Warschau/Warszawa

1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Warschau

Amtliche Bezeichnung

poln. Warszawa

Anderssprachige Bezeichnungen

lat. Varsovia, engl. Warsaw, frz. Varsovie, russ. Варшава (translit. Varšava), jidd. וואַרשע (Warsche), Esperanto: Varsovio

Etymologie

Nach der Legende geht der Name auf die Geschwister Wars und Sawa bzw. den Bauern Warsz zurück, die hier an der Weichsel gelebt haben sollen.

2. Geografie

Lage

52° 13’N, 21° 2‘ O

Die größte Stadt der Republik Polen liegt in der Tiefebene der historischen Landschaft Masowien (poln. Mazowsze), 103 m ü. N. N. Warschau erstreckt sich zu beiden Seiten der Weichsel (poln. Wisła), die ein wichtiges Wasserreservoir bildet.

Staatliche und administrative Zugehörigkeit

Die Hauptstadt der Republik Polen (poln. Rzeczpospolita Polska) und der Woiwodschaft Masowien (poln. Województwo Mazowieckie) hat 1.794.166 Einwohner (01.01.2021)[1]. Warschau ist das politische, finanzielle und wirtschaftliche Zentrum des Landes: Es ist Sitz der Regierung, des Parlaments, diplomatischer und anderer internationaler Vertretungen, aller hohen Verwaltungseinrichtungen, zahlreicher Hochschulen und anderer wissenschaftlicher, pädagogischer und kultureller Institutionen sowie der Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Frontex). Die Stadt gliedert sich in 18 Gemeinden von Bemowo bis Żoliborz.

3. Geschichte und Kultur

Gebräuchliche Symbolik

Die „Warschauer Sirene“, die Figur einer Frau mit Flügeln, Vogelkrallen und Fischschwanz, bewaffnet mit Schwert und Schild, findet sich im Wappen der Stadt, als Statue und an vielen anderen Stellen im Stadtbild.

Gebräuchliche Beinamen

Warschau wird häufig als „heldenhaft“ (miasto bohaterskie) bezeichnet und mit dem mythischen Vogel Phönix assoziiert, da es im Zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört wurde und dennoch weiterlebt. Das Motto der Stadt lautet. „Semper invicta“. Besonders herausgestellt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Zentralfunktion als Hauptstadt (miasto stołeczne).

Archäologische Bedeutung

Auf dem Gebiet der Stadt gibt es Siedlungsspuren aus der Zeit um 12.000 v. Chr. sowie solche einer ersten Ansiedlung aus der Zeit der Lausitzer Kultur um 1000 v. Chr.

Allgemeine Geschichte

Mittelalter

Im 10./11. Jahrhundert bestanden in den Gebieten der heutigen Stadtteile  Bródno, Kamion und Solec die frühesten Siedlungen. In Jazdów und im Bereich der heutigen Altstadt existierten Burganlagen. Herzog Ziemowit II., einer der Herzöge von Masowien, die den Deutschen Orden zur Pruzzen-Bekämpfung ins Land geholt hatten, erwähnte Warschau 1313 in einem Dokument. In der Stadt, die an den Handelswegen von Thorn/Toruń nach Vladimir und von Breslau/Wrocław nach Wilna/Vilnius lag, fand 1339 in der Pfarrkirche St. Johannis (die im 18. Jahrhundert Bischofssitz wurde)  der Prozess zwischen dem Königreich Polen und dem Kreuzritterorden statt, in dessen Folge das Kulmer Land und Pommern an Polen fielen. 1413 wurde Warschau Hauptstadt von Masowien und erhielt Stadtrecht („Kulmer Recht“).

Neuzeit

Ab 1526 gehörten Masowien und Warschau zur polnischen Krone. 1569 vereinigten sich das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen in der „Union von Lublin“ zur „Republik beider Nationen“ (poln. Rzeczpospolita Obojga Narodów); Warschau wurde als Ort der künftigen Reichstage bestimmt. 1573 fand die erste Königswahl in Warschau statt. 1596 verlegte König Sigismund III. Wasa (1566–1632, regierte ab 1587) die Hauptstadt Polens von Krakau/Kraków nach Warschau. 1648 erhielt Praga am rechten Weichselufer Stadtrechte. 1655–1657 wurde Warschau von Schweden besetzt und zerstört. 1697 wurde Kurfürst Friedrich August von Sachsen, „der Starke“ (1670–1733, regierte als König von Polen 1697–1706 und 1709–1733), als August II. zum polnischen König gekrönt. Ihm folgte mit seinem Sohn August III. (1696–1763, regierte ab 1733) ein weiterer Wettiner auf dem polnischen Thron, der die politischen und kulturellen Verbindungen zwischen Warschau und Dresden weiter festigte. 1772 wurde Polen zum ersten Mal unter Russland, Preußen und Österreich geteilt, Warschau stand unter russischem Protektorat. 1788–1792 tagte der vierjährige „Große Sejm“ in Warschau, der 1791 die Konstitution vom 3. Mai verabschiedete, die damals modernste Verfassung Europas. Seit 1791 gehörte Praga zu Warschau. Im Zuge der Zweiten Teilung Polens wurde Warschau 1793 russisch besetzt. 1794 wurde Stanisław August Poniatowski (1732–1798, reg. 1764–1795) zum letzten polnischen König gewählt. Er machte Warschau zu einem Zentrum der Aufklärung. Die Stadt erlebte eine kulturelle Hochzeit in Kunst und Architektur, deren Bauwerke und gestalterische Einflüsse das Stadtbild bis heute prägen (wie z. B. der Łazienki-Park mit dem Palais auf der Insel und das Palais von Antonio Corazzi). Zugleich war dies die Zeit des Niedergangs des polnischen Staates, der 1795 von der europäischen Landkarte verschwand und zwischen Russland, Preußen und Österreich aufgeteilt wurde (Dritte Teilung Polens).

19. Jahrhundert

Warschau wurde zur Hauptstadt des von Napoleon geschaffenen Herzogtums Warschau (1807–1813) und nach dem Wiener Kongress zur Hauptstadt des Königreichs Polen mit dem russischen Zaren als König („Kongresspolen“). 1830 scheiterte der sogen. Novemberaufstand gegen die Teilungsmacht, eine starke Russifizierungspolitik setzte ein, und es kam zur „Großen Emigration“ nach Westeuropa, bei der auch bedeutende Warschauer wie der Komponist Frédéric Chopin (1810–1849) oder der Historiker Joachim Lelewel (1786–1861) das Land verließen. Nach dem ebenfalls gescheiterten Januaraufstand von 1863 war Warschau nur noch eine unbedeutende Gouvernementstadt am Westrand des Russischen Reichs. Mit der zweiten Emigrationswelle verließ u. a. der Warschauer Schriftsteller Józef Ignacy Kraszewski (1812–1887) das Land; in Dresden entstanden seine „Sachsen-Romane“ über die Zeit der sächsisch-polnischen Könige.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Industrie, Warschau wurde an das Eisenbahnnetz auf der Strecke Wien St. Petersburg angeschlossen. In den 1880er Jahren strömten vermehrt Zuwanderer nach Warschau; die Wohnverhältnisse waren schlecht. Die Stadt wurde zum Zentrum der polnischen Arbeiterbewegung: 1882 gründete Ludwik Waryński (1856–1889) die erste sozialistische Partei („Großes Proletariat“ – Wielki Proletariat).

20. Jahrhundert bis heute

Im Ersten Weltkrieg verdrängten die deutschen und österreichischen Truppen Ende August 1915 die Russen aus Kongresspolen; Zentralpolen gelangte als zivil verwaltetes „Generalgouvernement Warschau“ unter deutsche Ägide. Am 5. November 1916 proklamierte der Warschauer Generalgouverneur Hans von Beseler das sogenannte Regentschaftskönigreich Polen. Mit der Unabhängigkeitserklärung vom 11. November 1918 erlangte das wiedervereinigte Polen die staatliche Souveränität zurück. Warschau wurde Hauptstadt der Zweiten Polnischen Republik (poln. Druga Rzeczpospolita Polska).

Vom 13. bis 25. August 1920 fand am rechten Ufer der Weichsel die entscheidende Schlacht im Polnisch-Sowjetischen Krieg statt, bei der es gelang, die Rote Armee zurückzudrängen („Wunder an der Weichsel“). Am 1. September 1939 überfielen deutsche Truppen Polen, der Zweite Weltkrieg begann. Warschau musste aber am 26. September 1939 kapitulieren. Das Königsschloss wurde verwüstet, Kunstsammlungen, Archive und Bibliotheken wurden geplündert. Ende Oktober 1939 wurde Stadtpräsident Stefan Starzyński (1893–1939) verhaftet. Seit Beginn des Krieges gab es Erschießungen, ab Dezember 1939 in den Wäldern von Palmiry nordwestlich von Warschau. Im Oktober 1940 wurde das jüdische Ghetto mit einer drei Meter hohen Mauer errichtet, das aus zwei nur durch eine Brücke verbundenen Teilen bestand. Bis 1942 wurden von hier aus 300.000 Juden nach Treblinka deportiert und dort vergast. 1942 wurde parallel ein ‚deutsches Wohngebiet‘ am Łazienki-Park errichtet. Die schon 1940 angeordnete Dreiteilung in je ein polnisches, deutsches und jüdisches Wohngebiet wurde jedoch nicht konsequent durchgeführt.

Am 19. April 1943 begann der Kampf der im Ghetto verbliebenen Juden, der sog. „Warschauer Ghetto-Aufstand“. Dabei ging es laut Marek Edelman (1919–2009), einem der wenigen Überlebenden, „… darum, sich nicht abschlachten zu lassen, wenn sie kamen, uns zu holen. Es ging nur um die Art zu sterben.“[2]Die konspirative Gruppe mit dem Tarnnamen „Oneg Schabbat“ (= Freude am Sabbat) um den Historiker Emanuel Ringelblum (1900–1944) sammelte Dokumente (Ausweise, Meldekarten, Einberufungsbescheide zur Zwangsarbeit, Tagebücher, künstlerische Arbeiten) der Geschichte und der Vernichtung der Juden unter deutscher Besatzung. Die Sammlung wurde in Blechdosen und Milchkannen versteckt und nach dem Krieg in Teilen aufgefunden („Ringelblum-Archiv“). Am 16. Mai 1943 wurde der Aufstand niedergeschlagen, die Synagoge zerstört und das Ghetto endgültig „liquidiert“. Jürgen Stroop (1895–1952), verantwortlicher Befehlshaber der SS-, Polizei- und Wehrmachteinheiten, meldete nach Berlin, das ehemalige jüdische Wohnviertel Warschau bestehe nicht mehr.

Vom 1. August bis zum 3. Oktober 1944 kämpfte die polnische Heimatarmee (poln. Armia Krajowa) im „Warschauer Aufstand“ gegen die deutschen Besatzer. Dessen Niederschlagung gilt als Gemeinschaftstat der Deutschen und Russen. Während der 63 Tage arbeiteten alle militärischen, politischen und gesellschaftlichen Untergrundorganisationen in Warschau, das Hauptstadt des polnischen Untergrundstaates war, zusammen. Die Heimatarmee war der Exilregierung in London unterstellt. Bildung und Kultur fanden im Untergrund statt, da sie von den Besatzern unterdrückt wurden.

Am 5. August befahl der „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler (1900–1945), alle Einwohner ohne Rücksicht auf ihr Alter und Geschlecht zu erschießen und Warschau dem Erdboden gleichzumachen. Fehlende Lebensmittel, Wassermangel und Erschöpfung und die Übermacht der deutschen Einheiten führten dazu, dass am 2. Oktober 1944 der Kapitulationsvertrag zwischen der deutschen Wehrmacht und der polnischen Heimatarmee geschlossen wurde, die Kampfhandlungen wurden eingestellt. Überlebende des Warschauer Aufstands wurden zum Teil in KZs transportiert, die Stadt wurde planmäßig vernichtet. Insgesamt kamen im Krieg 700.000 Warschauer um, mehr als die Hälfte der Vorkriegsbevölkerung der Stadt. Das rechtsseitige Praga wurde bereits am 14. September 1944 von sowjetischen Truppen eingenommen. Wegen angeblicher Nachschubschwierigkeiten setzte die Rote Armee erst am 17. Januar über ins menschenleere linksseitige Warschau. Bereits am 3. Januar war in Lublin der Wiederaufbau von Warschau als Hauptstadt beschlossen worden. Am 20. Januar verlegte die provisorische kommunistische Regierung ihren Sitz von Lublin nach Warschau.

Nach 1945 wurde Warschau zur Hauptstadt der Volksrepublik Polen als Satellitenstaat der Sowjetunion. Am 26. Oktober 1945 wurden Grund und Boden in Warschau verstaatlicht („Bierut-Dekret“). Ganz Polen sammelte für den Wiederaufbau Warschaus, seine Altstadt wurde ab 1953 rekonstruiert. 1954 wurde Warschau für Zuzüge geschlossen (eine bis in die 1980er Jahre gültige Vorschrift) und galt als Stadt der Nomenklatur. Der „Warschauer Pakt“, das nach dem Ort der Gründungskonferenz benannte Militärbündnis kommunistischer Staaten Europas unter Führung der Sowjetunion, wurde im Mai 1955 geschlossen (und zum 1. April 1991 aufgelöst).

Władysław Gomułka (1905–1982) löste als erster Parteisekretär im „Polnischen Oktober“ 1956 die Altstalinisten ab. Der „Polnische Frühling“ endete 1957.

1968 forderte Gomułka die „Zionisten“ auf, Polen zu verlassen, fast die Hälfte der noch in Polen ansässigen Juden verließ das Land. 1970 stürzte Gomułka, sein Nachfolger Edward Gierek (1913–2001) verfolgte eine Liberalisierungspolitik mit kleinen Zugeständnissen.

Der Warschauer Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen wurde am 7. Dezember 1970 unterzeichnet. Darin stellten beide Seiten fest, dass die Oder-Neiße-Linie „die westliche Staatsgrenze der VR Polen bildet“ (Art. I). Das Bild vom Kniefall Willy Brandts (1913–1992) vom 7. Dezember 1970 vor dem Ghettodenkmal in Warschau ging um die Welt und prägte sich als bedeutsame Symbolhandlung des 20. Jahrhunderts („Erinnerungsort“) ein.

1976 kam es zu Streiks und Protesten, das Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (KOR) wurde in Warschau gegründet. 1979 kam der polnische Papst Johannes Paul II. (1920–2005) – Hoffnungsträger der Opposition – erstmals nach Polen und Warschau. Am 13. Dezember 1981 rief General Wojciech Jaruzelski (1923–2014) das Kriegsrecht in Polen aus, das bis zum 22. Juli 1983 dauern sollte. Im Oktober 1984 wurde Jerzy Popiełuszko (1947–1984), Priester der Warschauer Stanisław-Kostka-Gemeinde, vom Sicherheitsdienst ermordet. Im selben Jahr 1984 wurde der Wiederaufbau des Königsschlosses in Warschau fertiggestellt, für den Jahrzehnte lang in ganz Polen Spenden gesammelt worden waren.

Im Frühjahr 1989 fanden im Warschauer Palais Radziwiłł die Verhandlungen am „Runden Tisch“ statt, die zu den ersten teilweise freien Wahlen in Polen seit dem Zweiten Weltkrieg führten und für ganz Osteuropa zum Modell für die Wende zu Demokratie und Marktwirtschaft einleiteten. Zum ersten Mal gab es im Juni 1989 zum Teil freie Wahlen, die „Transformation“ des Systems begann. Erster nicht-kommunistischer Ministerpräsident der Republik Polen wurde Tadeusz Mazowiecki (1927–2013).

Der Deutsch-Polnische Grenzvertrag vom 14. November 1990 und der Deutsch-Polnische Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit vom 17. Juni 1991 stellten die Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage.

Am 1. Mai 2004 trat die Republik Polen der Europäischen Union bei.

Bevölkerung

Mit dem enormen Bevölkerungsverlust im Zweiten Weltkrieg verschwanden auch die Atmosphäre und Folklore, der typische Warschauer Slang (die sog. „Wiechsche Sprache“, benannt nach dem Pseudonym des Publizisten Stefan Wiechecki, 1896–1979). Etwa die Hälfte der 700.000 Toten waren Warschauer Juden – auch ihre Welt ging unter. Seit Jahrhunderten lebten in Warschau – neben Juden, Russen und Angehörigen verschiedenster Nationen wie Ukrainern, Weißrussen, Franzosen, Italienern und Engländern – auch Deutsche.[3] Einwanderungen fanden im Mittelalter, vor allem aber im 18. und 19 Jahrhundert statt. Nach den negativen Erfahrungen mit den Deutschen im Zweiten Weltkrieg ist dieser Teil der Warschauer Geschichte bis heute wenig gefragt. Die Ausstellung „Polen aus freier Wahl. Deutschstämmige Familien in Warschau im 19. und 20. Jahrhundert“ zeigte 2011/12 anhand von ausgewählten Beispielen, dass die Ankömmlinge aus Deutschland damals schnell in der polnischen Gesellschaft aufgingen, zu Polen und Warschauern wurden und bis heute Spuren in Architektur, Industrie, Wissenschaft und Kultur der Stadt hinterlassen haben.[4]

Bevölkerungsentwicklung Warschau:

Jahrin Tausend
1339

ca. 1.500–2.000

1579

ca. 10.000

1655

ca. 18.000

1659

ca. 4.000

1786

96.100

1799

63.400

1826131.700
1831

126.800

1846

167.000

1863

222.900

1903771.300
1913884.500
1915

780.700

1921

936.700

19391.310.000
19421.027.000
1944

162.000

1945377.900
1950803.800
1960

1.13600

19901.655700
2000

1.672400

20101.720400[5]
2015

1.744.351[6]

2021

1.794.166[7]

 

Wirtschaft

Seit Beginn der 1990er Jahre erlebte Warschau einen Konjunktur-Boom und entwickelte sich zu einer internationalen Wirtschaftsmetropole. Hauptwirtschaftszweige sind Dienstleistungen und Einzelhandel, Banken, Versicherungen, Medien und Telekommunikation.

Zur Wirtschaftsgeschichte der Stadt gehört die Familie Fukier, der polonisierte Zweig der Fugger-Familie. Der Augsburger Georg Fugger ließ sich Anfang des 16. Jahrhunderts in Warschau nieder. Bis heute besteht in der Altstadt ein Restaurant an der Stelle des Weinkellers „Winiarnia Fukierowska“, der für eine einzigartige Sammlung von Weinen aus ganz Europa berühmt war. 1939 wurde das Fukier-Haus von deutschen Besatzern konfisziert und 1944 während des Aufstands zerstört.

Mit den Sachsenkönigen kamen im 18. Jahrhundert deutsche Künstler, Architekten, Stadtplaner und andere Fachleute nach Warschau. Im 19. Jahrhundert ließen sich deutsche Kaufleute, Unternehmer und Handwerker in Warschau nieder – so entstand 1840 die Klavierfabrik von Johann Alexander Kerntopf, 1846 die Brauerei Haberbusch & Schiele, Emil Wedel gründete Ende des 19. Jahrhunderts die Schokoladenfabrik E. Wedel und Gottlieb Luis Weigle eine Lederfabrik.[8] Die Familien gehörten oft der evangelisch-lutherischen Kirche an und unterstützten die polnischen Unabhängigkeitsbestrebungen.

Religions- und Kirchengeschichte

In Warschau lebten seit Jahrhunderten katholische, evangelische (oft deutscher Abstammung) und orthodoxe (oft russischer oder ukrainischer Abstammung) Christen und Juden sowie Angehörige weiterer Religionen zusammen.

Im 17. Jahrhundert wurde die katholische St. Benno-Kirche (Kościół Św. Benona) von in Warschau lebenden Deutschen gegründet. Im 18. Jahrhundert wirkte hier der aus Mähren stammende Redemptorist Klemens Maria Hofbauer (1751–1820). Er wurde auch „Apostel Warschaus“ genannt und ist Patron der Stadt Wien. In seiner Warschauer Zeit gründete er auch eine Ordensniederlassung in Mitau/Jelgava (Lettland).

Die klassizistische evangelisch-augsburgische Kirche der hl. Dreifaltigkeit (poln. Kościół Ewangelicko-augsburski) am pl. Małachowskiego entstand unter König Stanisław August Poniatowski als Zeichen religiöser Toleranz (1781 eingeweiht). Der lange Zeit höchste Bau Warschaus erinnert an das römische Pantheon. Die Kirche ist heute Hauptkirche der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Warschau.

Eine wichtige Persönlichkeit war Bischof Juliusz Bursche (1862–1942), Oberhaupt der evangelisch-lutherischen Kirche Polens. Er wollte im katholischen Polen eine starke evangelische Kirche schaffen, die – wenn auch mit mehrheitlich deutschstämmigem Hintergrund – dem polnischen Staat gegenüber loyal war. Als Gegner des NS-Regimes kam er im September 1939 ins KZ Sachsenhausen und starb in einem Berliner Gefängniskrankenhaus. Auf dem Warschauer evangelischen Friedhof wurde ihm ein symbolisches Grab errichtet.

Orthodoxe Christen lebten in Warschau zunächst vor allem in Zeiten russischer Vorherrschaft. Die Alexander-Newski-Kathedrale am Sächsischen Platz (poln. Plac Piłsudskiego) hatte 1912 bei ihrer Einweihung den höchsten Turm der Stadt. Im neu gegründeten polnischen Staat wurde sie nach 1918 als Symbol der russischen Teilungsmacht abgerissen. Heute wird für die aus der Ukraine und anderen benachbarten Staaten zugewanderten orthodoxen Gläubigen eine weitere orthodoxe Kirche in Warschau gebaut, zusätzlich zu drei bereits bestehenden.

In den Jahren 1918–1939 lebte in Warschau die größte jüdische Gemeinschaft in Europa (nach New York die zweitgrößte weltweit) mit 380.000 Personen, d. h. fast 30 Prozent der Einwohner der Stadt waren Juden. Sie hielten sich überwiegend an einen traditionellen, orthodox-religiösen Verhaltenskodex, lebten von Handwerk, Handel und Industrie und gehörten vor allem zum Kleinbürgertum und Proletariat. Ab 1918 hatten Juden formal alle Staatsbürgerrechte, die Gleichberechtigung war jedoch in der Praxis beschränkt (z. B. im wirtschaftlichen Bereich). Eine nationalistische Presse vergiftete in der Zwischenkriegszeit die Atmosphäre.

Manche Warschauer Juden hatten sich im Kulturleben assimiliert – z. B. der Publizist und Gründer der Philharmonie Aleksander Rajchman (1855–1915), der Komponist Ludwik (Louis) Grossman (1835–1915) oder der Dirigent Grzegorz Fitelberg (1879–1953). Die große Mehrzahl war jedoch nicht assimiliert und bildete eine eigene Gruppierung.

Alltag

Warschau ist das politische und wirtschaftliche Zentrum Polens sowie der Woiwodschaft Masowien mit 5.425.028 Einwohnern (Stand 31.12.2020)[9] und verfügt damit über einen sehr großes Einzugsgebiet. Die Stadt erfüllt viele zentrale und repräsentative Funktionen und ist auch der zentrale Knotenpunkt im polnischen Wege- und Verkehrsnetz.

Die Weichsel teilt die Stadt noch immer in zwei unterschiedlich geprägte Hälften („West – Ost“). In Praga findet man Anklänge an die Vorkriegsatmosphäre, da der Stadtteil weniger stark zerstört wurde und der Krieg hier bereits 1944 endete.

Kunstgeschichte

Das historische Stadtzentrum am Hochufer der Weichsel wurde nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg weitgehend nach originalen Vorbildern wiederaufgebaut (siehe 4. Diskurse/Kontroversen), so dass die wichtigsten Straßenzüge und Objekte sowie die städtebauliche Entwicklung auch heute ablesbar sind.  Nördlich der Burg der Herzöge von Masowien entwickelte sich im 13./14. Jahrhundert die Altstadt mit der Pfarrkirche St. Johannis und schachbrettartigen Straßenzügen um den rechteckigen Ring (Rathaus 1817 abgetragen). 1408 gründete der masowische Herzog Janusz I. nördlich angrenzend die Neustadt (poln. Nowa Warszawa) mit Rathaus, Marktplatz und der Pfarrkirche Verkündigung Mariae als eigenständigen Organismus, der erst 1791 in die Stadt Warschau eingemeindet wurde. Ab dem späten 17. Jahrhundert erfolgte die großzügige Stadterweiterung nach Süden. Über die Krakauer Vorstadt (poln. Krakowskie Przedmieście) verbindet der sogen. Königsweg die im 17. Jahrhundert zur königlichen Residenz ausgebaute ehemalige Herzogsburg am Südrand der Altstadt mit dem königlichen Lustgarten Łazienki und der Sommerresidenz Wilanów. Er geht zurück auf den historischen Handelsweg Czersk–Zakroczym und wurde zur Prachtstraße mit repräsentativen Palais der Magnatenfamilien ausgebaut, in denen heute staatliche, kulturelle und wissenschaftliche Institutionen ihren Sitz haben.

Von der „Sächsischen Achse“, der größten städtebaulichen Anlage des Barock nach dem Vorbild der Bauten Ludwigs XIV., ist nur noch ein Teil des ehemaligen Sächsischen Gartens erhalten. Ab 1713 wollten König August II. und später König August III. hier ein „polnisches Versailles“ bauen. Die Ost-West-Achse führte 1,5 km im rechten Winkel von der ul. Krakowskie Przedmieście Richtung Westen. Zur im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Anlage gehörten das Sächsische Palais, ein geometrisch angelegter Garten, der 1727 als erster öffentlicher Park für die Warschauer Bevölkerung geöffnet wurde. Wiederaufbaupläne für das Sächsische Palais und das Palais Brühl werden immer wieder diskutiert. Unter dem letzten polnischen König Stanisław August Poniatowski wurde eine Reihe repräsentativer Bauprojekte realisiert, etwa der Łazienki-Palast von Domenico Merlini (1772–1795) und weitere klassizistische Lustgebäude im gleichnamigen Park.

Der Hofmaler von Stanisław August, der Venezianer Bernardo Bellotto (1720–1780), genannt „Canaletto“, malte 57 Bilder mit Warschauer Stadtansichten. Seine Veduten dienten den Restauratoren und Architekten nach dem Zweiten Weltkrieg als Vorlagen für den Wiederaufbau.

Die Industrialisierung lies die Stadt im späten 19. Jahrhundert vor allem nach Westen (Wola) und am östlichen Weichselufer (Praga) wachsen. Die russische Teilungsmacht setzte nach dem zweiten polnischen Aufstand von 1863 u.a. mit dem Bau der russisch-orthodoxen Kirche am Sächsischen Platz Herrschaftssymbole im Stadtbild.[10]

In der Zwischenkriegszeit erlebte Warschau als Hauptstadt des wiederentstandenen polnischen Staates einen Bauboom. Ministerien und andere öffentliche Bauten entstanden, zunächst in neoklassizistischen Formen. In den neuen Wohnvierteln in den Stadtteilen Żoliborz, Ochota, Mokotów und Saska Kępa wurde der Heimatstil nach Vorbildern der Gutshaus-Architektur um 1800 Ende der 1920er Jahre abgelöst vom Neuen Bauen, das den sozialen Wohnungsbau ebenso prägte wie komfortable Einfamilien- und Mietwohnhäuser.[11]

Während die genannten Viertel den Zweiten Weltkrieg größtenteils überdauerten, gab es in der Innenstadt bereits in den ersten Kriegswochen schwere Zerstörungen. Das Königsschloss geriet beim Bombenangriff am 17. September 1939 in Brand und wurde ausgeraubt, 1944 wurde es komplett zerstört.

Die nationalsozialistischen Planungen für Warschau als ‚neue deutsche Stadt‘[12] begannen im November 1939, im Januar 1940 lag der sog. Pabst-Plan[13] zum „Abbau der Polen-Stadt“ vor, der zum Symbol der deutschen Vernichtungspolitik wurde: Warschau sollte seine Bedeutung als polnische Stadt verlieren, von einer Millionen- auf eine Kleinstadt reduziert, aber auch mit Bauten für Partei und Staat (Gauforum, Parteizentrum) umgestaltet werden. Die Altstadt und der Sächsische Garten dienten als Anknüpfungspunkte einer als ‚deutsch‘ reklamierten Vergangenheit, Straßen und Plätze wurden umbenannt (der Plac Piłsudskiego etwa wurde zum ‚Adolf-Hitler-Platz‘), das Belvedere im Łazienki-Park (umbenannt in ‚Seegarten‘) sollte Sitz der neuen Machthaber werden. 1942/43 wurde ein riesiger Kuppelbau als Volkshalle anstelle des Warschauer Schlosses geplant. Die Pläne wurden nicht realisiert.

Die Altstadt aus der Zeit um 1300, die dortigen Patrizierhäuser im Stil von Renaissance, Barock oder Klassizismus, die 1944 zu 93 Prozent zerstört und am Schluss Haus für Haus, Straße um Straße planmäßig abgebrannt oder gesprengt worden war, wurde in den Jahren 1949–1953 rekonstruiert. Sie wurde 1981 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO aufgenommen.[14]Gleichzeitig begann die Neubebauung der Geschäftsstraßen aus der Zeit um 1900 im Stil des sozialistischen Realismus, auch Teile des jüdischen Ghettos in Muranów wurden so überbaut. Der 44 Stockwerke hohe „Kulturpalast“ entstand nach Moskauer Vorbildern und wurde als „Geschenk Stalins“ an das polnische Volk ausgegeben. Die Moderne der 1960er und 1970er Jahre prägt die großen Warenhäuser an der ul. Marszałkowska und der al. Jerozolimskich.

Ab den 1990er Jahren entstanden am Rande des Zentrums zahlreiche Hochhäuser aus Spiegelglas und Stahl, die das Bild der Stadt veränderten (z. B. Varso Tower – mit 310 Metern Höhe das höchste Gebäude, Warsaw Spire – 220 Meter, Złota 44 – 192 Meter, Hotel Intercontinental – 164 Meter).

Musik

Eine öffentliche polnische Opernbühne gab es bereits 1765, das Nationaltheater (Teatr Narodowy) wurde zum bedeutenden Kulturfaktor. Hier konnte auch in der Zeit der Teilungen Polens „mit offizieller Duldung in der Öffentlichkeit polnisch gesungen und gesprochen werden.“[15] Im 19. Jahrhundert gab es eine starke Fixierung auf Warschau als Hauptstadt der polnischen Musik und Kultur. So wurde hier 1858 die Oper „Halka“ von Stanisław Moniuszko (1819–1872) uraufgeführt. Am 13. September 1919 wurde mit dieser Oper die erste Saison im freien polnischen Staat eröffnet. Sie gilt bis heute als polnische Nationaloper.

Der aus Schlesien stammende Józef Elsner (1769–1854), musikalischer Direktor am Nationaltheater, Komponist und Musikverleger, spielte eine wichtige Rolle in der Musikausbildung in Warschau. Er gründete das erste Konservatorium und unterrichtete den Komponisten Frédéric (Fryderyk) Chopin, aber auch Ignacy Feliks Dobrzyński (1807–1867) und Maria Szymanowska (1789–1831). Zusammen mit E. T. A. Hoffmann (1776–1822) rief er die „Musikalische Ressource“ ins Leben, eine Gesellschaft, der Polen und Deutsche angehörten.

Neben dem traditionellem Salonwesen der großbürgerlichen Familien – u. a. auch der Montagabende bei dem Musikverleger Feliks Gebethner (1832–1887) von 1879 bis 1887 – und dem Mäzenatentum entstanden Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend öffentliche und korporative Strukturen wie Vereine und Verbände sowie ein städtisches Musikleben mit Oper und Konzert, musikpädagogische Einrichtungen wie Musikhochschule und Konservatorium. 1871 wurde die Warschauer Musikgesellschaft (poln. Warszawskie Towarzystwo Muzyczne) gegründet, die Warschauer Philharmonie war 1902 fertiggestellt. 1927 fand der erste Chopin-Wettbewerb in Warschau statt. Das Musikleben der Stadt blieb dennoch segmentiert, Einigkeit herrschte über das Verständnis von Warschau als polnischer, nicht als multinationaler Stadt, was zur Ausgrenzung nationaler Randgruppen führte.

Während der deutschen Okkupation waren Kinos und Theater praktisch geschlossen, zur Unterhaltung blieb nur die Musik. Verboten waren das Tanzen, die Aufführung von Werken Chopins und ebenso Jazz, trotzdem wurde bei konspirativen Treffen oder in Cafés und Nachtlokalen solche Musik gespielt. Gehobene Lokale waren „nur für Deutsche“ erlaubt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Jazzmusik wieder eine wichtige Rolle: 1947 fand im Warschauer YMCA-Club (Young Men’s Christian Association) unter der Leitung des Publizisten Leopold Tyrmand (1920–1985), das erste öffentliche Jazzkonzert nach dem Krieg („Jamsession“) statt.

Arnold Schönbergs (1874–1951) Melodram für einen Sprecher, Männerchor und Orchester Ein Überlebender aus Warschau von 1947 wurde 1948 in den USA uraufgeführt. Der Text (englisch, deutsch und hebräisch) soll auf Aussagen eines Überlebenden des Warschauer Ghettos beruhen.

Bildung und Wissenschaft

1887 veröffentlichte Ludwik Lejzer Zamenhof (1859–1917) unter dem Pseudonym „Dr. Esperanto“ in Warschau eine Broschüre mit den Grundlagen der neuen internationalen Sprache Esperanto als Plansprache zur besseren internationalen Verständigung.

1912 übernahm der Arzt, Autor und Pädagoge Janusz Korczak (eigentlich Henryk Goldszmit, 1878–1942) die Leitung des neuen jüdischen Waisenhauses, in dem er neue Wege der Erziehung („Kinderrepublik-Modell“) praktizierte. Er wurde 1942 mit den Kindern des Waisenhauses nach Treblinka deportiert und dort ermordet.

Nach der Besetzung Polens 1939 wurden die Hochschulen aufgelöst. Bis 1944 bestand aber die Geheime Universität Warschau (poln. Tajny Uniwersytet Warszawski) im Untergrund, die auf historische Vorbilder aus der Zeit nach der dritten Teilung Polens zurückgreifen konnte.

Heute ist Warschau ein zentraler Wissenschaftsstandort: Die Polnische Akademie der Wissenschaften (poln. Polska Akademia Nauk, PAN), verschiedene Hochschulen wie die Universität Warschau (poln. Uniwersytet Warszawski), die Technische Universität (poln. Politechnika Warszawska), die Musik-Hochschule (poln. Uniwersytet Muzyczny Fryderyka Chopina), die Akademie der Künste (poln. Akademia Sztuk Pięknych) oder die Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität Warschau, aber auch Bibliotheken und Archive sind hier angesiedelt.

Buch- und Druckgeschichte

Das Warschauer Buchhandels- und Verlagsunternehmen Gebethner i Wolff wurde von den beiden deutschstämmigen Partnern Gustaw Adolf Gebethner (1831–1901) und Robert Wolff (1833–1910) gegründet. Die erste Buchhandlung eröffnete 1857 in der ul. Krakowskie Przedmiejście.[16] Verlegt wurden Presseerzeugnisse (wie Tygodnik Illustrowany, die „Illustrierte Wochenzeitung“), Bücher – vor allem Belletristik wie etwa von Bolesław Prus (1847–1912), Henryk Sienkiewicz (1846–1916), Eliza Orzeszkowa (1841–1910) und Władysław Reymont (1867–1925), aber auch wissenschaftliche und Schulbücher, außerdem musikalische Werke (z. B. von Stanisław Moniuszko).

Literatur

Außer dem bereits erwähnten Schriftsteller Jόzef Ignacy Kraszewski sind viele bedeutende Literaten mit Warschau verbunden – Romanciers wie Bolesław Prus, Henryk Sienkiewicz (Nobelpreis 1905) und Władysław Reymont (Nobelpreis 1924), die Dichter der Vereinigung Skamander in der Zwischenkriegszeit, nach dem Zweiten Weltkrieg die Lyriker Miron Białoszewski (1922–1983) und Zbigniew Herbert (1924–1998) sowie die Schriftstellerinnen Hanna Krall (geb. 1935), Maria Nurowska (geb. 1944) und Magdalena Tulli (geb. 1955).

Literatur hatte in Warschau auch oft eine politische Bedeutung. So kam es 1968 zu den März-Unruhen in Polen, nachdem das Theaterstück Dziady (Die Totenfeier) des polnischen National-Dichters Adam Mickiewicz (1798–1855) abgesetzt worden war. Entstanden in der Zeit der Teilung des Landes im 19. Jahrhundert zeigt es die Vision eines freien, neuen Polens – was 1968 von der Zensur als zu heikel und kritisch eingestuft wurde.

Als preußischer Beamter lebte E.T.A. Hoffmann (1776–1822) von 1804 bis zum Einmarsch der französischen Truppen 1806 in Warschau und führte dort ein „angenehmes künstlerisches Leben“, wie er 1805 seinem Freund Hippel schrieb. Er komponierte (u. a. die Warschauer Messe, 1805) und dirigierte, malte und zeichnete in dieser Zeit, die er später etwa in der Erzählung Das Gelübde (1817) verarbeitete.

1946 erschien Władysław Szpilmans (1911–2000) Schilderung seines Überlebens als Jude im Zweiten Weltkrieg in Warschau (Śmierć miasta [Der Tod der Stadt]), 1998 in erweiterter Fassung (Das wunderbare Überleben), 2002 auch in der Filmversion von Roman Polański (Der Pianist). Szpilman hatte als Pianist beim Polnischen Radio ein Chopin-Recital gespielt, das zur letzten Übertragung im September 1939 wurde. Nach dem Krieg nahm der Sender seine Tätigkeit mit einem Chopin-Konzert wieder auf, erneut vorgetragen von Szpilman.

1986 erschien der Roman Początek [Der Anfang] in deutscher Übersetzung veröffentlicht unter dem Titel Die schöne Frau Seidenman von Andrzej Szczypiorski (1928–2000) über Polen, Juden und Deutsche im Zweiten Weltkrieg in Warschau.

Wolf Biermann (geb. 1936) übersetzte Jitzchak Katzenelsons (1886–1944) Klagelied über die Shoah Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk – Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk (1994) aus dem Jiddischen ins Deutsche. Es schildert die Hilflosigkeit der Opfer, aber auch den heldenhaften Widerstand der Warschauer Ghettokämpfer.

In zahlreichen Autobiographien berichten Überlebende über die Zeit des Zweiten Weltkriegs in Warschau, so etwa auch der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (1920–2013) in Mein Leben (1999).

Gedächtnis- und Erinnerungskultur

Warschau ist ein Ort nationalen Gedenkens – die Stadt selbst ist ein Denkmal, das wie „Phönix aus der Asche“ neu erstanden ist. Seine Geschichte als Hauptstadt Polens ist seit 400 Jahren eng mit der Geschichte des Landes verknüpft. Ein Wahrzeichen der Stadt, die barocke Sigismund-Säule auf dem Schlossplatz, wurde 1644 zur Erinnerung an König Sigismund III. Wasa errichtet, der die Stadt 1596 zur polnischen Hauptstadt gemacht hatte.

Viele Stellen im Warschauer Stadtraum sind „aufgeladen“ mit Historie, zahlreiche Denkmäler und Gedenktafeln erinnern an bedeutende Ereignisse. Besonders im Mittelpunkt steht der Zweite Weltkrieg mit den drei großen Zerstörungen von 1939, der Einebnung des Ghettos 1943 und der systematischen Sprengung von Häusern und Straßenzügen am Ende des Krieges. In seiner Typologie des Urbizids in Europa spricht Karl Schlögel in Hinsicht auf Warschau von einer „ganz speziellen Erfahrung“, die die Auslöschung menschlicher Siedlung als eigenständiges Ziel hatte: „Unbewohnbarmachung, Wüstung: Warschau“.[17]

Jährlich am 1. August wird mit einer Gedenkminute um 17 Uhr des Ausbruchs des Warschauer Aufstands gedacht. Unter kommunistischer Herrschaft wurde die Erinnerung daran unterdrückt, da es sich um einen Aufstand der Heimatarmee (poln. Armia Krajowa) handelte.

Zu den wichtigsten Denkmälern der Stadt gehören das Grabmal des Unbekannten Soldaten (poln. Grób Nieznanego Żołnierza, 1923) am pl. Pilsudskiego unter einem Rest der Arkaden des ehemaligen Sächsischen Palais, das Denkmal der Ghetto-Helden (poln. Pomnik Bohaterów Getta, 1947) von Nathan Rapaport und das Denkmal des Warschauer Aufstands von 1944 (poln. Pomnik Powstania Warszawskiego, 1989).

Während die Stadt zum Trümmerfeld gemacht wurde, entgingen die Friedhöfe (mit Ausnahme des mohammedanisch-tatarischen Friedhofs) der Vernichtung im Krieg – so der Powązki-Friedhof mit sieben Abteilungen für verschiedene Bekenntnisse –, sogar der jüdische Friedhof blieb unversehrt (mit den Gräbern von Ludwik Zamenhof, Adam Czerniaków (1880–1942), dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde. Dem Pädagogen Janusz Korczak errichtete man nach dem Zweiten Weltkrieg hier ein symbolisches Grab).

Zu den Museen Warschaus gehören das Königsschloss in der Altstadt, die Palais und Anlagen im Łazienki-Park und die königliche Sommerresidenz am südlichen Stadtrand in Wilanów, außerdem das Chopin-Museum im Palais Ostrogski, das Historische Museum der Stadt am Ring und das Museum im Pawiak, ab dem 19. Jahrhundert das politische Gefängnis Warschaus, das bis 1944 von den Nationalsozialisten auch als Konzentrationslager genutzt wurde. Im Nationalmuseum (poln. Muzeum Narodowe) befinden sich zahlreiche Kunstwerke, die nach 1945 aus den Museen der früheren deutschen Ostprovinzen in die polnische Hauptstadt verbracht wurden, etwa der sogen. Hedwigsaltar (2. Viertel des 15. Jahrhunderts) aus Breslau.

Neu entstanden in den letzten Jahrzehnten sind das Museum des Warschauer Aufstands (poln. Muzeum Powstania Warszawskiego, 2004) und das Museum der Geschichte der polnischen Juden (poln. Muzeum Historii Żydów Polskich, Polin, 2013/14).

4. Diskurse/Kontroversen

Kontrovers diskutiert wurde – auch international – der Wiederaufbau Warschaus nach dem Zweiten Weltkrieg.18] Die „klassizistischen“ Palais an den Straßen Krakowskie Przedmieście und Nowy Świat sind jünger als die Mietshäuser der Vorkriegszeit, die historische Altstadt und das Königsschloss genauso alt wie stalinistische und poststalinistische Zweckbauten. In der Folge wurde die Stadt auch als ‚Freilichtmuseum‘, ‚Filmattrappe‘, ‚Hollywood-Dekoration‘ und ‚Disneyland‘ bezeichnet. Die Rekonstruktion des Altstadtgebiets wurde in Polen nach Kriegsende „zu einem Symbolort des Überlebens polnischer Kultur nach der faschistischen deutschen Zerstörungswelle aufgewertet“.[19] Der Wiederaufbau stellt eine Leistung dar, für die die polnischen Denkmalpfleger und Restauratoren weltweite Anerkennung genießen – sie ist aber auch ein psychologisches Phänomen. Die rekonstruierte Altstadt vermittelt Einheimischen und Besuchern die Illusion, als habe es 1944/45 keine Katastrophe gegeben, als sei die Stadt nicht vollkommen dem Erdboden gleichgemacht worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine einmalige, jedoch nicht genutzte Chance zum Bau einer zeitgemäßen Stadt (auch das faszinierte internationale Expertinnen und Experten); dennoch ist Warschau bis heute – trotz der Rekonstruktionen – vom Krieg gezeichnet. Warschau erlebte keinen Wiederaufbau wie er andernorts stattfand. Hier wurden Grund und Boden verstaatlicht, es gab keine Eigentümer mehr, Häuser wurden abgerissen oder verfielen und machten realsozialistischer Architektur Platz, die von vielen Polen abgelehnt wurde. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden mittelalterliche Gassen, Häuser und Hinterhöfe auf der Suche nach Tradition, Stabilität und Identität auch aufgebaut, weil das schwache neue Regime den Wiederaufbau der Altstadt als „Identitätsanker“ brauchte.[20]

Auch über den Bau, die Konzeption und die Tätigkeit der neuen Museen gab es immer wieder kontroverse Auseinandersetzungen – wie zuletzt um die Besetzung der Leitung des Museums „Polin“. Dabei versuchte die regierende Partei PiS (poln. Prawo i Sprawiedliwość, Recht und Gerechtigkeit) ihre erinnerungspolitischen Grundhaltungen und generell ihre Geschichtspolitik durchzusetzen, was im Fall des Polin, das sich in gemischter öffentlicher und privater Trägerschaft befindet, in einen langwierigen Konflikt mündete. Streit entstand auch über die erfolgreiche Sonderausstellung Obcy w domu. Wokół Marca ’68 (Fremd daheim. Über den März ’68) 2018, die polnische antisemitische Aussagen aus dem Jahr 1968 vergleichbaren heutigen Parolen gegenüberstellte.[21]

5. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Władysław Bartoszewski: Dni walczącej stolicy [Die Tage der kämpfenden Hauptstadt]. Londyn 1984.
  • Władysław Bartoszewski, Marek Edelman: I była dzielnica żydowska w Warszawie. Wybόr tekstόw [Und es hat ein jüdisches Viertel in Warschau gegeben. Ausgewählte Texte]. Warszawa 2010.
  • Glenn Dynner, François Guesnet (Hg.): Warsaw: the Jewish metropolis. Essays in honor of the 75th birthday of professor Antony Polonsky. Leiden 2015.
  • Marek Edelman: Das Ghetto kämpft. Berlin 1993.
  • Marian Fuks: Żydzi w Warszawie. Życie codzienne, wydarzenia, ludzie [Juden in Warschau. Alltagsleben, Ereignisse, Menschen]. Poznań/Daszewice 1996.
  • Jan Gebethner: Młodość wydawcy [die Jugend des Herausgebers]. Wrocław 1989.
  • Niels Gutschow, Barbara Klain: Vernichtung und Utopie: Stadtplanung Warschau 1939–1945 [hrsg. im Auftrag des Deutschen Werkbundes e.V.]. Hamburg 1994.
  • Werner Huber: Warschau – Phönix aus der Asche. Ein architektonischer Stadtführer. Köln, Weimar, Wien 2005.
  • Im Warschauer Ghetto. Das Tagebuch des Adam Czerniakόw 1939–1942. München 1986.
  • Elżbieta Janicka: Festung Warschau. Warszawa 2011.
  • Rudolf Jaworski, Florian Peters (Hrsg.): Alltagsperspektiven im besetzten Warschau. Fotografien eines deutschen Postbeamten (1939–1944) / Perspektywy codzienności w okupowanej Warszawie. Fotografie niemieckiego urzędnika pocztowego (1939–1944). Marburg 2013.
  • Marian Karpowicz: Sztuka Warszawy [Die Kunst Warschaus]. Warszawa 1986.
  • Jitzchak Katzenelsons „Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk – Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk“. Deutsch von Wolf Biermann. Köln 1994.
  • Adam Krzemiński: Der Kniefall. In: Étienne François, Hagen Schulze (Hrsg.): Deutsche Erinnerungsorte. Broschierte Sonderausgabe, Band 1, München 2003, S. XX.
  • Olaf Kühne: „Warschau – postmoderne Entwicklungen nach der sozialistischen Moderne“. In: Polen-Analysen Nr. 143. 15.04.2014 (http://www.laender-analysen.de/polen/pdf/PolenAnalysen143.pdf).
  • Marta Leśniakowska: Architektura w Warszawie. Lata 1918–1939 [Die Architektur in Warschau. Die Jahre 1918–1939], Warszawa 2002 (2 Auflage).
  • Maria Luft: Warschau. Köln 1998 und 2002.
  • Piotr Majewski: Ideologia i konserwacja. Architektura zabytkowa w Polsce w czasach socrealizmu [Ideologie und Denkmalpflege. Architekturdenkmäler in Polen in der Zeit des Sozialistischen Realismus]. Warszawa 2009.
  • Tomasz Markiewicz, Tadeusz W. Świątek, Krzysztof Wittels (Hrsg.): Polacy z Wyboru. Rodziny pochodzenia niemieckiego w Warszawie w XIX i XX wieku / Polen aus freier Wahl. Deutschstämmige Familien in Warschau im 19. und 20. Jahrhundert. Warszawa 2012.
  • Kazimierz Moczarski: Gespräche mit dem Henker. Das Leben des SS-Gruppenführers und Generalleutnants der Polizei Jürgen Stroop, aufgezeichnet im Mokotów-Gefängnis zu Warschau. Düsseldorf 1978.
  • Małgorzata Popiołek-Roßkamp: Warschau. Ein Wiederaufbau, der vor dem Krieg begann. Paderborn 2021.
  • Rüdiger Ritter: Wem gehört Musik? Warschau und Wilna im Widerstreit nationaler und städtischer Musikkulturen vor 1939. Stuttgart 2004.
  • Christoph Schneider: Der Warschauer Kniefall. Ritual, Ereignis und Erzählung. Konstanz 2006.
  • Władysław Szpilman: Der Pianist. Mein wunderbares Überleben. Berlin 1998.
  • Beate Störtkuhl: Art Historiography during the First World War – Kunstschutz and Reconstruction in the Warsaw General Government. In: Kristina Jõekalda, Krista Kodres (Hrsg.): Debating German Heritage: Art History and Nationalism during the Long 19th Century. Special issue of Kunstiteaduslikke Uurimusi / Studies on Art and Architecture 23 (2014), no. 3–4, S. 157–181.
  • Jarosław Trybuś: Warszawa niezaistniała. Niezrealizowane projekty urbanistyczne i architektoniczne Warszawy dwudziestolecia międzywojennego. Warszawa 2012.
  • Reinhold Vetter: Warschau im Sturm der Geschichte. Metamorphosen einer leidgeprüften Stadt. Baden-Baden 2020.

Weblinks

Anmerkungen

[1] Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2021 roku [Fläche und Bevölkerung im territorialen Durchschnitt im Jahr 2021]. Tabl. 21 Powierzchnia, ludność oraz lokaty według gmin [Tabelle 21 Fläche, Bevölkerung sowie Ranking Position nach Gemeinden]. In: Główny Urząd Statystyczny [Statistisches Hauptamt] (online). stat.gov.pl, 22 lipca [Juli] 2021 [Zugriff am 27.12.2021].

[2] Marek Edelman: Das Ghetto kämpft. Berlin 1993, S. 11.

[3] 1897 stellten die Deutschen mit 11.317 Personen 1,66 Prozent der Warschauer Bevölkerung. Aus: Demoskop Weekly. No 755–756. 01.–28.01.2018: “Pervaja vseobščaja perepis’ naselenija Rossijskoj Imperii 1897g.” Zugriff am 01.02.2018: http://www.demoscope.ru/weekly/ssp/emp_lan_97_uezd.php?reg=4].

[4] Tomasz Markiewicz, Tadeusz W. Świątek, Krzysztof Wittels (Hg.): Polacy z Wyboru. Rodziny pochodzenia niemieckiego w Warszawie w XIX i XX wieku / Polen aus freier Wahl. Deutschstämmige Familien in Warschau im 19. und 20. Jahrhundert. Warszawa 2012. Inzwischen auch auf: https://www.polacyzwyboru.pl/de [Zugriff am 30.12.2021].

[5] Quelle für alle Angaben bis incl. 2010:

warszawa.stat.gov.pl/download/gfx/warszawa/pl/defaultaktualnosci/758/4/1/1/warszawa_feniksem.pdf (S. 50).

[6] http://demografia.stat.gov.pl/bazademografia/Tables.aspx

[7] S. Anm. 1.

[8] Mehr dazu auf: https://www.polacyzwyboru.pl/de [Zugriff am 30.12.2021].

[9] Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2020. Główny Urząd Statystyczny (GUS). S. 15 [Zugriff 28.02 2022].

[10] Malte Rolf: Der Zar an der Weichsel: Repräsentation von Herrschaft und Imperium im fin de siècle. In: Jörg Baberowski (Hg.): Imperiale Herrschaft: Repräsentationen politischer Macht im späten Zarenreich. Frankfurt am Main 2008, S. 145–171.

[11] Marta Leśniakowska: Architektura w Warszawie. Lata 1918–1939 [Die Architektur in Warschau. Die Jahre 1918–1939], Warszawa 2002 (2 Auflage); Martin Kohlrausch: Warszawa funcjonalna. Radical Urbanism and the International Discourse on Planning in the Interwar Period. In: Jan C. Behreds, Martin Kohlrausch (Hg.): Races to Modernity. Budapest 2014, S. 205–231.

[12] Niels Gutschow, Barbara Klain: Vernichtung und Utopie. Stadtplanung Warschau 1939–1945.Hamburg 1994; Richard Nemeč: Die Ökonomisierung des Raums. Planen und Bauen in Mittel- und Osteuropa unter den Nationalsozialisten 1938–1945. Berlin 2020, S. 379–389.

[13] Plan von Hubert Groß, benannt nach Friedrich Pabst, Oberbaurat in Warschau ab 1942, in dessen Dienstzimmer der Plan gefunden wurde.

[14]https://whc.unesco.org/en/list/30/ (Zugriff 23.02.2022).

[15] Ritter S. 63.

[16] Zofia Jurkowlaniec, Roland Borchers: Polacy z wyboru: Rodziny pochodzenia niemieckiego w Warszawie w XIX i XX wieku/Polen aus freier Wahl: Deutschstämmige Familien in Warschau im 19. und 20. Jahrhundert. Fundacja Współpracy Polsko-Niemieckiej/Dom Spotkań z Historią, Warszawa 2012, S. 145–146. Jan Gebethner: Młodość wydawcy. Wrocław 1989.

[17] Karl Schlögel: Formen des Urbizids in Europa. Eine Typologie. In: Karl Schlögel: Marjampole oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte. München, Wien 2005, S. 275–278, hier S. 278.

[18] Auch der Ausdruck „Erinnerungsort Warschauer Wiederaufbau“ wird verwendet – vgl. Małgorzata Popiołek-Roßkamp: Warschau. Ein Wiederaufbau, der vor dem Krieg begann. Paderborn 2021, S. 8, 11. Vgl. auch Martin Kohlrausch: Die Zentralität der Apokalypse nach 1945. Städtebauliche Kontinuitätslinien und die internationale Rezeption des Wiederaufbaus von Warschau. In: Georg Wagner-Kyora: Wiederaufbau europäischer Städte / Rebuilding European Cities. Rekonstruktionen, die Moderne und die lokale Identitätspolitik seit 1945 / Reconstructions, Modernity and the Local Politics of Identity Construction since 1945. Stuttgart 2014, S. 179–201.

[19] Georg Wagner-Kyora: Einleitung / Introduction. In: Georg Wagner-Kyora: Wiederaufbau europäischer Städte / Rebuilding European Cities. Rekonstruktionen, die Moderne und die lokale Identitätspolitik seit 1945 / Reconstructions, Modernity and the Local Politics of Identity Construction since 1945. Stuttgart 2014. S, 11–63, hier S. 34.

[20] Ebd. S. 187.

[21] Monika Heinemann: Der Kampf um das „moderne“ Museum – Zeitgeschichte im polnischen Museumsboom. In: Ljiljana Radonic, Heidemarie Uhl: Das umkämpfte Museum. Zeitgeschichte ausstellen zwischen Dekonstruktion und Sinnstiftung. Bielefeld 2020, S. 241–261, hier S. 257.

Zitation

Maria Luft: Warschau/Warszawa. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2022. URL: http://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32433 (Stand 12.04.2022).

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