • Kerstin S. Jobst, Die symbolische Bedeutung der Halbinsel Krim für Russland, in: Russland-Analysen Nr. 291: www.laender-analysen.de/russland/pdf/RusslandAnalysen291.pdf.
  • Konrad Keller: Die Deutschen Kolonien in Südrußland. Odessa 1905 (Neuauflage: Historischer Forschungsverein der Deutschen aus Russland e.V. [Hg.]). Nürnberg 2000.
  • Norbert Kunz: Die Krim unter deutscher Herrschaft 1941–1944. Germanisierungsutopie und Besatzungsrealität. Darmstadt 2005.
  • Paul Robert Magocsi: This Blessed Land. Crimea and the Crimean Tatars. Toronto 2014.
  • Dietmar Neutatz: Die „deutsche Frage“ im Schwarzmeergebiet und in Wolhynien. Politik, Wirtschaft, Mentalitäten und Alltag im Spannungsfeld von Nationalismus und Modernisierung (18561914). Stuttgart: 1993 (Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa, 37. Zugleich: Salzburg, Paris-Lodron-Universität, Diss., 1990). 478 S.
  • Edvin Pezo, Natali Stegmann (Hg.): Staatsbürgerschaft und Teilhabe. Bürgerliche, politische und soziale Rechte in Osteuropa. München 2014, S. 179−198.
  • Gwendolyn Sasse: The Crimea Question. Identity, Transition, and Conflict. Cambridge, Mass. 2007 (Harvard Series in Ukrainian studies).
  • Valerij Evgenʹevič Vozgrin: Istoričeskie sud’by Krymskich Tatar [Die historischen Geschicke der Krimtataren]. Moskva 1992.
  • Brian Glyn Williams: The Crimean Tatars. The Diaspora Experience and the Forging of a Nation. Leiden u. a. 2001 (Brill’s Inner Asian library 2).

Weblink

Anmerkungen

[1] Kunz: Die Krim unter deutscher Herrschaft; Buchsweiler: Volksdeutsche in der Ukraine am Vorabend und Beginn des Zweiten Weltkrieges. 

[2] Vgl. dazu die Ergebnisse der ukrainischen Volkszählung 2001: http://2001.ukrcensus.gov.ua/results/general/nationality/crimea/, http://2001.ukrcensus.gov.ua/results/general/language/crimea/ (Abruf 05.07.2019).

[3] Kunz: Die Krim unter deutscher Herrschaft; Buchsweiler: Volksdeutsche in der Ukraine am Vorabend und Beginn des Zweiten Weltkrieges.

[4] Pervaja vseobščaja perepis' naselenija Rossijskoj Imperii 1897 g. Raspredelenie naselenija po rodnomu jazyku i uezdam 50 gubernij Evropejskoj Rossii. Tavričeskaja Gubernija [Erste allgemeine Volkszählung des Russländischen Imperiums 1897]: http://demoscope.ru/weekly/ssp/rus_lan_97_uezd.php?reg=1420 (Abruf 05.07.2019).

[5] Vgl. Tim Neshitov: Unsere Halbinsel. Stalin vertrieb sie in Viehwaggons von der Krim – erst die Deutschen, dann die Tataren, die Armenier, die Bulgaren, die Griechen. Putin will sie nun entschädigen. In: Süddeutsche Zeitung vom 20. Oktober 2014, 11.

Zitation

Kerstin Susanne Jobst: Krim. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2019. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32565 (Stand 14.07.2020).

OME-Redaktion (Stand: 11.01.2021)